Messing- und Bronzewaren

Die Grundlage der Iserlohner Bronze- und Messingwarenproduktion bildete der Galmeibergbau.
Das hier ansässige Metallgewerbe verarbeitete Messing seit dem 17. Jahrhundert. Doch erst 1751 wurde in der Grüne eine Verhüttungsanlage errichtet, die 1866 nach Letmathe verlagert wurde. So wurde der Rohstoff Messing in der Stadt selbst nicht mehr hergestellt, doch Iserlohn blieb Stätte der Fabrikation hochwertiger Messingwaren.

Während infolge der zunehmenden Mechanisierung die Zahl der Beschäftigten zwischen 1851 und 1880 von 1200 auf 550 sank, fanden um die Wende zum 20. Jahrhundert durch die ständige Ausweitung der Herstellungsprodukte bereits 2500 Menschen in den Messingbetrieben Arbeit. Ständig wachsende Konkurrenz führte nach und nach zum Verlust der marktbeherrschenden Stellung der Iserlohner Bronze- und Messingwarenfabrikation.

Ein weithin bekanntes Beispiel der Iserlohner Messingverarbeitung sind die Tabakdosen. Waren diese bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts noch einzeln von Hand graviert, so wurde ab 1754 die Prägetechnik eingeführt, die eine schnellere und preiswertere Produktion in höherer Stückzahl ermöglichte. Die Motive der Dosen reichen von biblischen Themen über Jagd- und Gesellschaftsszenen bis zu Städteansichten und Darstellungen des Kolonialhandels und der Seefahrt. Auch das Zeitgeschehen, vor allem der Krieg, wurde bildlich umgesetzt. Die letzte datierte Tabakdose wurde 1777 geprägt.

Tabaksdose
Tabaksdose
Messing- und Bronzewaren wurden in alle Welt verkauft
Messing- und Bronzewaren wurden in alle Welt verkauft
Ein Exportschlager des 18. Jahrhunderts: Iserlohner Tabaksdosen
Ein Exportschlager des 18. Jahrhunderts: Iserlohner Tabaksdosen