Die entfernte Stimme
Preisgekrönt, eindringlich und hochkarätig besetzt:
„Die entfernte Stimme“
Über die Eheleute Becca und Howie ist vor acht Monaten eine Katastrophe hereingebrochen: Ihr einziges Kind, der Sohn Danny, wurde beim Spielen von einem Auto überfahren und starb. Beide versuchen, damit auf ihre Weise fertig zu werden, und entfernen sich dabei innerlich immer weiter voneinander. Becca kapselt sich völlig ab und trennt sich von allem, was mit ihrem Sohn zu tun hat. Ihr Mann Howie dagegen klammert sich in seiner Verzweiflung an alles, was ihn an sein Kind erinnert. „Die entfernte Stimme“ ist ein berührendes Stück über Trauer, ohne jede Sentimentalität; in dem auch das Lachen seinen Platz hat. Nach großem Bühnenerfolg in New York wird es nun auch mit Nicole Kidman verfilmt.
Susanne Uhlen und Carsten Klemm beeindrucken in der Inszenierung durch die Konzentriertheit ihrer Mittel. Ihre Figuren bemühen sich um Sensibilität füreinander und leben sich doch weiter auseinander. Nur selten bricht es aus ihnen heraus, können sie den Schmerz nicht mehr kanalisieren. Aber in diesen Momenten entsteht eine hohe Dringlichkeit, auf die Regisseur Zanussi auch hinarbeitet. Er legt Wert auf die kleinen, aber deutlichen Gesten, unterstreicht, dass es aus der Verzweiflung – wenn überhaupt – nur einen gemeinsamen Weg gibt. Aber David Lindsay-Abaire ist ein zu kluger Menschenbeobachter, um nicht auch die gewollt oder auch ungewollt komischen Seiten dieser Trauerarbeit zu beleuchten. Er wählt den leichten Boulevard-Ton, ohne an Tiefgang zu verlieren. Das ist die wahre Kunst! So zeigt er uns, wie Beccas leichtfüßige, schwangere Schwester Izzy mit ihrem Lebenshunger zum Energiequell für die beiden Verzweifelten wird. Wie Beccas Mutter, die selbst am Grab eines Sohnes gestanden hat, mit ihrer zurückhaltenden Präsenz eine große Stütze ist. Und wie der Unfallfahrer, der naive Abiturient Jason, mit seinen Schuldgefühlen umzugehen versucht.
Der berühmte Film- und Theaterregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Publizist Krzysztof Zanussi wurde 1939 in Warschau geboren. Als Mitglied der Päpstlichen Akademie der Virtuosen der Schönen Künste und Literatur und Ritter des Ordre des Arts et des Lettres erhielt er bereits zahlreiche Auszeichnungen internationaler Filmfestivals, unter anderem den Großen Preis von Locarno für Illumination, den Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes für „Ein Mann bleibt sich treu“ und den Großen Preis von Venedig für „Das Jahr der ruhigen Sonne“. Seine beeindruckende Inszenierung von „Die entfernte Stimme“ fängt die Hilflosigkeit ein, die denkende Menschen erfahren, wenn sie mit einer undenkbaren Situation konfrontiert werden. Das zutiefst ergreifende Stück pendelt meisterhaft zwischen Lachen und Weinen und bricht den Zuschauern das Herz. Von den Kritikern wird es als bestes Stück des Jahres gefeiert: Eindrucksvoll, dramaturgisch einfallsreich, emotional überwältigend.
Um 19.30 Uhr findet im Löbbecke-Saal eine kostenlose Einführung mit Gunther Kingreen statt.







