Galmei-Bergbau

Galmei ist eine aus dem Griechischen stammende alte Bezeichnung für ein aus Kieselzinkerz und Zinkspat bestehendes Zinkerz.
Seine Bedeutung lag darin, dass man unter Zugabe von Kupfer Messing herstellen konnte. Galmei-Bergbau ist in Iserlohn seit 1478 bezeugt, doch bis ins 18. Jahrhundert war diesem Wirtschaftszweig kein großer wirtschaftlicher Erfolg beschieden.
Dies änderte sich ab 1750 durch die Gründung der Messinggewerkschaft durch Johann Caspar Lecke. Das Ziel dieser Vereinigung war, Galmei zu gewinnen, zu verhütten und Messing zur Weiterverarbeitung herzustellen. Der Grundstein für eine blühende Messingindustrie in Iserlohn war gelegt.
Ab 1820 konzentrierte sich der Abbau von Galmei auf innerstädtische Bereiche. Die Folge waren Bergschäden. Besonders betroffen war der Bereich um die ehemalige Lehmkuhle, dem heutigen Schillerplatz. Dort musste 1872 die erst wenige Jahre alte katholische Kirche wegen starker Bodensenkungen abgerissen werden.
Das überregionale Interesse an den Iserlohner Bergschäden dokumentiert die Behandlung dieses Themas durch das preußische Abgeordnetenhaus. Hier wurde 1876 die Entschädigung der von Bergschäden betroffenen Hausbesitzern beschlossen. Ungünstige Arbeitsbedingungen und teure Transportverhältnisse führten zu einem ständigen Druck der Arbeitgeber auf die Löhne der Bergleute, um die Rentabilität der Gruben zu erhöhen. 1869 kam es zu Streiks, die auf Grund der mangelhaften gewerkschaftlichen Organisation der Bergarbeiter scheiterten. Bis zum Jahr 1900 führten die hohen Kosten nach und nach zur Stilllegung des Bergbaus in Iserlohn, der bis dahin nahezu 1000 Menschen Arbeit gegeben hatte.

Das Zinkerz Galmei
Das Zinkerz Galmei
Ein Modell illustriert die Bergschäden
Ein Modell illustriert die Bergschäden
Blick in den Adlerstollen, 1983
Blick in den Adlerstollen, 1983