Biographie David Geringas
Dirigent und Cellist
David Geringas ist einer der vielseitigsten Musiker unserer Zeit. Ein ungewöhnlich breites Repertoire vom frühesten Barock bis zur zeitgenössischen Musik zeichnet den Cellisten und Dirigenten aus. Viele Werke der russischen Avantgarde, darunter Gubaidulina, Schnittke, Suslin, Senderovas und Denisov, führte er als erster Musiker im Westen auf, zahlreiche Kompositionen sind ihm persönlich gewidmet. Sein besonderes Engagement für die Neue Musik wurde mit dem hochdotierten Preis "Kultur Aktuell" vom Landeskulturverband Schleswig-Holstein gewürdigt. Mit diesem Preis vergab der Cellist fünf Kompositionsaufträge an litauische Komponisten. Im Juni 1999 erhielt er in Vilnius den höchsten Orden des Landes für sein weltweites Engagement für litauische Musik und ihre Komponisten. Im Dezember 2002 wurde David Geringas mit dem Litauischen Nationalpreis für Kunst und Kultur in Würdigung seines Engagements insbesondere für die litauische Musik geehrt.
David Geringas wurde in Litauen geboren und studierte von 1963 bis 1973 am traditionsreichen Moskauer Konservatorium. Sein Lehrer und Mentor war Mstislav Rostropowitsch. 1970 gewann David Geringas den 1. Preis und die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb. Im Jahr 2000 folgte er einem Ruf nach Berlin an die Hochschule für Musik "Hanns Eisler".
Dem musikalischen Nachwuchs gibt er darüber hinaus den "nötigen Schliff" in zahlreichen Meisterkursen auf der ganzen Welt. Seine Studenten sind Gewinner und Preisträger internationaler Musikwettbewerbe wie des Tschaikowsky-Wettbewerbes Moskau, des Rostropowitsch-Wettbewerbes Paris und des ARD-Wettbewerbes München.
David Geringas musiziert regelmäßig mit renommierten Orchestern in den Musikzentren der Welt, u. a. mit den Berliner und Münchner Philharmonikern, allen deutschen Rundfunk-Sinfonieorchestern, den Orchestern in Wien, Amsterdam, London, Paris, Montreal, Chicago, Philadelphia, Pittsburgh und Tokyo. Er spielte unter Dirigenten wie Gerd Albrecht, Vladimir Ashkenazy, Andrey Boreyko, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Vladimir Fedossejew, Jonathan Nott, Krzysztof Penderecki, Simon Rattle, Mstislav Rostropowitsch, Wolfgang Sawallisch, Stanislaw Skrowaczewski, Wassili Sinaiski und Michael Tilson Thomas.
Für seine bisher circa 50 CD-Einspielungen konnte David Geringas zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen, darunter den Grand Prix du Disque für die Aufnahme der 12 Cellokonzerte von Boccherini und den Diapason d'Or für Kammermusik von Dutilleux. Für seine Einspielung der Cellokonzerte Hans Pfitzners wurde David Geringas als bisher einziger Cellist 1994 mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik gewürdigt.
Besondere Höhepunkte in letzter Zeit waren u. a. die russischen Premieren der Konzerte von E. S. Tüür und A. Piazolla mit dem Russischen Nationalorchester sowie die Weltpremieren der Cellokonzerte von A. Senderovas und Ned Rorem. Das David Geringas gewidmete Cellokonzert von Senderovas wurde im August 2002 in Berlin uraufgeführt und mit dem Europäischen Komponistenpreis ausgezeichnet.
Im Oktober 2003 folgte die deutsche Erstaufführung des David Geringas gewidmeten Cellokonzertes von Ned Rorem mit dem Münchner Kammerorchester im Herkulessaal der Münchner Residenz. In den folgenden Spielzeiten sind Konzerte mit der Baden-Badener Philharmonie (als Solist und Dirigent), dem Berliner Sinfonieorchester, dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Yuri Temirkanow, der Dresdner Philharmonie/Dirigent Andrey Boreyko, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, den Düsseldorfer Symphonikern und der New Japan Philharmonic vereinbart. Im Rahmen eines Haydn-Kammermusikabends des Gewandhauses Leipzig wird David Geringas zusammen mit dem Gewandhausquartett auf dem selten gespielten Baryton zu erleben sein. Für 2005 ist eine mehrwöchige Spanien-Tournee mit dem Euskadi Orchestra geplant.
David Geringas ist außerdem gern gesehener Gast auf internationalen Kammermusikpodien. Zu seinen Klavierpartnern gehören u. a. auch seine Ehefrau Tatjana Geringas sowie auch der englische Pianist Ian Fountain, mit dem er in der Saison 2004/2005 eine Konzertreihe zum Thema "Beethoven plus..." im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin und weiteren renommierten Häusern spielen wird.
In zunehmenden Maße ist David Geringas als Dirigent gefragt. Er dirigierte u. a. Orchester wie die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin, die Kammerphilharmonie des MDR-Leipzig, die Jenaer Philharmonie, die Hamburger Symphoniker, das Kammerorchester der Wiener Symphoniker (Concert-Verein), die Kremerata Baltica, das Orchestra Regionale della Toscana, das Orchestra Sinfonica Siciliana, das Orchestra da camera di Padova, das Forum Philharmonie in Holland, das OFUNAM Orchestra Mexico-City und das Sinfonieorchester des Dänischen Rundfunks Kopenhagen.
Für seine erste CD-Einspielung als Dirigent erhielt er den „Choc de la Musique" der Musikzeitschrift „Le Monde de la Musique".
David Geringas ist ständiger Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters Vilnius.







