Frauen verändern EUROPA verändert Frauen
Pressemitteilungen

Pressekonferenz / Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 20. Mai 2009

"Frauen verändern EUROPA verändert Frauen"
Eine Fachkonferenz für Frauen aus europäischen Ländern
25. - 27. Mai 2009, Rathaus Iserlohn

Drei Tage lang, von Montag bis Mittwoch, steht Europa im Mittelpunkt einer Konferenz, wobei der Blick auf das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern gelenkt wird. Rund 120 Personen aus zahlreichen europäischen Kommunen haben ihre Teilnahme an der Konferenz im Iserlohner Rathaus bereits bekundet, darunter auch Vertreterinnen aus den Iserlohner Partnerstädten. Die Hauptverantwortlichen der Konferenz, Gleichstellungsstelle und Europabüro der Stadt Iserlohn, wollen damit den Austausch und die Vernetzung zwischen den europäischen Städten und Partnerstädten weiter voran treiben.

Die Bedeutung der Konferenz wird gleich durch zwei prominente Politiker unterstrichen: Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein Westfalen und Dr. Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlaments, reisen zur Eröffnung an.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Grundprinzip der Europäischen Union. Dennoch gelten für Frauen in vielen europäischen Ländern die gleichen Verhältnisse: Seltener als Männer besetzen sie Spitzenpositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Sie verdienen weniger als ihre männlichen Geschlechtsgenossen und die Arbeitswelt ist zu wenig auf die Bedürfnisse von Frauen mit Kindern oder familiären Pflegeaufgaben eingestellt. Außerdem ist jede fünfte Frau in der Europäischen Union von Gewalt betroffen.

Die Konferenz will diese Themen aufgreifen. Referentinnen und Referenten renommierter Institutionen werden hierzu sowohl die aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen vorstellen, als auch den Blick auf die Praxis in den jeweiligen Ländern richten. Unter anderem wird Eric Thode von der Bertelsmann Stiftung Ergebnisse einer aktuellen Studie vorstellen, in der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in europäischen Ländern verglichen wird.
Der letzte Konferenztag stellt die weitere Zusammenarbeit und Vernetzung der beteiligten Städte in den Mittelpunkt.

Abgerundet wird die Tagung durch zwei kulturelle Highlights: Die "Kul-Tour" führt am späten Montagnachmittag zunächst zur Burg Altena, die sich mit einem kulturgeschichtlichen Rundgang über "Hexen, Heilige und Herrscherinnen" präsentiert. Weiter geht es zum Empfang ins Lüdenscheider Rathaus mit anschließendem Buffet und musikalischem Kabarett. Ein weiterer kultureller Höhepunkt ist der Auftritt von Ilse Storb, die einzige Professorin für Jazzforschung in Deutschland und mittlerweile 80 Jahre alt, am Dienstagabend in der VHS. Die Fachfrau in Sachen Weltmusik steht mit ihrem Programm "Musik kennt keine Grenzen - Völkerverständigung durch Musik" für spannendes musikalisches Entertainment und Kulturwissen.

Besonders erfreut sind die Organisatorinnen über die kooperative Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Lüdenscheid, Volkshochschule der Stadt Iserlohn und dem Institut Kirche und Gesellschaft in Villigst. Besonderer Dank gilt der Unterstützung durch die Sparkasse Iserlohn, Europäische Union aus dem Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Ganz aktuell wurde die Konferenz sogar für den "Golden Star Award 2009" der Europäischen Kommission nominiert.

Aufgrund der hohen Nachfrage an der Konferenz sind nur noch wenige Anmeldungen möglich. Für Interessierte aus Iserlohn beträgt die Konferenzgebühr insgesamt 50,- €, einschließlich Getränke, Mittagessen, Abendbuffet und Kulturprogramm. Anmeldungen können unter der Telefonnummer 02371/217-1330 oder unter der E-Mail Adresse entgegen genommen werden. Das vollständige Programm steht auf der Internetseite der Stadt Iserlohn zur Verfügung.

Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 28. Mai 2009

Über den eigenen Tellerrand hinweg schauen

Fast drei Tage lang waren in dieser Woche mehr als 100 Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern zu Gast im Iserlohner Rathaus. Der Grund: Das Europabüro und die Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn hatten zu einer Europäischen Frauenkonferenz eingeladen, um europäische gleichstellungspolitische Themen zu diskutieren.

"Eine tolle Atmosphäre und Superorganisation" lobten die meisten Teilnehmerinnen, als sie am Mittwoch Mittag das Iserlohner Rathaus verließen, um die Heimreise anzutreten. Zugleich betonten viele, wie wichtig der Austausch zwischen den Städten und Ländern ist, um unterschiedliche Sichtweisen zu hören, und um voneinander zu lernen. So ist etwa die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den nordeuropäischen Ländern selbstverständlicher als bei uns. Dementsprechend anders gestaltet sich auch die Unterstützung von berufstätigen Eltern. Gemeinsam ist jedoch allen europäischen Ländern der Eintritt für Freiheit, Demokratie, Solidarität und Toleranz. Die Gleichstellung von Frauen und Männer ist dabei ein Grundprinzip der Europäischen Union. Dennoch wird dieses Prinzip noch lange nicht im Alltag gelebt. Zum Beispiel sind "Frauen in Entscheidungspositionen weiterhin eine Minderheit und Organisationen laufen weiterhin mit männlichen Netzwerken", hob Professorin Ilse Lenz von der Uni Bochum in ihrem Vortrag über die Chancen von Frauen auf dem europäischen Arbeitsmarkt hervor. Ein weiteres Beispiel ist die europaweite Gewalt gegenüber Frauen, die vor allem im häuslichen Umfeld statt findet.

Um diese Situation zu verändern, waren sich viele Teilnehmerinnen am Schluss der Konferenz darin einig, über die Iserlohner Konferenz hinaus, den Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Nur so können gleichstellungspolitische Netzwerke zwischen den Städten und Ländern entstehen und die Interessen der Frauen gebündelt werden.

Abschließend riefen die Teilnehmerinnen alle Frauen dazu auf, am 7. Juni zur Europawahl zu gehen, um ihre Stimme der Partei zu geben, die sich besonders für die Gleichstellung von Frau und Mann einsetzt.

Auf diese Ergebnisse blicken Matthias Quaschnik vom Europabüro und Mechtild Beike von der Gleichstellungsstelle mehr als zufrieden zurück: "Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt. Die Teilnehmerinnen haben die Konferenz mit großem Interesse verfolgt und ihre Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit erklärt. Die Iserlohner Konferenz wird nachhaltig wirken." Zu dem Erfolg beigetragen haben nicht zuletzt die Kooperationsparter, das Institut Kirche und Gesellschaft und die Gleichstellungsstelle der Stadt Lüdenscheid.