Großbrand in Iserlohn-Sümmern am 22. Juli 2009

Köbbingser Mühle 13 - Sachstand am 20.02.2010

Die Zuständigkeit für das illegale Lager an der Köbbingser Mühle 13 obliegt dem Märkischen Kreis. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat im Rahmen eines Eilantrages den Beschluss gefasst, dass der Märkische Kreis bis zum Ablauf der Frist am 31. Januar 2010 den Vollzug der Ersatzvornahme zur Räumung des illegalen Lagers aussetzten muss (s. Pressemitteilung des Märkischen Kreises vom 4.12.2009). Am 21. Januar 2010 wurde dem Märkischen Kreis ein unterschiebener Vertrag zwischen der Fa. WEKA Solvent und einer Entsorgungsfirma aus Süddeutschland vorgelegt.

Zwischenzeitlich fand ein Gespräch mit der Grundstückseigentümerin, der Entsorgungsfirma und Vertretern von LANUV, Bezirksregierung und Märkischem Kreis über das Feinkonzept zur Räumung des Lagers statt. Erst nach Klärung ausstehender Detailfragen kann unter strengen Auflagen und Kontrollen der Behörden mit der Räumung des illegalen Lagers begonnen werden.

 

Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens


Brief des Bürgermeisters Dr. Peter Paul Ahrens vom 9. Dezember 2009
zum aktuellen Sachstand (PDF-Dokument).

Zum Lesen klicken Sie bitte hier....

Untersuchungsergebnisse, Handlungsempfehlungen und weitere Informationen:

Tanks auf Brandgelände der Firma WEKA sind geleert

Sämtliche Tanks, die sich auf dem Brandgelände der Firma WEKA in den so genannten Keller-, Erd- und Hochtanklagern befinden, sind seit Mittwoch, 9. September, leer gepumpt und in Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg auch gesichert.

Bodenuntersuchungen in Sümmern: Keine kritischen Werte!

Karte Übersicht Messpunkte

Übersicht Messpunkte; zum Vergrößern der Karte klicken Sie bitte auf das Bild.

“Bei den durchgeführten Bodenuntersuchungen wurde bei keiner der Proben eine Überschreitung der Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung festgestellt. Die ermittelten Gehalte liegen alle im Bereich der normalen Hintergrundbelastung.” Dieses beruhigende Ergebnis teilte Diplom-Ingenieur Jürgen Spengler vom Mendener Büro IGS als beauftragter Gutachter der Stadt Iserlohn mit.

Die aufgrund des Beschlusses des Feuerwehr- und Umweltausschusses im Stadtteil Sümmern entnommenen Bodenproben waren sowohl auf landwirtschaftlichen als auch auf privaten Flächen, vorrangig dort, wo Brandrückstände aufgefunden wurden, aufgenommen worden.

Über 20 Messpunkte hatten die Mitarbeiter des technischen Umweltschutzes der Stadt Iserlohn festgelegt. Maßgebend dabei waren die Anrufe von Sümmeraner Bürgern, die über das städtische Bürgertelefon die auf ihren Grundstücken aufgefundenen Brandrückstände gemeldet haben. Die Fundstellen waren kartiert und die Messpunkte dementsprechend so festgelegt worden, dass der gesamte Bereich Sümmern großflächig abgedeckt wurde.

Eine Karte mit den Messpunkten finden Sie hier.... (PDF-Dokument).

Bei der Untersuchung der Bodenproben auf Dioxine, Furane, Schwermetalle, PCB (Polychlorierte Biphenyle) und PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) wurden keine kritischen Werte festgestellt.

Die Anwohner, von deren Grundstücken die Bodenproben stammen, wurden schriftlich informiert.

Untersuchungsbericht des Gutachters: Bitte klicken Sie hier.... (PDF-Dokument).

Hinweise aus der Bevölkerung:
Die Stadt Iserlohn hat verschiedene Hinweise aus der Bevölkerung auf mögliche weitere Lagerorte von Behältern der Firma WEKA bekommen.
Das Bauordnungsamt der Stadt ist allen Hinweisen nachgegangen und hat die Standorte untersucht. Es wurden jedoch keine weiteren illegalen Lagerungen gefunden. 

Gemüse
Am Samstag, 1. August, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Ergebnisse der Gemüseproben (Petersilie, Brokkoli, Mangold und Wirsing) mitgeteilt. Danach liegen alle Proben deutlich unter dem Grenzwert. Aufgrund dieser Ergebnisse hat der Kreisveterinär alle Lebensmittel zum Verzehr und für den Verkauf freigegeben.

Gras (Futtermittel) und Getreide
Am Montag, 24. August 2009, hat der Kreisveterinär das Ergebnis der Nachuntersuchung mitgeteilt. Alle Proben liegen deutlich unter dem Grenzwert der Futtermittelverordnung. Somit sind jetzt alle Flächen in der landwirtschaftlichen Nutzung nicht mehr beeinträchtigt und können ohne Einschränkung genutzt werden.

Luft
Eine Luftbelastung durch Schadstoffe liegt nicht vor. Messungen wurden durchgeführt durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), den Märkischen Kreis und die Feuerwehr. 

Brandrückstände, die in der Umgebung des Brandes aufgesammelt wurden
Nach den Untersuchungsergebnissen des LANUV hatte es bei den Brandrückständen bereits am Freitag, 24. Juli, eine Entwarnung für Dioxine gegeben. Eine Probe, die von einem Feld in einem Kilometer Entfernung von der Brandstelle entnommen wurde, wies ein Ergebnis von 28 ng/kg I-TE* auf. Bei einer weiteren Probe wurde ein Gehalt von von 2,5 ng/kg I -TE* festgestellt.
Das LANUV erläutert dazu:
Die Dioxinwerte beider Proben liegen deutlich unter dem Beurteilungswert von 100 ng//KG I-TE*, bis zu dem die Aufbringung von Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen zulässig ist. Die Werte in den Brandrückständen liegen auch unter dem Beurteilungswert von 100 ng/kg Boden, der für den Austausch von Spielplatzsand gilt.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass in den zwei Proben von Brandrückständen zwar polychlorierte Dioxine und Furane nachgewiesen worden sind, die Gehalte aber so niedrig sind, dass kein Handlungsbedarf besteht.

Das LANUV veröffentlicht die kompletten Analyseergebnisse auf seiner Internet-Seite  unter www.lanuv.nrw.de

Wasser
Das Trinkwasser ist unbelastet. Das Niederschlagswasser, das zum Beispiel in Regentonnen gesammelt wird, kann ebenfalls unbedenklich verwendet werden.

Bürgertelefon
Da mittlerweile nur noch ganz vereinzelt Anrufe eingehen, ist das von der Stadt Iserlohn unter der Rufnummer 02371 / 217-3713 eingerichtete Bürgertelefon nun nicht mehr besetzt. Für alle Fragen zum Brand bei der Fa. Weka steht ab sofort das Umwelttelefon unter der Rufnummer 02371 / 217-2941 zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zur Verfügung. Außerhalb dieser Zeiten besteht die Möglichkeit, eine Nachricht zu hinterlassen. In Notfällen sind Feuerwehr und Polizei unter den bekannten Rufnummern selbstverständlich rund um die Uhr erreichbar.