Auf den Anfang kommt es an - der Familienbesuchsdienst als frühe Beratung und Information für Eltern
Ein Kind verändert die Welt - insbesondere die seiner Eltern. In dieser Lebenssituation möchte das Iserlohner Jugendamt junge Eltern nicht allein lassen. Seit Februar 2009 bietet es daher als besonderen Service einen Familienbesuch an.
Der Besuch setzt natürlich die Einwilligung der Betroffenen voraus. Eltern Neugeborener erhalten daher zunächst einen Brief des Bürgermeisters, der über das Angebot des Jugendamtes informiert. Fast alle Elternpaare wünschen daraufhin den Besuch des Dienstes, der dann unangemeldet erfolgt. Bei ihrem Besuch im Haushalt der jungen Familien überbringen die Jugendamtsmitarbeiterinnen Sabine Menzel und Roswitha Heilmann-Stärke einen Willkommensgruß der Stadt und informieren über verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote. Dabei geht es nicht darum, zu kontrollieren, sondern einen Kontakt herzustellen, eine Vertrauensbasis zu schaffen und die Eltern zu ermutigen, sich im Bedarfsfall Hilfe zu holen.
Im Mittelpunkt des Besuches steht das Neugeborene. Das mitgebrachte Präsent in Form einer "Willkommen-Baby-Tasche" mit Informationen und kleinen Geschenken soll Symbol einer positiven Würdigung und Kontaktaufnahme sein. Ein Elternbegleitbuch enthält zudem Kontaktadressen, wichtige Rufnummern sowie Infomaterial zu den verschiedensten Familien- oder auch Bildungsangeboten.
Die Mitarbeiterinnen bieten sich als persönliche Ansprechpartnerinnen an und informieren über die verschiedensten Unterstützungsmöglichkeiten, die es in Iserlohn gibt. Denn neben der Freude über das neue Familienmitglied geht es auch um die Situation in der Familie.
Der Familienbesuchsdienst bedeutet in der Praxis:
- ein zeitlich frühes, niederschwelliges Angebot, um junge Eltern und Familien mit neugeborenem Kind zu erreichen
- erste Kontaktaufnahme von Seiten des Jugendamtes
- bei Fragen Unterstützung anbieten
- mehr präventive statt reaktionäre Zuwendung für Familien in Notsituationen und bei offensichtlichem Hilfebedarf
- niederschwelliges Schutzangebot für Säuglinge durch Aufklärung und Hilfestellung oder Weitervermittlung an Helferstellen
- Informationen zur gesunden Entwicklung von Kindern, zum Beispiel über Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit, körperliche Entwicklung u.a.
- Informationen über Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit für Eltern mit Migrationshintergrund
Was bedeuten erfolgreiche Familienbesuche - Was sind die Ziele?
- Offenheit und positiver Zuspruch der kontaktierten Familien
- Aufbau einer Vertrauensbasis zwischen Eltern, Jugendamt und anderen Beratungsstellen
- Würdigung und Freude zeigen über ein Kind, Elternschaft wertschätzen, ihnen offen begegnen
- Informationen über Bedürfnisse und Wünsche der Eltern weitertragen - Aufbau eines elterngetragenen Netzwerkes
- erkennen und benennen der Bedürfnisse junger Eltern und Neugeborener - frühzeitig Familienkompetenz stärken
- Entwicklungs- und Bildungschancen Neugeborener von Anfang an stärken
Ein besonderes Anliegen des Familienbesuchsdienstes ist der Aufbau eines institutionellen Netzwerkes, in dem neben der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit verschiedener Stellen der Stadt noch eine ganze Reihe externer Dienste und Träger mitarbeiten, unter anderem Hebammen, Beratungsstellen, Gesundheitsamt, Krankenhäuser, Kinderärzte, Krankenkassen, Familienzentren, Selbsthilfegruppen, Integrationsbegleiter, das Projekt "Iserlohner Paten", aber auch Wohnungsgesellschaften.
Bei einem Pressegespräch am 31. Mai 2011 im Hause der Familie Jehring gaben die Mitarbeiterinnen des Familienbesuchsdienstes Sabine Menzel und Roswitha Heilmann-Stärke (v.r.) gemeinsam mit Jugendamtsleiter Kai Maibaum einen Einblick in die Arbeit des Bereiches Familienpflege des Iserlohner Jugendamtes.







