Kommunales Immobilien Management geht neue Wege: Künstlerische Graffitis statt Schmierereien
Pilotprojekt: Gestaltung der Eissporthalle durch die Graffiti-Galerie
Seit August 2003 präsentiert sich die Eissporthalle zur Seepromenade hin künstlerisch gestaltet und somit mit einer echten "Schokoladenseite". Die Iserlohner Graffiti-Galerie mit Betreiber Dirk Kreckel und Graffiti-Künstler Stefan Dressler hat über 300 Quadratmeter Fassadenflächen mit Eissportmotiven verschönert. Neben den Roosters sind auch die Amateurvereine, die Eiskunstläufer und das Geschehen während der öffentlichen Eiszeiten weithin zu sehen.

Fotos: Klaus Schlünder
Die alte Fassade bot in der Vergangenheit insbesondere durch großflächige Schmierereien immer wieder einen sehr unschönen Anblick. Die finanzielle Belastung für die Stadt Iserlohn als Eigentümerin der Eissporthalle und vieler anderer Objekte durch illegale Schmierereien ist enorm. So hätte es bei der Eissporthalle bis zu 28 Euro pro Quadratmeter gekostet, nur um die Schäden zu beseitigen und den Ursprungszustand wiederherzustellen. Und dann bliebe immer wieder die Frage: Wie lange dauert es, bis eine neue Schmiererei da ist?
Um diese Kosten einzudämmen und gleichzeitig die Fassade optisch aufzuwerten, geht das KIM neue Wege: Die künstlerische Gestaltung der Flächen an der Eissporthalle mit Graffiti ist das Pilotprojekt. Katrin Brenner, Leiterin von KIM: "Die erste Resonanz ist sehr positiv und wir schlagen sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir haben eine pfiffig gestaltete Fassade und müssen nicht ständig Geld ausgeben, um Schmierereien zu entfernen." Immerhin gewährleistet Galerie-Leiter Kreckel die Instandhaltung des Graffiti-Werkes für zwei Jahre.

Fotos: Klaus Schlünder
Das erste Folgeprojekt steht bereits: Die Fassaden der Umkleide-Gebäude am Seilersee-Sportplatz
Mitte November 2003 sind auch die Umkleide-Gebäude am Seilersee-Sportplatz zu einem echten Blickfang geworden. Der Graffiti-Künstler Stefan Dressler hat wieder seine Visitenkarte hinterlassen. Die Fassaden der Gebäude schmücken jetzt Fußball-Motive und auf den Seitenwänden prangt unter anderem das Logo des VFK Iserlohn. Beauftragt haben ihn das Kommunale Immobilien Management der Stadt Iserlohn (KIM) und der VFK Iserlohn gemeinsam. Denn auch die Fassaden der Umkleide-Gebäude am Seilersee-Sportplatz blieben in der Vergangenheit nicht von Schmierereien verschont. Dabei ist es umso erfreulicher, wenn sich die Nutzer der städtischen Gebäude, wie in diesem Fall der VFK, an den Kosten beteiligen. Nach der künstlerischen Gestaltung der Flächen an der Eissporthalle mit Graffiti sind die Umkleide-Gebäude das erste Folgeprojekt, weitere sind bereits in der Planung.

Fotos: Klaus Schlünder
Arbeitsgemeinschaft vermittelt Jugendlichen Theorie und Praxis des Graffiti als Kunstform
Am 24. März 2004 startete an der Gesamtschule Nußberg eine Graffiti-Arbeitsgemeinschaft für Schüler und Schülerinnen von zwölf bis sechzehn Jahren.
Initiator dieser neuen Arbeitsgemeinschaft ist das Kommunale Immobilien Management der Stadt (KIM). Anlass waren unter anderem die illegalen Sprayaktionen im letzten Jahr an verschiedenen Iserlohner Schulen und anderen Gebäuden. Ziel dieser AG ist es, Jugendliche einerseits über die Folgen illegaler Schmierereien und die negativen Seiten wie Gesundheitsschäden durch Sprayen aufzuklären. Andererseits sollen sie Anregungen bekommen, wie sie statt dessen kreativ und verantwortungsbewusst mit Graffitis umgehen können, indem sie diese "Kunstwerke" sinnvoll einsetzen. Mit der Leitung dieser AG hat KIM den Iserlohner Graffiti-Künstler Stefan Dressler beauftragt, der unter anderem bereits die Fassade der Iserlohner Eissporthalle gestaltet hat.
Im theoretischen Teil der AG erfahren die Schüler zunächst etwas über die Graffiti-Historie und das Graffiti-Lexikon. Ein weiterer Schwerpunkt sind die strafrechtlichen Konsequenzen illegaler Graffitis. Denn eines steht fest: Wer beim Sprühen erwischt wird, muss mit Strafverfolgung rechnen. Die Stadt Iserlohn erstattet in jedem Fall Strafanzeige.
Im praktischen Teil der AG fertigen die Teilnehmer einzelne Skizzen an, die sie dann zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Das Gesamtkunstwerk wird auf eine Wand übertragen und mit Sprühfarbe ausgemalt. Die AG dauert insgesamt 21 Stunden, die sich auf fünf bis sieben Tage verteilen werden.

Foto: Klaus Schlünder









