Verkehrsentwicklung

Eine Karte zum Thema Verkehrsentwicklungsplan Hemer - Menden - Iserlohn
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VEP - Verkehrsentwicklungsplan Hemer - Menden - Iserlohn

Ein Projekt im Rahmen des Städtenetzes Nordkreis

Aufgrund der räumlichen Nähe und der intensiven verkehrlichen Verflechtungen zwischen den drei Städten des nördlichen Märkischen Kreises erweist sich eine isolierte Einzelbetrachtung einer jeden Stadt nicht als sinnvoll. Die Städte Hemer, Menden und Iserlohn haben sich deshalb zu einer gemeinsamen, interkommunalen Verkehrsentwicklungsplanung entschlossen. Mit der konkreten Durchführung der Arbeiten wurde im November 2001 die IGS - Ingenieurgesellschaft Stolz aus Kaarst beauftragt. Bereits im Vorfeld des Auftrags waren erste Verkehrserhebungen durchgeführt worden, um witterungsbedingte Verzögerungen der Arbeiten zu vermeiden.

Zielsetzung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) ist es, die heute in den drei Städten vorhandene Verkehrssituation (Verkehrsnachfrage und Angebot) zu analysieren und die bestehenden bzw. zu erwartenden Mängel und Probleme aufzuzeigen. Darauf aufbauend sollen Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, um Mängel und Konflikte zu reduzieren oder gänzlich zu beseitigen. Die konzeptionellen Vorgaben sollen künftig als Orientierungsrahmen für weitere Planungen dienen.

Die Zusammenarbeit der drei Städte Hemer, Menden und Iserlohn bei der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplans ist insofern bemerkenswert, da hier erstmals eine stadtübergreifende Fachplanung erarbeitet wird, die den verkehrlichen Verflechtungen der drei Städte gerecht wird. Lösungen für die anstehenden Probleme lassen sich in Zukunft häufig nur gemeinsam finden, da die Auswirkungen bestimmter verkehrlicher Infrastrukturmaßnahmen nicht auf den Planungsraum einer Stadt beschränkt bleiben.

Beispiele für solche stadtübergreifenden verkehrlichen Problembereiche sind

  • die verkehrlichen Auswirkungen durch den Weiterbau der A 46 in Richtung Osten, der zu einer tiefgreifenden Veränderung der Verkehrsverflechtungen - inbesondere in Hemer und Menden - führen wird,
  • Überlegungen zur Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen Iserlohn und Menden als Stadtbahn, um so alternativ zur B 7 eine attraktive Verkehrsachse zur Verbindung der benachbarten Städte zu schaffen,
  • neue Gewerbegebiete und Konversionsstandorte (ehemalig militärisch genutzte Flächen), deren verkehrliche Auswirkungen und Möglichkeiten zur Anbindung an die vorhandene Infrastruktur zu untersuchen sind,
  • Engpässe im Straßennetz, insbesondere im Bereich hochbelasteter Knotenpunkte, die dringend einer Lösung bedürfen und
  • die Situation des schienen- und straßengebundenen ÖPNV, der teilweise eine mangelnde Qualität aufweist.

Die Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplans beginnt damit, dass in einer ersten Stufe eine umfangreiche Datenbasis geschaffen wird. Dazu  gehört auch ein Verkehrsmodell, mit dem die verkehrlichen Wirkungen unterschiedlichster Maßnahmen im Verkehrsnetz simuliert werden können.
Aufbauend auf dieser Grundlage werden Konzepte für die unterschiedlichen Teilverkehrssysteme (Kfz-Verkehr, ÖPNV, Radverkehr, Fußgängerverkehr) entwickelt und bezüglich ihrer Wirkungen untersucht, die den gesamten Untersuchungsraum betreffen. Gleichzeitig bietet sich aber auch die Möglichkeit, lokale Problemstellungen zu untersuchen, die nur eine der beteiligten Städte betreffen.

Zur Schaffung der Datenbasis wird einerseits auf vorhandene Datenbestände zurückgegriffen. Ergänzend wurden die folgenden Erhebungen durchgeführt:

  • Aufnahme des Straßennetzes
  • Verkehrsstromzählungen an einer Vielzahl von Straßenknoten
  • Verkehrsteilnehmerbefragungen an 23 Straßenquerschnitten
  • Haushaltsbefragungen
  • Betriebsbefragung
  • Fahrgastzählung im ÖPNV

Die Daten aus den Erhebungen wurden aufbereitet und miteinander verknüpft, um so möglichst umfassende Aussagen zur Verkehrssituation in Hemer, Menden und Iserlohn treffen zu können und gleichzeitig eine Basis für den Aufbau des Verkehrsmodells zu haben. Die Erhebungen sind mittlerweile abgeschlossen und die ausgewerteten Daten liegen vor. Begleitet wird die Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplans durch Werkstattgespräche, in denen Zwischenergebnisse diskutiert und Anregungen der unterschiedlichsten Interessengruppen aufgenommen werden.

Das beauftragte Planungsbüro hat im Jahr 2002 einen Zwischenbericht vorgelegt. Eine Kurzversion des Berichts können Sie hier (pdf-Dokument) einsehen.

Außerdem können beispielhaft folgende Auszüge aus dem Zwischenbericht eingesehen werden:

 
Sämtliche Grundlagendaten sind in ein rechnergestütztes Verkehrsmodell übernommen worden. Damit können die aktuellen Verkehrsbelastungen dargestellt und auch Prognosen für die Verkehrsentwicklung in den nächsten Jahren vorgenommen werden. Außerden ist es möglich, Auswirkungen von Veränderungen im Straßennetz (z.B. Weiterbau der A46) darzustellen.

Für die Teilsysteme Kfz- Verkehr, Bus & Bahn, Rad- und Fußgägerverkehr sind Konzepte und konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeitet worden. Dazu liegt ein umfangreicher Ergebnisbericht vor. Eine Kurzfassung können Sie hier (pdf-Dokument 4,91 MB) einsehen. Die in diesem Bericht vorgestellten Maßnahmen sind als Vorschlag des Planungsbüros zu sehen und werden in Verbindung mit konkreten Detailplanungen in den Fachausschüssen politisch beraten.

Einer der Maßnahmenvorschläge, eine Nordumgehung für Sümmern-Rombrock, wurde bereits in der Bürgerschaft und den politischen Gremien diskutiert. Der Rat der Stadt hatte dann im Jahr 2004 beschlossen, keine weiteren Planungen zu dieser Nordumgehung vorzunehmen. Statt dessen wurden Alternativen zur verbesserten Erschließung des Gewerbegebiets Sümmern-Rombrock untersucht.

Auch für andere Iserlohner Stadtteile wird es noch weiter gehende Detailuntersuchungen geben, die mit dem Planungsprozess des Stadtentwicklungskonzepts abgestimmt sind.

Viele weitere im VEP benannte Einzelmaßnahmen, z.B. der Umbau von Kreuzungen zu Kreisverkehren oder der Bau von Radwegen, wurden bzw. werden zurzeit realisiert.

Gleichzeitig wird die interkommunale Zusammenarbeit fortgesetzt.

Ihr Ansprechpartner für den Verkehrsentwicklungsplan ist:
Abteilung Verkehrsplanung -Bereich Stadtplanung-
Raum 132
Rathaus II, 1. Obergeschoss, 
Werner-Jacobi-Platz 12, 58636 Iserlohn
Tel: 02371/217-2920
Fax: 02371/217-2964