Jugendliche engagieren sich für den Bau von Skaterplätzen
"Wir brauchen einen Skaterplatz in Iserlohn. Die vorhandenen Plätze sind für uns nicht geeignet..."
Mit diesem Wunsch kamen im Oktober 2001 drei Jugendliche in das Büro der städtischen Kinder- und Jugendbeauftragten. Stellvertretend für eine große Gruppe von jugendlichen Skatern in der Innenstadt trugen sie vor, dass die vorhandenen Skaterplätze vorwiegend für jüngere Kinder gebaut, die Möblierungen für ihre Zwecke ungeeignet und die Geräte ungünstig aufgestellt seien. Die vorhandene Halfpipe am Seilersee sei zudem eine ganz andere Disziplin. Sie wünschten sich die Möglichkeit zu grinden. Da fertige Geräte sehr teuer seien, regten sie an, ihnen einen geeigneten Platz zur Verfügung zu stellen. Die Skater-Rampen wollten sie sich selbst bauen.
Im Gespräch mit dem Grünflächenplaner der Stadt wurde schnell deutlich: Es gab kaum Freiflächen, Sicherheitsabstände mussten eingehalten werden und vor allem - die in Eigenbau erstellten Geräte durften nicht ohne Beaufsichtigung frei aufgestellt werden.
Da im Sommer 2002 der Spielplatz "Am Steinhügel" ohnehin neu gestaltet werden sollte, schien die Möglichkeit, auf der dort schon vorhandenen asphaltierten Fläche des Spielplatz-Jugendbereiches einen Skaterplatz zu bauen, eine einfache und außerdem kurzfristig umsetzbare Lösung zu sein. Der Unterausschuss Jugendhilfeplanung stimmte im März 2002 dem Vorhaben zu. Die Jugendlichen fertigten Zeichnungen an, besichtigten und fotografierten Plätze anderer Städte, informierten sich in Fachzeitungen und diskutierten ihre Pläne und Ideen mit dem zuständigen Grünflächenplaner.
Im August 2002 ergab jedoch ein auf Grund einer Anwohnerbeschwerde erstelltes Lärmschutzgutachten, dass die zulässigen Lärmschutzgrenzwerte für die Anwohner überschritten wurden. Somit war der Bau einer Skateranlage auf dem Spielplatz "Am Steinhügel" nicht möglich. Erneut musste ein geeigneter Platz gefunden werden. Schließlich erwies sich die Fläche unter der Autobahnbrücke am Seilersee als geeignet.
Außerdem empfahl der Unterausschuss Jugendhilfeplanung, den Inline-Hockey-Platz unter der Autobahnbrücke Letmathe an der Aucheler Straße überarbeiten zu lassen. Die vorhandene Asphaltdecke sollte überarbeitet und das Hockeyfeld durch eine Skateranlage ergänzt werden. Auch dort konnten sich die Jugendlichen aktiv in die Planungen "einmischen".
Nach intensiven Planungen, Besichtigungen
und Recherchen zeichneten die Jugendlichen die Entwürfe
"ihrer" neuen Skater-Anlagen.
Im Januar 2003 waren die Möblierungskonzepte für beide Skater-Plätze, am Seilersee und in Letmathe, fertiggestellt und wurden im Jugendzentrum Karnacksweg von den jugendlichen "Planern" vorgestellt.

Am 5. Juni 2003 weihten die Jugendlichen "ihre" Skateranlage am Seilersee mit einem Eröffnungsfest ein.
Der Bau der Anlage am Seilersee wurde im März 2003 vom Jugendhilfeausschuss beraten. Da Bedenken bestanden, dass Jugendliche und Spaziergänger miteinander in Konflikt geraten könnten, wurde sehr kontrovers diskutiert. Der Verein Kinderlobby e.V. und der Iserlohner Kinder- und Jugendrat nahmen in der Sitzung zur Notwendigkeit einer solchen Anlage Stellung und die fünfzehn im Ratsaal anwesenden Skater hatten ebenso die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden. Schließlich wurde der Beschluss gefasst, im Bereich Seilersee unter der Autobahnbrücke auf einer Fläche von 500 m² eine Skater-Anlage aus Betonteilen zu bauen.











