NeuLand - Städtepartnerschaftskonferenz in Hemer vom 20. bis 22. Mai 2010

Die Bilder zeigen Teilnehmer bei der Konferenz

Unter dem Titel “NeuLand” widmete sich die erste Konferenz in Hemer der Bedeutung der Landschaft als Ressource und Zukunftsbasis vor allem für eine nachhaltige Energieversorgung. “Umwelt und Klimaschutz und damit verbunden Energieeffizienz sind Themen, die europaweit ganz oben auf der Tagesordnung stehen”, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. ”Die Konferenz zeigte die Möglichkeiten und Chancen internationaler Zusammenarbeit zwischen Partnerregionen und Partnerkommunen”, ergänzt Hemers Bürgermeister Michael Esken.
Die Städtepartnerschaftskonferenz “NeuLand” auf dem Gelände der Landesgartenschau begann am Donnerstag, 20. Mai, und endete am Samstag, 22. Mai, gegen 13.00 Uhr.

"Diese Konferenz hat mir die Augen geöffnet. Wir können unsere Probleme nur gemeinsam lösen." Endre Felbermann aus Nyíregyháza (Ungarn), einer Partnerstadt von Iserlohn, ist einer von 117 Teilnehmern der 1. Europäischen Städtepartnerschafts-Konferenz, die am Wochenende in Hemer stattfand.
Seine Heimat ist mehr als 1.400 Kilometer entfernt. Dennoch fühlt sich Endre Felbermann beim Blick auf das Landesgartenschau-Gelände erinnert an seinen Heimatort. "Fantastisch, was hier aus einem alten Kasernengelände entstanden ist. In Ungarn haben wir viele leer stehende Kasernen, die brach liegen. Hemer ist in dieser Hinsicht ein Vorbild für uns." Felbermann ist einer von vier Besuchern aus Nyíregyháza. Dort war er viele Jahre Vize-Bürgermeister und arbeitet heute als Ratgeber für Umweltschutz und Energie. Zwei Themen, um die sich auch die Städtepartnerschaftskonferenz dreht. "Neuland" lautet der Titel – neue Wege der regenerativen Energienutzung.

Wie alle 59 Kommunen in Südwestfalen hat auch die Stadt Iserlohn ihre Partnerstädte zu dieser Konferenz eingeladen. Es ist ein europäisches Treffen geworden. Polen, Niederlande, Großbritannien, Schweiz, Frankreich, Ungarn, Russland: Experten aus den unterschiedlichsten Nationen diskutieren miteinander. Konzepte gegen den Klimawandel auf kommunaler Ebene, effiziente Energienutzung, innovative Ideen für Transport und Verkehr – beraten wird über viele Themen. „Wir hinken in Ungarn mit dem Klimaschutz noch etwas hinterher, auch aufgrund unserer sozialistischen Vergangenheit. Aber der Austausch mit unseren europäischen Freunden bestärkt mich, dass wir diese Herausforderungen angehen müssen“, sagt Felbermann. Das Thema Energie steht im Vordergrund, es ist jedoch nicht der einzige Grund für eine Städtepartnerschaftskonferenz. Alte Freundschaften werden aufgefrischt und neu belebt. Das bestätigt auch Gruff Morris. Er ist extra für die Konferenz aus Bangor in Wales, einer Partnerstadt von Soest, angereist. „Es herrscht eine außerordentliche, eine familiäre Atmosphäre. Dieser gemeinsame Austausch bringt uns wirklich weiter“, sagt der 60-Jährige. Soest hat besonders viele Partnerstädte für die Konferenz mobilisieren können: Delegationen aus Ungarn, Großbritannien und Polen haben sich auf den Weg nach Hemer gemacht.
Eröffnet wurde die Konferenz von Eckhard Uhlenberg. Der NRW-Umweltminister verwies in seiner Eröffnungsrede auf die große Bedeutung des gemeinsamen Handelns. „Zukunftsherausforderungen, wie zum Beispiel das Energiethema, verbinden uns in Europa. Es sind Aufgaben, die wir nur gemeinsam bewältigen können“, sagte Uhlenberg. Während seiner Rede saßen Gruff Morris und Endre Felbermann im Publikum, lauschten den Übersetzungen der Dolmetscher. Nun sind sie diejenigen, die diskutieren, erklären und kritisieren – in den zahlreichen Workshops und Diskussionsrunden der Konferenz. Die Veranstaltung ist von der Südwestfalen Agentur zusammen mit den Städten Hemer und Iserlohn sowie der Landesgartenschau organisiert worden.
Nicht nur mit ihren Partnerstädten konnten Kommunen wie Soest oder Iserlohn neue Kontakte knüpfen. Auch zwischen Städten, die sich bisher nicht kannten, sind neue Verbindungen, ein Netzwerk, entstanden. Während Endre Felbermann und Gruff Morris ihre Kontaktdaten austauschen, erklärt Agi Aniko aus Ungarn, warum sie die Konferenz als Erfolg wertet: „Ich bin Hochschullehrerin in Ungarn. Es ist ganz wichtig bei Zukunftsthemen die Jugend, zum Beispiel meine Studenten, einzubeziehen. Die Tage in Hemer haben mich darin bestärkt.“
Begleitet wurde die Städtepartnerschaftskonferenz durch eine umfangreiche Ausstellung rund um das Thema Energie. Ob neue Techniken in der Automobilindustrie, energieeffiziente Gebäudesanierungen, Wärmepumpen, “Öko-Strom” oder Bürgersolaranlagen. Die Teilnehmer der Konferenz konnten sich umfangreich bei 14 Ausstellern aus unterschiedlichen Bereichen mit einem breit gefächerten Angebot informieren.