"Historische Erkundung" in Iserlohn
"Mathias und der Mensch aus Bronze"
Kinder und Jugendliche auf Spurensuche zum Nationalsozialismus in ihrer Stadt
Wer die Auswüchse der NS-Zeit verstehen will, muss sich mit der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 beschäftigen. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern besonders für Kinder und Jugendliche, die ein Recht auf Beantwortung zu Fragen der deutschen Geschichte haben.
Der Jugendschutz der Stadt Iserlohn bietet eine "Historische Erkundung" in Form eines Stadtrundganges an, bei dem sich Schüler und Schülerinnen ab der fünften Jahrgangstufe auf die Spuren des Nationalsozialismus in Iserlohn begeben.
Vor dem Rundgang lesen sie die Geschichte "Mathias und der Mensch aus Bronze", welche die konzeptionelle und pädagogische Grundlage für die Historische Erkundung bildet. Die Geschichte wurde 1999 von Sabine Hinterberger geschrieben, von Petra Rotthaus illustriert und wird seitdem als Broschüre den Kindern kostenlos zur Verfügung gestellt.
"Mathias und der Mensch aus Bronze" ist eine Mäusegeschichte. Entsprechend erfahren die Kinder aus der Sicht von Mäusen, was den Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus passierte.
Bei der vom Jugendschutz und dem Iserlohner Zeitzeugen Carl Heinz Kipper begleiteten "Historischen Erkundung" "erforschen" die Kinder anschließend mit einem kindgerechten Stadtplan an Orten wie dem Mahnmal am Poth, der ehemaligen Synagoge an der Mendener Straße und dem ehemaligen jüdischen Friedhof am Dördel die markanten historischen jüdischen Stätten Iserlohns. Sie erfahren so, wie die Stadt heute mit ihrer Geschichte umgeht.
Zum Abschluss findet ein Gespräch mit dem Iserlohner Zeitzeugen Carl Heinz Kipper im Jugendzentrum Karnacksweg statt. Dabei erfahren die Kinder, wie er als Kind die Zeit des Nationalsozialismus in Iserlohn erlebt hat. Sie können Fragen stellen und mit ihm diskutieren.
Die "Historische Erkundung" wird seit November 2000 angeboten. 140 Schulklassen haben bislang daran teilgenommen.
Sie führt Schulkinder behutsam und kindgerecht an das Thema Nationalsozialismus heran und ist zu einem wichtigen Mosaikstein der Arbeit des Jugendschutzes geworden.









