Die Meininger kommen...
Das Meininger Hoftheater revolutionierte im 19. Jahrhundert die Theatergeschichte!
Bereits 1879 hatte der Theaterherzog Georg II. erklärt, dass ihm „das Malerische, die Ausstattung, nie Hauptsache ist einem Dichtwerk gegenüber, dass im Gegenteil ein derart auf das Äußerliche sich konzentrierender Sinn in mir den entscheidensten Gegner finden würde“.
Im Rahmen einer Gesamtkunstwerkkonzeption sollten die Meininger Bühnendekorationen zu einer malerischen Bildwirkung der Inszenierungen beitragen, das Agieren der Schauspieler unterstützen und der Regie eine lebensnahe Spielgestaltung erleichtern. Letztendlich beabsichtigte der fürstliche Theatermacher, über die durch Raum- und Zeitillusion beförderte emotionale Wirkung, dem Publikum den intellektuellen Gehalt der Dichtung nahe zu bringen.
Die Idee der Gastspielreisen trat in die Welt. „Die Meininger kommen!“ wurde zwischen 1874 und 1890 zu einem vielfach gehörten Ruf, der geschätzte zwei Millionen Zuschauer in die berühmt gewordenen Klassiker-Vorstellungen (Shakespeare, Schiller, Kleist, Grillparzer, Ibsen) zog, die das Hofschauspielerensemble während seiner 81 Gastspielreisen durch Deutschland und Europa, von Stockholm bis Triest, von London bis Moskau, gab.
Immer wieder sind es die Bühnendekorationen gewesen, die aufgrund ihrer Neuartigkeit und Pracht sowohl bei den Regisseuren und Schauspielern, aber auch bei den Feuilletonschreibern und vor allen Dingen beim Publikum für das größte Aufsehen gesorgt haben. Jedoch war die in Meiningen gepflegte intensive Beschäftigung mit Dekorationsfragen kein Selbstzweck.







