“Offenes Frühstück” in der DROBS - Anonyme Drogenberatung e.V. Iserlohn
Im Rahmen der bundesweiten Kampagne über Aufgaben und Leistungen der Jugendämter hatte die Stadt Iserlohn am 30. Mai 2011 zu einer von insgesamt drei Presserundfahrten eingeladen, bei denen verschiedene Kooperationspartner des Iserlohner Jugendamtes aufgesucht wurden.
Eine von drei Stationen an diesem Tag war die Drogenberatungstelle (DROBS), Am Dicken Turm 9. Jugendamtsmitarbeiter Jürgen Lensing, DROBS-Geschäftsführer Jürgen Tertel sowie weitere DROBS-Mitarbeiter erläuterten die Zusammenarbeit und stellten gemeinsam mit Besuchern der Einrichtung das Projekt "Offenes Frühstück" vor.
Die DROBS ist seit über dreißig Jahren in der Drogenhilfe im Märkischen Kreis tätig und hat mit ihren drei Standorten Iserlohn, Lüdenscheid und Werdohl über viele Jahrzehnte ein differenziertes und regionalisiertes Hilfesystem entwickelt, das im Märkischen Kreis sehr gut integriert und vernetzt ist. Im DROBS-Trägerverein sind neben der Stadt Iserlohn dreizehn weitere Gemeinden des Märkischen Kreises und der Märkische Kreis selbst Mitglied. Jugendamtsleiter Kai Maibaum ist stellvertretendes Vorstandsmitglied der Anonymen Drogenberatung e.V. Die Stadt Iserlohn unterstützt die Drogenberatung mit einem jährlichen Zuschuss von 113.000 Euro.
Der DROBS ist die Beratung von Drogenkonsumenten und deren Angehörige übertragen worden - dabei ist die Anonymität der Klienten die wichtigste Arbeitsgrundlage.
Gewachsene Kooperationsstrukturen sind andererseits Voraussetzung und Grundlage passgenauer Hilfen für Klientinnen und Klienten, die häufig komplexe Hilfestellungen benötigen, die die DROBS alleine nicht anbieten könnte.
Die DROBS-Suchtprävention kooperiert auf vielfältige Weise mit dem Iserlohner Jugendamt. Ohne die kollegiale Zusammenarbeit mit dem Jugendschutz, Jugendzentren, Schulsozialarbeitern und Kindertageseinrichtungen wäre eine so nachhaltige Suchtprävention nicht möglich.
Ein DROBS-Mitarbeiter betreut die Jugendjustizvollzugsanstalt Iserlohn-Drüpplingsen - auch die Resozialisation bedarf der engen Kooperation unter anderem mit dem örtlichen Jugendamt.
Jugendsuchtberatung, als eine Haupttätigkeit der DROBS, findet statt in so genannten sozialen Trainingskursen und Gruppenberatungen. Dies ist nur in Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe des Iserlohner Jugendamtes möglich, die die Jugendlichen den DROBS-Angeboten zuführt und entsprechende Vereinbarungen mit den Jugendrichtern trifft.
Vierzig Prozent der DROBS-Klienten, die in Beratung sind, sind mittlerweile selbst Eltern. Die DROBS fühlt sich natürlich auch für diese Kinder verantwortlich. In der Regel sind die Familien dem Iserlohner Jugendamt bekannt. Hier berät die DROBS häufig dahingehend, unter welchen fachlichen Gesichtspunkten der Drogenhilfe und mit entsprechender Unterstützung durch das Iserlohner Jugendamt die Kinder in ihren Familien bleiben können. Gerade in diesem Bereich ist es zu einer sehr engen guten Zusammenarbeit gekommen; gemeinsame Schulungen und der Fachaustausch haben dazu geführt, "dass man sich kennt". Praktischer Ausdruck sind zum Beispiel Hilfeplankonferenzen, in denen gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten machbare Perspektiven entwickelt werden.
Das "offene Frühstück", das im Rahmen der Presserundfahrt besucht wurde, fand in der Beratungsstelle, Am Dicken Turm 9, statt. Es ist ein von den Besuchern der DROBS selbst organisiertes, niederschwelliges Angebot, bei dem Betroffene in lockerer Runde erste Kontakte zur DROBS knüpfen und bestehende Kontakte vertiefen können. Das Zusammentreffen mit anderen dient dem gegenseitigen Kennenlernen und sich Austauschen und bietet die Möglichkeit, ohne "Hemmschwellen" die Beratungsangebote der DROBS kennen zu lernen beziehungsweise den Zugang zu ihnen zu finden. Das eigentliche Frühstück ist ein Angebot für die Teilnehmer, sich gesund zu ernähren. Die notwendigen Einkäufe und die Zubereitung werden ehrenamtlich von ehemaligen Konsumenten übernommen.







