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Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „In aller Munde“

Öffentliche Führung zur Sonderausstellung "In aller Munde"
Die spannende Geschichte von ‚Taschenklavier’ und ‚Quetschkommode’. Eine Wanderausstellung des Deutschen Harmonikamuseums Trossingen

Vor nicht allzu langer Zeit war die Mundharmonika tatsächlich in aller Munde. Mitte der 1920er Jahre exportierten die deutschen Hersteller 50 Millionen Stück in alle Welt. Dazu kamen Hunderttausende Akkordeons. Noch für das Lebensgefühl der 1950er Jahre waren Harmonikaklänge ganz typisch. Aus Tango, Blues, Musette und zahlreichen anderen Musikstilen sind sie bis heute nicht wegzudenken. Mund- und Ziehharmonika gelten als die populärsten Musikinstrumente des Industriezeitalters. Daneben spiegelt gerade die Mundharmonika den Zeitgeist wie kein anderes Industrieprodukt wider.

Die Wanderausstellung „In aller Munde“ basiert – wie das Deutsche Harmonikamuseum insgesamt – auf der branchengeschichtlich einzigartigen „Sammlung Hohner“. Vom 19. August bis zum 24. Oktober 2021 ist die Wanderausstellung zu Gast im Stadtmuseum Iserlohn.

Dieses „Museum auf Rädern“ ist eine multimediale Ausstellung über die Mundharmonika und ihre Verwandten. So bringt die geheimnisvolle blaue „Weltraumbox“ einen besonderen Sound: Der Original-Funkverkehr von Gemini VI, wo Astronaut Walter Schirra eine an Bord geschmuggelte Mundharmonika spielte, das erste Musikinstrument im Weltall! Auch die Frühgeschichte der Harmonikainstrumente wird beleuchtet: Die Vorläufer-Box zeigt unter anderem eine Maultrommel, sozusagen die schon im Mittelalter bekannte europäische Mundharmonika. Im 18. Jahrhundert wurden Maultrommeln auch im auf Messingprodukte spezialisierten Iserlohn hergestellt.

Die insgesamt 14 Ausstellungsboxen bieten noch viel mehr:

• An „Hördusche“ und „Blues-Box“ kann der Besucher seine Musik auswählen und anhören, von den Beatles bis zu Bob Dylan und von der Weltmusik zur Volksmusik.

• Die spannende Geschichte vom Aufstieg Matthias Hohners, der mit dem weltweiten Export der „Mundharfen“ Millionen verdiente – und seiner Nachfolger, die das Akkordeon salonfähig machten und die „Matth. Hohner AG“ zum Großbetrieb mit 5000 Beschäftigten ausbauten.

• Auch der regionale Aspekt wird dokumentiert: Ein Landschaftsmodell zeigt die vielen Harmonika-Zweigfabriken, die bei Trossingen auf der Baar, also zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, entstanden.

Natürlich wird nicht nur Geschichte inszeniert: Die Wanderausstellung präsentiert auch ca. 700 Musikinstrumente aus der einmaligen Sammlung des Deutschen Harmonikamuseums - von Akkordeon-Raritäten bis zur Elfenbein-Mundharmonika aus Wien, von der TexMex-Handharmonika bis zur klassischen Blues-Mundharmonika „Marine Band“. Einen Blickfang bilden auch die originalen Werbeplakate und -aufsteller oder die farbigen Mundharmonika-Etuis. Sie spiegeln, wie die Instrumente selbst, die Glanzzeiten der Harmonikaindustrie vom Anfang bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wider. Ein attraktives Filmprogramm mit Ausschnitten aus Wochenschauen, Werbe- und Dokumentarfilmen rundet die Ausstellung ab.

Abgesehen von einem früheren Auftritt im Kulturzentrum Sinsteden bei Köln sowie einer Kurzpräsentation in Paderborn ist die multimediale Schau in der jetzigen Form in Nordrhein-Westfalen zum ersten Mal zu sehen.

Termine

  • 27.09.21 16:00 - 17:00 Uhr
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