Auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept: Energie- und CO2-Bilanz
Die Stadt Iserlohn erstellt derzeit ein integriertes kommunales Klimaschutzkonzept, das im Rahmen der Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird. Das Konzept soll bis etwa Mitte des Jahres 2012 fertig gestellt sein. Erarbeitet wird es von der B.S.U. Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH (B.&S.U.) unter Einbeziehung verschiedener lokaler Akteure.
Als ersten Schritt und wichtiges, grundlegendes Element des künftigen Klimaschutzkonzeptes hat die Stadt Iserlohn mit Unterstützung der Stadtwerke Iserlohn eine Energie- und CO2-Bilanz für das Stadtgebiet erstellt. In Zusammenarbeit mit der B.&S.U. erfolgte eine umfassende Datenerhebung zu den lokalen Energieverbräuchen. Berücksichtigt wurden verschiedene Energieträger über einen Zeitraum von 1990 bis 2010. Auf dieser Basis erfolgte eine differenzierte Untersuchung des Endenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen für die Sektoren private Haushalte, kommunale Gebäude und Anlagen, Industrie und Gewerbe sowie Verkehr.
Gesamtstädtische Energie- und CO2-Bilanz
Der Endenergieverbrauch in Iserlohn lag im Jahr 2010 bei rund 2.600 GWh und war im Betrachtungszeitraum von 1990 bis 2010 rückläufig. Der Maximalverbrauch lag im Jahr 1990 bei knapp 3.200 GWh. Der Minimalverbrauch lag im Jahr 2010. Insgesamt verringerte sich der Endenergieverbrauch im Betrachtungszeitraum um knapp 19 %. Der Endenergieverbrauch nahm in den 1990er Jahren trotz steigender Einwohnerzahlen ab. Die Verschiebung von den energieintensiven Industrien, wie dem Bergbau oder dem verarbeitenden Gewerbe, hin zum Dienstleistungssektor, technischer Fortschritt, erhöhter Einsatz erneuerbarer Energien und Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebereich bedingten diese Entwicklung. Seit dem Jahr 2004 ist der Endenergieverbrauch stark rückläufig, was neben weiterem technischen Fortschritt durch stark sinkende Einwohnerzahlen begründet ist.
Die CO2-Emissionen gingen von rund 1.100.000 Tonnen im Jahr 1990 um 31 % auf etwa 764.000 Tonnen im Jahr 2010 zurück. Der Maximalwert lag im Startjahr 1990, der Minimalwert im Jahr 2010. In der CO2-Bilanz lässt sich der Wechsel von energieintensiven Industrien hin zu dienstleistungsorientierten Wirtschaftszweigen deutlicher erkennen, als bei Betrachtung der Endenergiebilanz. Charakteristisch sind für Iserlohn der Wegfall des Bergbaus und der starke Rückgang des verarbeitenden Gewerbes, insbesondere metallverarbeitender Betriebe. In diesem Zusammenhang ist außerdem das seit 2004 relativ hohe negative Pendlersaldo zu berücksichtigen.
Stellten in einem Pressegespräch die CO2-Bilanz für die Stadt Iserlohn vor (v.r.n.l.): Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn, die umfassendes Datenmateriel zur Verfügung gestellt hat, Olaf Pestl, Leiter des städtischen Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz, Klimaschutzbeauftragte Ulrike Jostmann und Alexander Kempny vom Institut für Umweltmanagement der Business and Information Technology School - BiTS, das an der Aufbereitung der Stadtwerke-Daten beteiligt war.








