Stadtmuseum Iserlohn

Eines der schönsten Barockgebäude Iserlohns. Symmetrischer, siebenachsiger Bau mit geschwungenem Mittelrisalit und der Jahreszahl 1763. Verputzte Fasssade, mittiger Eingang. Ganz neu: der Aufzug auf der Straßenseite.

Willkommen im Stadtmuseum Iserlohn

Untergebracht in einem der schönsten Barockgebäude der Stadt, hat sich das Stadtmuseum Iserlohn seit seiner Eröffnung im Jahr 1987 auch überregional einen hervorragenden Ruf erworben. Es ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) und gilt als eine der herausragenden Stätten der Industriekultur in Westfalen (WasserEisenLand). Seit Sommer 2017 ist es außerdem Ankermuseum des Netzwerks „Preußen in Westfalen“.


Gestatten: Old Shatterhand!
Karl Mays Helden in Zinnfiguren und Vermarktung

Die Sammlung Dr. Wolfgang Willmann, Iserlohn

23.11.2017 - 28.01.2018

Eröffnung am 23.11.2017 um 19 Uhr

Es war gewiss ein gelungener Marketing-Gag aus heutiger Sicht (und eine kräftige Portion Renommiergehabe), als Karl May 1896 im Alter von 54 Jahren in die Kos­tüme sei­ner Haupt­darsteller schlüpfte, sich die Silber­büchse und den Bärentöter schnappte und sich als Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi ausgab. Überzeugen­der konnte er seiner Leser- und Fangemeinde nicht vor Augen führen, dass er wirk­lich der unbe­siegbare Held ist, den er in seinen Reiseerzählungen beschrieb. Die entstandenen Fotogra­fien, die ihn auch in zivil darstellten, verschickte May als Autogramm- und Por­trätpostkarten in alle Welt, wie es bis dahin noch kein Prominen­ter prak­tiziert hatte. Zwei derartige Originalkarten sowie die zinn­figür­liche Umsetzung des kostümierten May sind nur einige der zahlreichen Exponate, die in der Ausstel­lung „Gestat­ten: Old Shatter­hand!“ in der Zeit vom 23. November 2017 bis 28. Januar 2018 im Stadt­museum in Iserlohn zu sehen sein werden.

Dass die bunte und vielfältige Fantasiewelt des Karl May bis in die heutigen Tage hinein Künstler, Schriftsteller, Filmschaffende, Unternehmer oder einfach nur Fans inspiriert hat, wird der Besucher anhand der von Wolfgang Willmann über Jahrzehnte zusammengetra­genen Schaustücke nachvollziehen kön­nen. Noch zu Mays Lebzei­ten (1842-1912) entstan­den das erste Karl-May-Gesellschaftsspiel und die ersten flachen Zinnfiguren mit Motiven der Ro­man­­helden Old Shatterhand, Win­netou & Co. Namentlich in den 60er Jahren – im Zuge der denkwürdigen Karl-May-Westernfilm­welle - entdeckten viele Hersteller von Kon­sumgütern den Marktwert der Fantasie­welten des sächsischen Fabulierers. Wir erinnern uns: Pro­duktbeigaben zur Ver­kaufs­förderung wie Sammelbildchen und einfache Plastik­figuren, Schulranzen, Fe­dertaschen, Buntstifte, Hörspiele auf Schallplatten und Kassetten, Comic-Hefte, Würfel- und Quartettspiele, Spielzeugei­sen­bahnen, Gebrauchsgegenstände und nicht zuletzt die be­liebten Elasto­lin­figuren. Die Ausstellung bietet einen span­nenden Querschnitt durch diese Vielfalt an kommerziellen Erzeugnissen.

Darüber hinaus stößt der Betrachter auf zahlreiche bemalte flache und vollplastische Zinn­figuren zwischen 20 und 110 mm sowie auf selbst­ ge­fertigte Dioramen mit Mo­tiven aus Karl Mays Abenteuerromanen zum Wilden Westen, zum Orient und zu fern­östlichen Schauplät­zen. Eine kleine Auswahl von Mays Werken in verschiedenen Ausgaben runden die Ausstel­lung ab.

Andrea Reichart präsentiert "Alle Zeit der Welt"
"Alle Zeit der Welt" heißt das neue Zeitreise-Abenteuerbuch von Andrea Reichart, für Leser ab 10 und bis 100.

"Alle Zeit der Welt" - das neue Kinderbuch von Andrea Reichart spielt im Stadtmuseum Iserlohn

Ein Zeitreiseunfall hat den Geist der kleinen Lu ins Stadtmuseum Iserlohn verschlagen. Ihr Körper schläft nun irgendwo, aber wo? Vor allem aber wann? Schnell beschließen die Helden der Geschichte, Bingo und seine vier Freunde, dass sie nun selbst zu Zeitreisenden werden und Lu suchen müssen, egal, wie gefährlich es wird! Vor allem, da sich der verzweifelte kleine Zeitgeist nur an Rauch erinnert. Etwa an den Rauch, wie er bei einem Stadtbrand entsteht?

Das spannende und witzige Kinderbuch für Leser ab 10 Jahre (und bis 100) ist im Iserlohner Mönnig Verlag erschienen und kostet 12,80 €. Es ist erhältlich im Buchhandel, beim Mönnig-Verlag und im Stadtmuseum.

Fotos: © Stadt Iserlohn

Bild Geschichte zum Anfassen

Geschichte zum Anfassen

Wie funktioniert Geschichte zum Anfassen? Das Stadtmuseum Iserlohn antwortet darauf mit einer Frage, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht: Was haben die Iserlohner eigentlich die ganze Zeit gemacht? Herausgekommen ist ein Parcours, bei dem Besucher auf die unterschiedlichsten Lebensumstände treffen und sie zugleich aktiv "begreifen".

Der erste Iserlohner war ein Neandertaler und schlug sich mit Mammuts und Höhlenbären herum. Wie man sich das vorstellen muss, zeigt das Kellergeschoss. Das versetzt den Betrachter in eine Fundgrube prähistorischer Tierknochen und Steinwerkzeuge. Ein paar tausend Jahre später war Iserlohn voller Drahtzieher. Die arbeiteten in Drahtrollen – spezialisierte Wassermühlen, die erstmals 1394 in einer Urkunde auftauchen – und zogen Draht. Daraus machten sie zum Beispiel Kettenhemden. Eines davon hängt im Museum, und bei bestimmten Gelegenheiten können Besucher am eigenen Leib ausprobieren, was Ritter damals mit sich herumgeschleppten.

Der Drahtzieherei sind die Iserlohner bis heute treu. Die Vielfalt der Produkte ist enorm, nur Nadeln werden kaum mehr produziert. Das war einmal anders. 1851 arbeiteten mehr als 4.000 Personen im Nadelgewerbe, die Exporte gingen bis nach Asien. Ein anderes Standbein dieser Zeit war die Messingindustrie. Während ein Teil der Iserlohner über Tage Tabakdosen fertigte, gruben andere unter Tage nach dem Zinkerz und Messinggrundstoff Galmei – so intensiv, dass sich in manchen Stadtgebieten der Boden senkte und die dadurch verursachten Bergschäden sogar das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigten. Preußische Truppen beendeten 1849 auch den kurzzeitigen Aufstand Iserlohner Demokraten, der mit dem Sturm auf das Zeughaus begonnen hatte – in dem heute das Museum residiert. Wie das alles zusammenhängt? Unser Tipp: hinfahren und selbst herausfinden!

Mehr zu den verschiedenen Themenbereichen der Ausstellung...

Logo Stadtmuseum
Stadtmuseum Iserlohn

Fritz-Kühn-Platz 1, 58636 Iserlohn
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Leiter des Museums:
Gerd Schäfer M.A.
Tel. 02371/217-1960 bis -1964
Fax 02371/217-1965
museum(at)iserlohn.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei

Das Bild zeigt einen Kalender und den Schriftzug "Veranstaltungen"
Kultursprinter

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört seit 2016 zur Europäischen Route der Industriekultur. 

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört zu den herausragenden Stätten der Industriekultur in Südwestfalen.

Seit Sommer 2017 ist das Stadtmuseum Iserlohn Ankermuseum des Netzwerkes "Preußen in Westfalen".