Lernen, mit Kindern und Jugendlichen umzugehen - Gruppenleiterausbildung am 29. Oktober 2010

Über die Gruppenleiterausbildung schreibt Patrik:

"Für das Leiten einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, ob vor Ort oder unterwegs, sind umfangreiche Kenntnisse nötig. Damit ich in Zukunft mit Kindern und Jugendlichen Ausflüge machen kann oder die Verantwortung für Aktionstage oder Events übertragen bekomme, habe ich mich entschlossen, die Gruppenleiterausbildung der Jugendbildungsstätte des Märkischen Kreises zu besuchen. Damit verbunden erhielt ich im Anschluss zur Teilnahme die Jugendgruppenleitercard ausgestellt, kurz JuLeiCa.

Erste Momente
Gleich zur Ankunft in Lüdenscheid am 29. Oktober war ich erstmals glücklich, die Jugendbildungsstätte gefunden zu haben. Sie liegt nahe am SternCenter und ist für die, die sich die Adresse aufschreiben auch gut auffindbar. Deshalb mein Tipp, schreibt Euch die Adresse zuvor auf und druckt eine Route aus wenn ihr kein Navigationssystem habt. Es lohnt sich! Ich wurde herzlich begrüßt von der Leiterin des Kurses, Birgit Schroeder, der Diplom-Sozialarbeiterin, die sich seit Jahren im Jugendamt von Lüdenscheid um diese Ausbildung kümmert.
Das Gebäude ist groß und ähnelt einer Jugendherberge, ist aber im Unterschied zu einer Jugendherberge besser ausgestattet (wenn ich das sagen darf) und bietet viele Lernprogramme im Verlauf eines Jahres an. Als ich im Seminarraum ankam war ich erst etwas eingeschüchtert. Die Teilnehmer, die bis dahin schon anwesend waren, waren Erwachsene, die 23 Jahre alt oder älter waren. Fast 80 Prozent davon waren zudem Feuerwehrmänner. Ich hatte gedacht, mehr Jugendliche vorzufinden, die ebenfalls so jung sind wie ich. Dies blieb jedoch auch im Weiteren aus. Der Jüngste nach mir war 19.
Dass man sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen sollte, zeigte der weitere Verlauf des Abends. Es war ein gemütliches Miteinander mit einer Vorstellungsrunde und einem Einblick in die Persönlichkeit jedes Teilnehmers – alles nette Menschen, die aus den gleichen Beweggründen wie ich hier waren: Die Arbeit mit Kindern.
Nachdem wir uns vorgestellt hatten ging es an die Verteilung der Zimmer, denn jeder hat die Möglichkeit, auch in Lüdenscheid zu übernachten. Das ist sehr praktisch wenn man nicht in Lüdenscheid oder der Region wohnt. Damit beschränken sich die Fahrten an einem Wochenende auf An- und Abfahrt.

Aufgaben eines Jugendgruppenleiters
Ich dachte, mit meiner Erfahrung als Mitglied des Kinder- und Jugendrates wäre ich schon auf der sicheren Seite, was das Wissen von Aufgaben eines Jugendgruppenleiters angeht. Ich habe mich leider geirrt – man lernt anscheinend nie aus. Es kamen auch viele Themen auf, die man intuitiv einfach schon immer richtig gemacht, aber nie realisiert hatte und somit auch nicht beschreiben konnte. Dazu gehörten folgende wichtige Punkte:

Faktoren für eine gute Teamarbeit:
- Arbeiten mit Gruppen (Gruppenphasen)
- Reflexion einzelner Leitungsstile zur Gewährleistung der Vielfalt
- Auswirkungen der Kinder- und Jugendarbeit bei verschiedenen Altersstufen
- Pädagogische Aktivitäten
- Spielpädagogik
- Aufsichtspflicht und Verantwortung
- Rechtliche Grundlagen und versicherungsrechtliche Fragen
- Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
- Einführung in die Entspannungspädagogik

Ziemlich viel oder? Das wusste man zu Beginn der Veranstaltung aber nicht und es wurde so rübergebracht, dass man gar nicht realisierte wie viel man lernte. Natürlich wäre das Abarbeiten dieser Themenpunkte in einem Wochenende nicht möglich, weshalb sich die Grundausbildung des Jugendgruppenleiters auf zwei Wochenenden verteilt.

Atmosphäre in der Gruppe

Auch wenn in der Gruppe große Altersdifferenzen herrschten, fühlte ich mich nach einiger Zeit sehr wohl. Trotzdem würde ich Euch immer empfehlen, fragt jemanden ob ihr nicht beide oder in einer größeren Gruppe an dem Lehrgang teilnehmen wollt. Es lohnt sich, ist eine tolle Lebenserfahrung und je nachdem, welchen Beruf man später wählt, hat man auch eine sozialpädagogische Referenz gleich im Gepäck.

Die Seminarleiter verstanden die einzelnen individuellen Persönlichkeiten zu einer Gruppe zusammenzuschweißen, die nicht nur zusammen arbeitete, sondern auch die Freizeit zusammen genoss. Dafür ein großes Lob an Birgit Schroeder, Ulrich Sprenger und Friedrich-Wilhelm Teutenberg.

Der Lehrgang vermittelte Informationen und Wissen nicht nur über direkte Textarbeiten oder Präsentationen, sondern auch über Spiele und Methodiklernverfahren, die äußerst effektiv sind. Wenn mich heute jemand fragt woran ich mich am besten erinnern kann, dann sind es wirklich die Themen, die mit Spaß und Gruppenarbeit entstanden sind.
Trotzdem gab es eine gesunde Basis, es herrschte eine Balance zwischen Ernst und Spaß. Das ist meiner Meinung sehr wichtig, da wir verschiedene Themen haben, wie zum Beispiel die Spielpädagogik, die man eben am besten mit Spielen näherbringen kann, aber auch der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, ein eingetragenes Gesetz, das seriös und mit voller Aufmerksamkeit vermittelt werden muss. Denn wir wollen alle eines: Dass die Kinder und Jugendlichen sich wohl fühlen, geschützt sind und nie in Gefahr kommen.

Freizeit nach den Programmen

Wenn man ein ganzes Wochenende in Lüdenscheid verbringt, bieten sich verschiedenste Möglichkeiten an, was man machen kann. Nach dem Programm kann man abends etwas in der Gruppe starten. Ich hatte das Glück, dass wir einen gemütlichen Abend im warmen Oktober zusammen verbringen konnten, mit Sonne, die lange schien und einem schönen Besuch in einem Eiscafé, und am zweiten Wochenende die Vorweihnachtszeit, die mit Besuchen von Restaurants und dem Weihnachtsmarkt, der in Lüdenscheid wirklich gemütlich ist, genutzt wurde. Aber auch in den anderen Jahreszeiten glaube ich, dass man immer etwas findet. Manchmal schließen sich auch die Seminarleiter an und man kommt zu interessanten Gesprächen.

Schlusswort
Alles in Allem muss ich sagen, habe ich zwei Wochenenden erlebt, die mir wahnsinnig geholfen haben, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu optimieren. Auch wenn zu Beginn der eigentliche Hauptaspekt die Teilnahmebescheinigung und die gesicherte Aushändigung der JuLeiCa war, habe ich so viel dazu gelernt, was ich in meine Kinder- und Jugendarbeit einfließen lassen will, und auch so vieles was ich in mein Privatleben einfließen lassen kann. Es lohnt sich, diese Erfahrung zu machen und auch unabhängig von einem bekannten Freundeskreis neue Menschen kennenzulernen. Es fördert vor allem in unseren jungen Jahren die Selbstständigkeit und die Organisation."