Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuelle Information

Unsere Museen sind für Besucher geöffnet. Bitte beachten Sie, dass in den Innenräumen eine medizinische Mund-Nasen-Maske vorgeschrieben ist, ebenso bei Führungen im Außenbereich der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Führungen müssen entweder vollständig geimpft, genesen oder getestet sein und einen entsprechenden Nachweis vorzeigen.

Demnächst in Barendorf

Kaja Renkas - Neon Circus

Eine Ausstellung mit schaurig-romantischen Postern und Illustrationen
der polnischen Grafikerin Kaja Renkas aus Iserlohns Partnerstadt Chorzów

16. Oktober bis 07. November 2021
Sa. und So. von 11-16 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier

 

Objekt des Monats Oktober

Windfege

Seitdem Menschen Getreide anpflanzen und ernten, also seit der Jungsteinzeit, besteht die Notwendigkeit, nach der Kornernte Genießbares und Ungenießbares zu sortieren, also sprichwörtlich die Spreu vom Weizen zu trennen. Über Jahrtausende wurde nach der Ernte mit Stöcken oder Dreschflegeln auf einen Haufen trockenen Getreides oder Ähren gedroschen, um die Körner so aus den Ähren zu holen. Um dann das gute Korn vom Schlechten zu trennen, wurde das Körner-Spreu-Gemisch mit Körben oder einer Worfel-Schaufel bei leichtem Wind hochgeworfen. Die schweren Körner fielen direkt vor dem Werfer auf den Boden bzw. auf ein Tuch, die leichtere Spreu hingegen, die ungenießbaren Spelzen, wurden vom Wind weggetragen. Da das sogenannte Worfeln ideale Wetterbedingungen benötigte, war eine Alternative für das Ausblasen und Reinigen der Körner innerhalb der Scheune erforderlich.

Das dazu verwendete Gerät ist unter regional verschiedenen Namen bekannt: im Sauerland als Windfege, sonst auch als Rotationsworfelmaschine, Staubmühle, Kornfege, Windsichte, Fegemühle, Getreidewinde oder Getreidewehe. Mit einer Handkurbel wird ein Windrad zum Rotieren gebracht und ein Luftstrom erzeugt. Das bereits gedroschene Getreide-Spreu-Gemisch wird oben in einen Trichter eingefüllt und durch den Luftstrom geführt. Die leichte Spreu wird von der Luft aus der Maschine herausgeblasen, während das schwere Korn in der Maschine verbleibt. Korn und Fremdkörper werden anschließend über Schüttelsiebe voneinander getrennt.

Windfegen gehören zu den ältesten Maschinen in der Landwirtschaft weltweit. Sie wurden wahrscheinlich in China im 2. Jahrhundert v. Chr. entwickelt, waren aber so teuer, dass sie nur vereinzelt bei der Reisernte eingesetzt wurden. Das war zur Zeit der Han-Dynastie, als Kaiser Wu den Konfuzianismus zur Staatslehre erhob und die große chinesische Expansion begann.

Nach Europa kam die Maschine durch die Niederländer erst im 17. Jahrhundert. Die um 1710 erfundene Siebwindfege machte das Verfahren praktikabel und war zudem erschwinglich. Erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Windfege von der größeren und schnelleren Dreschmaschine verdrängt, dem Vorgänger der modernen Mähdrescher. Noch heute werden Windfegen in China oder in Afrika eingesetzt, um Getreide, Hirse und Reis zu reinigen.

Die in Haus Letmathe ausgestellte Windfege stammt von der Familie Friederich Laurenzis und wurde augenscheinlich zur Reinigung von Weizen Roggen, Gerste und Hafer verwendet.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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