Stadtmuseum Iserlohn

Das Bild zeigt eine Handschrift aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen
Aus dem Evangeliar Heinrichs des Löwen

Meisterwerke mittelalterlicher Buchmalerei
31. März - 18. Juni 2017

Tief in das Mittelalter eintauchen können die Besucher vom 31. März - 18. Juni 2017 (Ausstellungseröffnung: 30. März, 19 Uhr) im Stadtmuseum Iserlohn. Siegfried Loob, der seine Jugend in Iserlohn verbrachte,  stellt dem Stadt­­­museum Iserlohn kostbare Faksimiles von Meister­werk­en der Buchmalerei, die er in Jahr­zehnten gesammelt hat, dauerhaft zur Verfügung. Unser Dank gilt ebenso Herrn Gustav Dieter Edelhoff, der die Initiative ergriff, diese Sammlung dauerhaft in Iserlohn verbleiben zu lassen und ohne dessen finanzielle Unterstützung diese Ausstellung in ihrer aufwendig präsentierten Form nicht möglich gewesen wäre.

Die Handschriften aus dem Mittelalter belegen, dass diese „finstere Epoche“ auch eine märchenhaft schöne Seite hatte: die Buchkunst. Bis in das 13. Jahrhundert hinein entstanden die Originale ausschließlich in den Skriptorien der Klöster; hier war der Dienst am Buch zugleich Gottesdienst. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die Handschriften auch von kommerziell betriebenen Laienwerkstätten verfasst und illuminiert. So fertigte man die reich geschmückten Stundenbücher, die nun neben Werken für den kirchlichen Gebrauch entstanden, für die Privatandacht von Laien, meist hochgestellte weltliche Persönlichkeiten.

Gezeigt werden in der Ausstellung 27 Faksimiles, deren Originale in vielen Ländern der Welt unter höchsten konservatorischen Sicherheitsmaßnahmen aufbewahrt werden und die zum Weltkulturerbe gehören. So unter anderem die nationalen Heiligtümer der Briten und Iren, das Book of Lindisfarne und das Book of Kells, die sich in London und Dublin befinden. In der Bayerischen Staatsbibliothek München werden Schätze wie das Perikopenbuch Heinrichs II. und das Evangeliar Ottos II. aufbewahrt. Das faszinierende Stundenbuch Les Belles Heures du Duc de Berry hat seine Bleibe in New York gefunden.

Faksimiles dieser Handschriften sind wahre Kunstwerke, deren Herstellung sehr hohen Anforderungen gerecht werden muss. Aufgrund dieser Vorgaben benötigt ein aufwendig verziertes Faksimile schon zum Teil mehrere Jahre bis zur Fertigstellung durch hochspezialisierte Fachleute.

Liebhaber der Buchillustration und solche, die es werden wollen, sind herzlich zur Entdeckungsreise in die wunderschönen Bilderwelten vergangener Jahrhunderte eingeladen.

Heilkunst im Mittelalter

Geschröpft und zur Ader gelassen
Heilkunst im Mittelalter
vom 7. Juli bis 20. August 2017


Die Medizin des Mittelalters scheint uns heute sehr fremd. Aderlass, Schröpfen und das Kauterisieren (Brennen) waren beliebte Heilmethoden. Von Mikrobiologie, von Viren oder Bakterien hatte man noch keine Vorstellung. Man nahm an, Krankheiten würden über die Luft, durch sogenannte schädliche Miasmen, verbreitet. Für ihre Diagnosen beriefen sich die Heilkundigen auf die Harnschau, der Urin wurde dabei nach Farbe, Geruch und sogar Geschmack beurteilt. Die antike Philosophie der „Viersäftelehre“ lag den mittelalterlichen Vorstellungen zur Heilkunst zugrunde. Während die Klostermedizin sich systematisch mit der Wirkung von Heilkräutern beschäftigte, von denen viele heute noch verwendet werden, trieben auf Märkten Scharlatane und Quacksalber ihr Unwesen. Verheerenden Seuchen wie der Pest stand man hilflos gegenüber, denn Ursachen und Übertragungswege waren unbekannt. Kräuterfrauen und Hebammen spielten eine bedeutende Rolle in der Volksmedizin, doch wurde ihr Wissen nicht schriftlich überliefert.
Die Ausstellung beleuchtet die vielfältigen Aspekte der mittelalterlichen Heilkunst. Sie berichtet von Badern, Feldschern und Barbieren, von magischen Heilmitteln wie dem Theriak und der „Dreckapotheke“, von den mittelalterlichen Hospitälern und weit verbreiteten Krankheiten wie dem Antoniusfeuer und der Lepra.

Andrea Reichart präsentiert "Alle Zeit der Welt"
"Alle Zeit der Welt" heißt das neue Zeitreise-Abenteuerbuch von Andrea Reichart, für Leser ab 10 und bis 100.

"Alle Zeit der Welt" - das neue Kinderbuch von Andrea Reichart spielt im Stadtmuseum Iserlohn

Ein Zeitreiseunfall hat den Geist der kleinen Lu ins Stadtmuseum Iserlohn verschlagen. Ihr Körper schläft nun irgendwo, aber wo? Vor allem aber wann? Schnell beschließen die Helden der Geschichte, Bingo und seine vier Freunde, dass sie nun selbst zu Zeitreisenden werden und Lu suchen müssen, egal, wie gefährlich es wird! Vor allem, da sich der verzweifelte kleine Zeitgeist nur an Rauch erinnert. Etwa an den Rauch, wie er bei einem Stadtbrand entsteht?

Das spannende und witzige Kinderbuch für Leser ab 10 Jahre (und bis 100) ist im Iserlohner Mönnig Verlag erschienen und kostet 12,80 €. Es ist erhältlich im Buchhandel, beim Mönnig-Verlag und im Stadtmuseum.

Schulklassen, die sich zu Führungen anmelden, können Lesungen mit der Autorin kostenlos hinzubuchen.

Die nächste Lesung aus dem Buch für Kinder ab ca. 9 ist am Sonntag, den 21. Mai 2017 um 14 Uhr.

Um Anmeldung wird gebeten unter 02371-217-1961, -1963 und -1964 oder unter museum@iserlohn.de.

Fotos: © Stadt Iserlohn

Bild Geschichte zum Anfassen

Geschichte zum Anfassen

Wie funktioniert Geschichte zum Anfassen? Das Stadtmuseum Iserlohn antwortet darauf mit einer Frage, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht: Was haben die Iserlohner eigentlich die ganze Zeit gemacht? Herausgekommen ist ein Parcours, bei dem Besucher auf die unterschiedlichsten Lebensumstände treffen und sie zugleich aktiv "begreifen".

Der erste Iserlohner war ein Neandertaler und schlug sich mit Mammuts und Höhlenbären herum. Wie man sich das vorstellen muss, zeigt das Kellergeschoss. Das versetzt den Betrachter in eine Fundgrube prähistorischer Tierknochen und Steinwerkzeuge. Ein paar tausend Jahre später war Iserlohn voller Drahtzieher. Die arbeiteten in Drahtrollen – spezialisierte Wassermühlen, die erstmals 1394 in einer Urkunde auftauchen – und zogen Draht. Daraus machten sie zum Beispiel Kettenhemden. Eines davon hängt im Museum, und bei bestimmten Gelegenheiten können Besucher am eigenen Leib ausprobieren, was Ritter damals mit sich herumgeschleppten.

Der Drahtzieherei sind die Iserlohner bis heute treu. Die Vielfalt der Produkte ist enorm, nur Nadeln werden kaum mehr produziert. Das war einmal anders. 1851 arbeiteten mehr als 4.000 Personen im Nadelgewerbe, die Exporte gingen bis nach Asien. Ein anderes Standbein dieser Zeit war die Messingindustrie. Während ein Teil der Iserlohner über Tage Tabakdosen fertigte, gruben andere unter Tage nach dem Zinkerz und Messinggrundstoff Galmei – so intensiv, dass sich in manchen Stadtgebieten der Boden senkte und die dadurch verursachten Bergschäden sogar das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigten. Preußische Truppen beendeten 1849 auch den kurzzeitigen Aufstand Iserlohner Demokraten, der mit dem Sturm auf das Zeughaus begonnen hatte – in dem heute das Museum residiert. Wie das alles zusammenhängt? Unser Tipp: hinfahren und selbst herausfinden!

Mehr zu den verschiedenen Themenbereichen der Ausstellung...

Logo Stadtmuseum
Das Bild zeigt das Stadtmuseum

Fritz-Kühn-Platz 1, 58636 Iserlohn
Anfahrt...

Leiter des Museums:
Gerd Schäfer M.A.
Tel. 02371/217-1960 bis -1964
Fax 02371/217-1965
museum(at)iserlohn.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei

Das Bild zeigt einen Kalender und den Schriftzug "Veranstaltungen"
Kultursprinter

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört seit 2016 zur Europäischen Route der Industriekultur. 

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört zu den herausragenden Stätten der Industriekultur in Südwestfalen.