Pressestimmen David Geringas

Wiener Symphoniker

Gäbe es einen "Oscar" für Live-Auftritte, wäre dieser wahrscheinlich an ihn vergeben worden: David Geringas hätte ihn für seine Wiedergabe des 1. Cellokonzerts von Schostakowitsch mehr als verdient. Die Wiener Symphoniker unter Vladimir Fedosejew begleiteten eindrucksvoll. Berückend geriet der langsame Satz. Ein Klangtraum, den Geringas mit Innigkeit spielt. Wunderbar schwebende Noten, zart getupft und makellos, faszinieren ebenso wie die Gefühlstiefe...
Kronen Zeitung, Oktober 2002

Gewandhausorchester Leipzig (Pfitzner Cellokonzert a-Moll)

...Wenn diesen Part ein Meister wie David Geringas spielt, wird das Werk zum tief bewegenden Ereignis. Er musiziert mit bewundernswerter Intensität und berückender Klangschönheit, meistert alle technischen Anforderungen gelassen. Für den stürmischen Beifall bedankte er sich mit einem Stück von Peteris Vasks, das zum wunderbaren Instrumentalklang eine Vokalise fügt.
Leipziger Volkszeitung, April 2001

...Als wäre David Geringas nicht schon einer der besten und interessantesten Cellisten der Gegenwart, erwies er sich nun auch noch als fähiger und charismatischer Orchesterleiter, am Cello wie am Pult. Gleich drei konzertante Werke hatte Geringas mit der Philharmonie einstudiert...Den glänzenden Auftakt bildete das erste Konzert von Boccherini, ein hochvirtuoses Stück, dessen technische Schwierigkeiten Geringas mit Bravour meisterte.
Ostthüringer Zeitung, November 2001

...Wer jemals Zeuge der meisterlichen, vollkommen unaffektierten Kunst des David Geringas wurde, hat diesen Cello-Virtuosen ins Herz geschlossen. Technische Perfektion gerät ihm nie zum Selbstzweck, sogar komplizierteste Läufe und Figuren, die andere zu funkensprühenden Räuschen verführen mögen, absolviert er in nobler, puristischer Eleganz. Haydns D-Dur-Konzert atmet aus seinem feinnervig-subtilen Spiel Anmut und Würde, sittliche Strenge. Und die Kadenzen, wie sich das gehört, hat er selbst hinzugefügt. In diesem Geiste, dieser Manier erweist sich Geringas als idealer Partner des Weimarer Kammerorchesters.
Klang-Welt, Juni 2002

...Der Rostropowitsch-Schüler fühlte sich tief ein in das Seelische dieses Elgar-Konzertes...Als Meister der Zwischentöne entlockte er seinem Instrument Nuancen...Gerade die langsamen, expressiven Passagen gestaltete Geringas sensibel und leuchtete letzte emotionale Winkel aus.
WZ, Mai 2002

...Zum Ereignis wurde das Konzert aber durch den litauischen Dirigenten und Weltklasse-Cellisten David Geringas...Geringas pflegt einen wunderbar eloquenten französischen Ton und besitzt ein äußerst feinnerviges Gespür für rhythmische Distinktion, dynamische Pointierung und vor allem für die Kantabilität seiner Partie...Zugleich verfügt Geringas über viel Sinn für klassizistische Strenge und verzichtet auf jegliche interpretatorische Eitelkeit. Ungeheuerlich ist seine technische Brillanz, die etwa Danzis Variationen oder Boccherinis ziemlich anspruchsvolle Kadenzen ganz nebenbei zu einer funkenstiebenden Demonstration des Cellospiels werden ließ: Wahre Souveränität offenbart sich eben in der scheinbar selbstverständlichen Leichtigkeit und Eleganz, die die Aufmerksamkeit auf die Kunst, nicht auf den Künstler richtet.
Thüringer Landeszeitung, November 2001

…Doch als ob er noch immer nicht die volle Skala seines Ausdruckspotenzials ausgelotet hätte, nimmt der Cellist in der Zugabe von Peteris Vasks, einem den Aufruhr der hochgepeitschten Emotionen besänftigenden lettischen Lied, auch noch seine Stimme zu Hilfe, quasi duettierend mit seinem Instrument: ein erstaunlicher Akt instrumental-vokaler Artistik!
Stuttgarter Zeitung, März 2002

...den größten Triumph feierte Geringas, nachdem er Haydns Cello-Konzert dirigiert und gespielt hatte, als er zwei "Seiten" aus dem "Buch für Cello"von Vasks als Zugabe spielte.
El Economista, Mai 2001

Elgar: Cellokonzert

...Den Höhepunkt des Abends bedeutete der Auftritt des Solisten David Geringas... Eine einsame Cellomelodie bahnte sich in das Cellokonzert in e-Moll op. 85 von Elgar...Geringas sichtbare Verbundenheit mit dem Instrument faszinierte, und es sah aus, als würde er in den Klangkörper flüstern und mit flinken Fingerspitzen die Geschichte herauslocken, Summ- und Zupflaute unterbrachen abrupte Stille und weckten die Neugier, bald schon überschäumten die Emotionen, um gleich wieder in mutlose Lethargie zu fallen Der Tanz der Finger bestimmte das Spiel der Töne, ein liebliches Streicheln der Musik kletterte in die höchsten Klangregionen des Cellos, als schwebten Elfen über die Saiten...Der tosende Applaus des Publikums bewog den hervorragenden Cellisten zu einer Zugabe.
Jungfrau Zeitung, August 2001

...David Geringas und Tatjana Schatz-Geringas aus Deutschland sind Gleichgesinnte im Leben und in der Kunst...Eine aristokratische Feinheit, die durch eine perfekte Technik und eine angemessene Dosis von emotionaler Energie ergänzt wird...Bis jetzt das beste, was von dem Festival geboten wurde. Die 5. Sonate von Beethoven wird von Geringas als eine interessante klassische Neuheit gespielt, in der jeder Ton und jedes Timbre die Funktion einer Inszenierung erfüllen und damit einen lebendigen Eindruck von etwas schaffen, das zu der Ära passt, aber nicht staubig ist, wenn es mit zeitgenössischen Augen betrachtet wird. Der Epilog aus dem Ballett Peer Gynt von Alfred Schnittke, den der Komponist selbst für Cello, Klavier und eine Choraufnahme auf eine Bitte von M. Rostropowitsch transkribierte, ist eine Entdeckung eines Werkes von höchster Suggestion und Kunst. Wenn bis zu diesem Abend Schnittkes Werk für irgendjemanden störend oder gar abschreckend gewesen sein sollte, nach dieser Darbietung müßte er gezwungen sein, sich zu fragen, ob Schnittke nicht der größte Star unter den zeitgenössischen Komponisten ist, so wie Geringas es unter den ausführenden Künstlern ist. Die faszinierend großartige und seelenvolle Interpretation, in der Cello und Klavier in ein großes Ganzes verschmelzen...ist nur das eine. Es folgt dann das übrige – eine feine, empfindsame Intonation..., eine wunderbare Verschiedenartigkeit der Intensität von Klang und Timbre, die zu einem neuem Stand des Verständnisses bei der Entdeckung dieses Werkes führen. Das ist zeitlose Musik, und sie wird es besonders durch die Interpretation von Geringas.
"Liela Gilde", Juli 2001

Israel Northern Symphony Orchestra Haifa

Die Israel Northern Symphony Haifa beging das Ende ihrer Spielzeit mit einem originellen und klugen Programm aus drei Werken, bei denen der hervorragende Cellist David Geringas der Star war. Das Standardkonzertschema von Einleitung, Konzert und Sinfonie wurde außer Acht gelassen, und zu Beginn wurden wir mit einem neuen und sehr interessanten Werk des litauischen (jüdischen) Komponisten Anatoljus Senderovas, "Songs of Sulamite", abgeleitet vom Lied der Lieder,verwöhnt. Senderovas überträgt dem Cello eine emotionale Rolle mit Untertönen der jüdischen Liturgie, die Geringas mit offensichtlich starkem Sentiment spielte. Das Orchester übernimmt östliche Motive und murmelnde Effekte der Musiker. Diese vereinigen sich zu einer faszinierenden "Konversation", die das Publikum mit Interesse und Erregung aufnahm. Das beweist, daß ein ernsthaftes und engagiertes Orchesterspiel die Neugier und Aufmerksamkeit des Publikums für ein gutes und erfolgreiches Werk weckt. Das Werk ist wirklich gut. Geringas Darbietung von Tschaikowskys Rokoko-Variationen war einerseits virtuos und andererseits voll melancholischen Ausdrucks. Auch hier steht Geringas im Mittelpunkt, und er offenbart die wunderbaren Eigenschaften, die ihn als einen der größten Cellisten unserer Generation auszeichnen. Als Finale übernahm Geringas die Rolle des Don Quixote – des Ritter-Cellisten in Richard Strauss' Werk. Wie schon in den Rokoko-Variationen zeigt auch Strauss die vielen Gesichter des Don Quixote im Solocello-Part, vom traurigen, kühnen, machthungrigen Ritter bis zum Sieger. Am Ende des Stücks stirbt mit erregendem Klang der besiegte Quixote – von Geringas porträtiert – zu traurigen und sehr beeindruckenden Noten...Dieses Konzert ist ein interessantes und erfreuliches Ende der Spielzeit, bei dem Altes und Neues harmonische zusammenleben zu unserer musikalischen Freude.
Juli 2001

"UltraSchall" Festival für neue Musik Berlin

...Das Fesselnde bei diesem Erlebnis war ganz besonders Geringas zu verdanken, in dessen expressivem und leidenschaftlichem Spiel gleichsam der Grundgedanke des Programms focussierte: In allen drei Musiken – (Vasks, Rihm, Gubaidulina) – war ein inniges Bekenntnis zum Menschlichen...zu spüren. Das Cello, hier immer ein Hauptakteur, stand dafür. Ganz unbedingt beim Auftakt mit dem Solo-Stück "Das Buch" von Vasks, das Geringas mit unglaublicher Energie und virtuoser Raffinesse (auch dazu singend) als dramatisch impulsiven wie auch sensiblen Monolog gestaltete.
Neues Deutschland, Januar 2002