Stadtmuseum Iserlohn

Eines der schönsten Barockgebäude Iserlohns. Symmetrischer, siebenachsiger Bau mit geschwungenem Mittelrisalit und der Jahreszahl 1763. Verputzte Fasssade, mittiger Eingang. Ganz neu: der Aufzug auf der Straßenseite.

Willkommen im Stadtmuseum Iserlohn

Untergebracht in einem der schönsten Barockgebäude der Stadt, hat sich das Stadtmuseum Iserlohn seit seiner Eröffnung im Jahr 1987 auch überregional einen hervorragenden Ruf erworben. Es ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) und gilt als eine der herausragenden Stätten der Industriekultur in Westfalen (WasserEisenLand). Seit Sommer 2017 ist es außerdem Ankermuseum des Netzwerks „Preußen in Westfalen“.


Plakat Ausstellung Bücherverbrennung

Verboten und verbrannt
„Wider das Vergessen! 10.Mai 1933: Bücherverbrennung“
Eine Ausstellung zum 85. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Am 10. Mai 1933 inszenierten die Nationalsozialisten mit Hilfe der „Deutschen Studentenschaft“ die folgenschwerste Bücherverbrennung der deutschen Geschichte. Das Motto: „Wider dem undeutschen Geist“. Landesweit wurden an diesem Tag in den deutschen Universitätsstädten „undeutsche und volksschädliche“ Werke von jüdischen, marxistischen oder pazifistischen Autoren vernichtet. Zu den betroffenen Schriftstellern gehörten unter anderem Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Franz Kafka, Erich Kästner, Heinrich und Thomas Mann, Karl Marx, Erich Maria Remarque, Stefan Zweig. Die Liste umfasste mehr als 130 Personen, deren Werke aus Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt werden mussten. Während die Volksbibliotheken gründlich gesäubert wurden, wurde ein Teil der verbotenen Literatur sekretiert (weggeschlossen). Dadurch wurde ein Bestand überliefert, der immer noch für die Forschung wichtig ist. Die straff organisierte und ritualisierte Bücherverbrennung bildete den Auftakt zur Vertreibung und Verfolgung unzähliger Repräsentanten der deutschen und deutschsprachigen Kultur.

Das Stadtmuseum Iserlohn möchte an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte erinnern und präsentiert aus Anlass des 85. Jahrestags vom 26. April bis zum 3. Juni 2018 die Ausstellung
„Wider das Vergessen! 10.Mai 1933: Bücherverbrennung“ mit zahlreichen Erstausgaben der damals verbrannten Titel. „Bis heute ist zwar Vieles aufgearbeitet worden, jedoch ist die Bücherverbrennung von 1933 ein in diesen Dimensionen einmaliges Kulturverbrechen, das auch der Nachwelt vermittelt und in Erinnerung gerufen werden muss, z.B. durch mehr Präsenz in Schulbüchern und ähnlichen Materialien.“ Claus Friedrich

Die Ausstellung wurde von Claus Friedrich, Iserlohn, konzipiert. Er hat in mehr als 25 Jahren über 250 Originalausgaben von Büchern zusammengetragen, deren Autoren in jenen Tagen der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte inhaftiert, umgebracht oder ins Exil gezwungen wurden. Friedrich sieht in seiner Sammlerleidenschaft eine Selbstverpflichtung: „Ich möchte aufklären. Bis heute ist nicht vollständig aufgearbeitet, was schon vor dem 10. Mai 1933 und danach passierte“. Seine Bücher wurden bereits bei verschiedenen Veranstaltungen präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Ausstellungsdauer: 26. April - 3. Juni 2018

Bild Geschichte zum Anfassen

Geschichte zum Anfassen

Wie funktioniert Geschichte zum Anfassen? Das Stadtmuseum Iserlohn antwortet darauf mit einer Frage, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht: Was haben die Iserlohner eigentlich die ganze Zeit gemacht? Herausgekommen ist ein Parcours, bei dem Besucher auf die unterschiedlichsten Lebensumstände treffen und sie zugleich aktiv "begreifen".

Der erste Iserlohner war ein Neandertaler und schlug sich mit Mammuts und Höhlenbären herum. Wie man sich das vorstellen muss, zeigt das Kellergeschoss. Das versetzt den Betrachter in eine Fundgrube prähistorischer Tierknochen und Steinwerkzeuge. Ein paar tausend Jahre später war Iserlohn voller Drahtzieher. Die arbeiteten in Drahtrollen – spezialisierte Wassermühlen, die erstmals 1394 in einer Urkunde auftauchen – und zogen Draht. Daraus machten sie zum Beispiel Kettenhemden. Eines davon hängt im Museum, und bei bestimmten Gelegenheiten können Besucher am eigenen Leib ausprobieren, was Ritter damals mit sich herumgeschleppten.

Der Drahtzieherei sind die Iserlohner bis heute treu. Die Vielfalt der Produkte ist enorm, nur Nadeln werden kaum mehr produziert. Das war einmal anders. 1851 arbeiteten mehr als 4.000 Personen im Nadelgewerbe, die Exporte gingen bis nach Asien. Ein anderes Standbein dieser Zeit war die Messingindustrie. Während ein Teil der Iserlohner über Tage Tabakdosen fertigte, gruben andere unter Tage nach dem Zinkerz und Messinggrundstoff Galmei – so intensiv, dass sich in manchen Stadtgebieten der Boden senkte und die dadurch verursachten Bergschäden sogar das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigten. Preußische Truppen beendeten 1849 auch den kurzzeitigen Aufstand Iserlohner Demokraten, der mit dem Sturm auf das Zeughaus begonnen hatte – in dem heute das Museum residiert. Wie das alles zusammenhängt? Unser Tipp: hinfahren und selbst herausfinden!

Mehr zu den verschiedenen Themenbereichen der Ausstellung...

"Alle Zeit der Welt" - für Leser der 5. Klasse wird das Stadtmuseum Iserlohn zum Ausgangspunkt spannender Zeitreiseabenteuer

Ein Zeitreiseunfall hat den Geist der kleinen Lu ins Stadtmuseum Iserlohn verschlagen. Ihr Körper schläft nun irgendwo, aber wo? Vor allem aber wann? Bingo und seine vier Freunde machen sich auf die Suche und durchstreifen das Iserlohn der Vergangenheit.

Klassen, die das Buch als Lektüre lesen, können mit der Autorin Andrea Reichart Termine für eine Lesung vereinbaren und ihren Besuch mit einer Führung durchs Museum kombinieren.

Das witzige und historisch gut recherchierte Jugendbuch ist erhältlich im Buchhandel, beim Verlag und natürlich im Stadtmuseum und kostet 12,80 €.


Logo Stadtmuseum
Stadtmuseum Iserlohn

Fritz-Kühn-Platz 1, 58636 Iserlohn
Anfahrt...

Leiter des Museums:
Gerd Schäfer M.A.
Tel. 02371/217-1960 bis -1964
Fax 02371/217-1965
museum(at)iserlohn.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei

Das Bild zeigt einen Kalender und den Schriftzug "Veranstaltungen"
Kultursprinter

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört seit 2016 zur Europäischen Route der Industriekultur. 

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört zu den herausragenden Stätten der Industriekultur in Südwestfalen.

Seit Sommer 2017 ist das Stadtmuseum Iserlohn Ankermuseum des Netzwerkes "Preußen in Westfalen".