"Mut tut gut I - IV"

Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule zum Thema "Gewaltprävention in der Primarstufe"

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Der Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule kommt zukünftig eine immer stärker werdende Bedeutung zu, da nur durch eine intensive Zusammenarbeit Veränderungen innerhalb der Klassengemeinschaft zu erreichen sind. Insbesondere Probleme in Schulklassen zu den Themenbereichen Mobbing und Gewalt sind oftmals nur durch eine Kooperation beider Institutionen zu lösen. Eine intensive Zusammenarbeit bedeutet, dass Vertreter der Jugendhilfe mit dem Klassenlehrer gemeinsam Projektreihen planen und durchführen. In Iserlohn sind das die aufeinander aufbauenden Projekte "Mut tut gut" für die Jahrgangsstufen I bis IV. Zielsetzung ist dabei, dass durch die Zusammenarbeit zwischen einem Vertreter der Jugendhilfe und den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern über einen Zeitraum von vier Jahren durch soziales Lernen, Stärkung des Selbstbewusstseins und dem Aufzeigen von Handlungsalternativen in Gewaltsituationen insgesamt eine Verbesserung des Klassenklimas erreicht wird.

"Mut tut gut I und II" für die erste und zweite Jahrgangsstufe wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Jugendschutz der Stadt Iserlohn und der Gevelsberger Schulsozialarbeiterin Anke Taler konzipiert und von der Sozialpädagogin Petra Müller-Kramer modifiziert.
"Mut tut gut III" wurde mit dem Jugendschutz der Stadt Iserlohn, dem Kreissportbund Steinfurt und der Konfliktmanagerin Kathrin Heitbreder entwickelt. Zielgruppe sind Schüler der Jahrgangstufen drei.
"Mut tut gut IV" basiert auf dem Präventionskonzept des Jugendamtes Märkischer Kreis und wird mit geringfügigen Veränderungen durchgeführt.
"Mut tut gut I-IV" wird in Zusammenarbeit mit freien MitarbeiterInnen des Jugendschutzes und den beteiligten KlassenlehrInnen umgesetzt und durch Praxiserfahrungen ständig weiterentwickelt. 

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"Mut tut gut I" für das erste Schuljahr

Das Angebot richtet sich an Schulanfänger im zweiten Schulhalbjahr. In zwölf Doppelstunden, die wöchentlich angeboten werden, wird mit den Schülern in den Bereichen Körperwahrnehmung und Empathie gearbeitet. Ziele sind Stärkung der Persönlichkeit und Vermittlung von Sozialkompetenz.
Die ersten Einheiten zeigen auf, wie Streit entsteht und welche Strategien erforderlich sind, um Streit zu vermeiden. Des Weiteren werden Lösungsmöglichkeiten bei Konflikten erarbeitet und Streit- und Klassenregeln aufgestellt. Es wird ein Einstieg in das Thema Gefühle gefunden. Die Kinder lernen ihre eigenen Gefühle und die der anderen Kinder kennen und benennen diese.

"Mut tut gut II" für das zweite Schuljahr

Angesprochen werden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe zwei, die im ersten Schulhalbjahr einmal wöchentlich im Rahmen des Schulunterrichts aufbauende Einheiten und Übungen zu den Themen Selbst- und Fremdwahrnehmung und Erkennen von Gefühlen wahrnehmen. Über den Zeitraum von zwölf Wochen setzen sich die Kinder mit ihren eigenen Gefühlen auseinander und lernen dabei, durch Entspannungstechniken ein besseres Körperbewusstsein zu entwickeln. Mit der Förderung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen Kinder so stark gemacht werden, dass sie in Stresssituationen über Handlungsalternativen verfügen. Sie lernen mit Provokationen und drohenden Konflikten umzugehen, um Gewalt zu vermeiden. Des Weiteren erlernen Sie erste Kommunikationstechniken.
Schwerpunkthemen sind in den ersten Einheiten Körperwahrnehmung und Gefühle, im zweiten Teil Lösungsansätze bei individuellen Problemen und Schwierigkeiten im Klassenverband.

"Mut tut gut III" für das dritte Schuljahr

"Mut tut gut III" wird mit Schulklassen der dritten Jahrgangsstufe im zweiten Schulhalbjahr durchgeführt und umfasst einen Zeitrahmen von zehn Schulstunden.
Durch erlebnispädagogische Aktionen erproben Kinder die Möglichkeit, kalkulierte Risiken einzugehen und können eigene Grenzen spielerisch erfahren. Durch die Überwindung von Grenzen wird die Selbstsicherheit gefördert. Darauf baut "Mut tut gut III" auf.
In zwei aufeinander aufbauenden Doppelstunden werden Kinder im Unterricht an Einheiten herangeführt, die das Selbstvertrauen steigern. Als Höhepunkt des Projektes bewältigten die Schüler mit verbundenen Augen einen Abenteuerparcours in der Turnhalle. Danach folgt die Aufarbeitung der Empfindungen und Erfahrungen.
Die Einheiten werden durch die freie Mitarbeiterin des Jugendschutzes; Petra Müller-Kramer, zusammen mit den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern durchgeführt.

"Mut tut gut IV" für das vierte Schuljahr

Das Gewaltpräventionsangebot richtet sich an Grundschulkinder in der vierten Klasse im ersten Schulhalbjahr. "Mut tut gut IV" beinhaltet zwei Projekttage mit einem Zeitumfang von jeweils dreieinhalb Zeitstunden, die in städtischen Einrichtungen durchgeführt werden. Schulintern werden die Projekttage über jeweils vier Schulstunden vor- und nachbereitet.
Die Schwerpunkte liegen bei Übungen zur Entspannung und Selbst- und Fremdwahrnehmung. Kinder lernen durch Rollenspiele und angeleitete Gespräche, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Wenn Kinder Gefühle am eigenen Körper spüren, sind sie auch fähig, Gefühle anderer Kinder wahrzunehmen und zu achten.
Weitere Schwerpunkte liegen in der Erarbeitung eines Gewaltbegriffes und Möglichkeiten der Intervention und Deeskalation. In einer Diskussion werden zunächst alle Situationen, in denen Gewalt beobachtet wurde, gesammelt. Die Situationen werden von den Kindern nachgespielt. Dann wird eine gemeinsame Definition von Gewalt erarbeitet. Anschließend werden die Handlungsmöglichkeiten der Kinder untersucht und gewaltfreie Konfliktlösungen erarbeitet.

"Mut tut gut" wird seit dem Schuljahr 2008/2009 an der Grundschule Bömberg durchgeführt.

"Mut tut gut" wird durch die Sparkasse Iserlohn gesponsert.

Ansprechpartner ist
Sonderdienste -Bereich Jugend-
Raum 004
Rathaus I, Erdgeschoss, 
Schillerplatz 7, 58636 Iserlohn
Tel: 02371/217-2232
Fax: 02371/217-4586