Aktuelle Informationen, Termine und Aktionen der Gleichstellungsstelle Iserlohn

Weibergeschichten aus der schönen neuen Welt

Vierzig Autorinnen und drei Autoren sind dem Aufruf des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten im Märkischen Kreis gefolgt und haben sich am vierten Literaturwettbewerb „weibergeschichten“ beteiligt. Die Jüngste unter ihnen ist Jahrgang 2001, und war somit beim ersten „weibergeschichten“-Wettbewerb noch gar nicht geboren. Die Älteste ist 80 Jahre alt. Genau so weit gefächert wie das Alter der Teilnehmer*innen, sind auch die Themen der eingereichten Geschichten und Gedichte, insgesamt rund 100 Seiten Text … eine Menge Lesestoff für die Jury, die die drei Preisträgerinnen und 14 weitere Beiträge für die Anthologie ausgewählt hat, die im Iserlohner Mönnig-Verlag erschienen ist. Sie ist für 10 Euro in der Gleichstellungsstelle aber auch im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.

Unter dem Titel „Schöne neue Welt“ standen drei verschiedene Unterthemen zur Wahl, um die Fantasie der Hobbyliterat*innen auf die Reise zu schicken. Sie waren eingeladen, das Thema Flucht und Migration aufzugreifen (Schöne neue Heimat), eine Utopie des reibungslosen Zusammenlebens der Geschlechter zu erzählen (Schöne neue Gleichheit) oder vom Mut zur Veränderung zu berichten (Schönes neues Leben). Dabei sollte der Titel durchaus eine Anspielung auf den berühmten Roman Aldous Huxleys sein. „Wir wollten die Teilnehmerinnen ermutigen, sich seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft zum Vorbild zu nehmen“, so die Veranstalterinnen.

Der erste Preis, der Besuch einer Lesung mit anschließender Übernachtung im Iserlohner Literaturhotel Franzosenhohl, ging an die Werdohlerin Doris Althoff. Die Kommunikationswirtin gehört seit 2000 der Geschichtenschmiede Volmetal an. In diesem Jahr war sie auch eine der Siegerinnen des ersten „weibergeschichten“-Wettbewerbs. Christiane Röper aus Iserlohn, die den dritten Platz belegte, ist ebenfalls eine „Wiederholungstäterin“, sie war bereits einmal im Jahr 2009  unter den siegreichen Autorinnen und ist Mitglied im Autorenkreis Schreibzauber. Über den zweiten Platz konnte sich Kirsten Schwabe aus Schalksmühle freuen. Die 30jährige Kunsthändlerin, die auch als Autorin arbeitet, wurde zum ersten Mal bei den „weibergeschichten“ ausgezeichnet. Beide erhalten einen Preis aus dem Uschtrin-Verlag (das Jahresabo der AutorInnenzeitschrift “Federwelt“ und den Doppelband „Heute schon geschrieben? Mit Profitipps zum Bucherfolg“).

 

Die Jury

Lüdenscheid: Dagmar Plümer, Leiterin der Stadtbücherei Lüdenscheid, und Cahide Ates, Germanistin und Lehrerin für Türkisch

Iserlohn: Christina Günther, Journalistin (WDR) und Buchautorin, und Silvia Mönnig, Journalistin und Verlegerin

Plettenberg: Felicitas Zelic, Grundschullehrerin in Elternzeit, und Ai-Lan Na-Schlütter, Journalistin

Alle sechs Jurymitglieder sind nach eigener Aussage wahre „Bücherjunkies“, ein Leben ohne Literatur können sie sich nicht vorstellen. Die Jury-Arbeit war allerdings Neuland für sie und so haben sie sich bei einem ersten Zusammentreffen Anfang April zunächst einmal darüber verständigt, welche Kriterien sie bei der Auswahl der Texte zugrunde legen wollen. Ganz entscheidend für ein außergewöhnliches Leseerlebnis, da waren sich alle einig, ist es, dass Bilder vor dem inneren Auge entstehen und dass die Geschichte, die erzählt wird, nachhallt und die Leser nicht mehr so recht loslässt. Kopf, Herz und Bauch sollten also gleichermaßen „Ja“ sagen.

Doch trotz dieser Einigkeit stellte sich bei der zweiten Jury-Sitzung Ende Mai heraus, dass individuelle Vorlieben dennoch ganz unterschiedlich ausfallen können. Nach intensiven Diskussionen und einer abschließenden Abstimmung waren letztendlich jedoch alle mit der Entscheidung zufrieden. In der Anthologie finden sich nun neben den drei prämierten Beiträgen alle Einsendungen, die von mindestens der Hälfte der Jury für die Shortlist nominiert waren oder sich bis zuletzt in der engeren Wahl für einen Preis befanden. Selbstverständlich waren alle Beiträge anonymisiert, so dass für die Jurorinnen weder Geschlecht, noch Alter oder Wohnort erkennbar waren.

 

Die Beiträge und Autor*innen der Anthologie

Der Troststrumpf, Doris Althoff, Werdohl

Textnachrichten, Kirsten Schwabe, Schalksmühle

Rosas Geburtstag, Christiane Röper, Iserlohn

 

Schöne neue Heimat?, Christiane Hafenmayer, Iserlohn

Zurück, Susanne Brandt, Holzwickede

Schöneck, Ines Mache, Arnsberg

Zwei Seiten Hoffnung, Helena Geitmann, Iserlohn

Alle Menschen sind gleich, Ursula Böhle, Iserlohn

Lieber Schöpfer, Andrea Hennecke, Hemer

Schöne neue Gleichheit, Werner Reiling, Iserlohn

Nicht mit ihr, Sonja Sternitzke, Iserlohn

Zaubertrank, Anneliese Kindel, Iserlohn

Kaffee ist immer ein guter Anfang, Sabine Hinterberger, Iserlohn

Aus dem Tagebuch einer Mütze, Uta Baumeister, Balve

Schönes neues Leben, Mayte Hafenmayer, Iserlohn

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Marie Ganglion, Lüdenscheid

Die Entscheidung, Stefanie Kniese, Meinerzhagen

 

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern - auch denen, die nicht in der Anthologie vertreten sind - dafür, dass sie ihre Geschichten mit uns geteilt haben.

Der Lila Salon ist umgezogen

Wir haben den Ort gewechselt und das Programm renoviert – aber all das, was den Lila Salon ausmacht, bleibt erhalten ... auch 2017!

Der Lila Salon im Varnhagenhaus hat in Iserlohn eine lange Tradition. Gemeinsam mit  Ruth Hansen, der Pfarrerin für Frauenarbeit im  Evangelischen Kirchenkreis  Iserlohn, hat die Gleichstellungsstelle diese Veranstaltungsreihe mit rund 90 Vorträgen, Filmen und Kleinkunst von und für Frauen in den vergangenen 15 Jahren fest etabliert. Doch die Zeiten, in denen regelmäßig mindestens 80 Besucherinnen das Angebot einer modernen Salonkultur wahrgenommen haben, sind schon länger vorbei.Das Kulturangebot in Iserlohn hat sich insgesamt erweitert und gerade für junge Frauen wirkte der "alte" Lila Salon inzwischen vielleicht auch ein wenig angestaubt.

Dass die Reihe überflüssig geworden ist, glauben wir hingegen nicht. Es ist nach wie vor wichtig, frauenpolitische Themen und feministische Perspektiven zu diskutieren und eine Bühne für weibliche Kulturschaffende zu bieten. Schon im 18. Jahrhundert waren Salons gesellschaftliche Treffpunkte für Diskussionen. Vor allem Frauen, betätigten sich als Gastgeberinnen und wurden damit häufig zu Wegbereiterinnen der Emanzipation.

Mit dem Umzug in die Städtische Galerie haben wir im letzten Jahr einen Neustart gemacht - an einem zentralen Ort und mit einem anderen Ambiente. Den Eintrittspreis mussten wir erstmals auf 10,- Euro erhöhen, der ermäßigte Preis bleibt jedoch gleich. Ein Glas Wein und das liebevoll vom ehrenamtlichen „Schnittkes-Team“ hergerichtete Fingerfood sind weiterhin im Eintritt enthalten

 

Das erwartet Sie im zweiten Halbjahr:

 

 

Körper-Kunst (Vortrag)

Dienstag, 12. September 2017, 19.30 Uhr

In den späten 90er Jahren begann eine Welle, die etliche Frauen dazu veranlasste, ihre Rückseite mit einem Tattoo zu zieren, das unter dem abfälligen Namen „Arschgeweih“ eine gewisse Berühmtheit erlangte. 2009 wurde sogar eine Barbie mit einem Sortiment an Tattoo-Aufklebern vermarktet. Es ist nicht zu übersehen: Der vormals hauptsächlich in zwielichtigen Milieus verortete Körperschmuck ist längst allgegenwärtig. Aber handelt es sich dabei um Kunst?

Die Referentin Dr. Ellen Markgraf wird an entsprechenden Beispielen die einerseits traditionsbedingten und die andererseits vom Zeitgeist geprägten Hintergründe der Körper-Kunst beleuchten. Die Frage nach künstlerischen Konzepten, in denen der Körper gleichsam zum Material wird und die Bedeutung verschiedener Motive und Symbole sind ebenfalls Thema. Neben Tattoos geht es dabei auch um Piercing und Body-Painting beziehungsweise Body-Art. Zu der Fülle der Möglichkeiten, den Körper als Gestaltungsfläche zu nutzen, gehören ebenso die sogenannten Skarifizierungen. Diese in vielen Ethnien verbreiteten Schmucknarben haben inzwischen ebenfalls ihren Weg in die Jugendsubkulturen westlicher Länder gefunden. Außerdem werden Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die den Körper als Leinwand gestalten.

Dr. Ellen Markgraf lebt und arbeitet als Kunsthistorikerin und Fotografin in der documenta-Stadt Kassel. In der Vergangenheit war sie bereits mit verschiedenen Vorträgen, etwa zu dem Thema „Die Kunst ist weiblich“, zu Gast im Lila Salon.

www.ellenmarkgraf.de

 

 

 

Lila Leinwand: Embrace (Englisch mit Untertiteln)

Dienstag, 17. Oktober 2017, Filmstart 19.30 Uhr

Filmpalast Iserlohn, Kurt-Schumacher-Ring 1-3

Eintritt 8 Euro

Medien, Werbung und Gesellschaft geben ein Körperbild vor, nach dem wir uns selbst und andere immer wieder bewerten und verurteilen. Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt wollte das nicht mehr hinnehmen. Sie postete ein ungewöhnliches Vorher-Nachher-Foto (vorher Größe 36 – nachher Größe 42) auf Facebook, löste damit einen Begeisterungssturm aus und rückte das Thema Body Image in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Und sie begab sich als Filmemacherin auf eine Reise um den Globus, um herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper so sehr ablehnen und dringend optimieren wollen.

Zu den Protagonisten des Films zählt auch Nora Tschirner, die „Embrace“ mitproduziert hat. In Deutschland war die Dokumentation bundesweit nur am 11. Mai in den Kinos zu sehen. Die Lila Leinwand sorgt jetzt für eine zweite Chance. Auf keinen Fall verpassen!

www.iserlohn.filmpalast-kino.de

www.embrace-derfilm.de

 

 

Felsenmond (Lesung mit Musik)

Dienstag, 21. November 2017, 19.30 Uhr

Nach ihrem Studium der Islamwissenschaft war Jasmin Adam viele Jahre im Jemen in der Entwicklungszusammenarbeit tätig und lebt heute in der Nähe von Freiburg.

Um anderen Menschen einen Blick auf die völlig andere Lebenswelt in den Bergen des Jemen zu ermöglichen und ihre vielfältigen kulturübergreifenden Erfahrungen zu teilen, schrieb sie den Roman "Felsenmond - Fünf Mädchen im Jemen“, der einfühlend die Herausforderungen im Selbstfindungsprozess junger Menschen beleuchtet. Sie möchte zeigen, dass die konkreten Probleme, mit denen sich junge Menschen im Jemen auseinander setzen, zwar sehr anders geartet sein können als in unserem Lebensumfeld, die zentralen Wünsche und Hoffnungen der Protagonisten aber durchaus mit denen eines westlichen Menschen vergleichbar sind. Gerade vor dem Hintergrund der bedrückenden Entwicklungen im Nahen Osten und dem hohen Zustrom von Flüchtenden aus dieser Region, möchte die Autorin zu einem positiven Austausch anregen und einen Lernprozess fördern, der uns befähigt, kulturelle Stärken anderer Menschen zu schätzen, ohne vor den möglichen Reibungspunkten die Augen zu verschließen.

Die Lesung wird von dem algerischen Musiker Ahmed Abdelali auf der Laute authentisch umrahmt.

www.jasminadam.com

 

 

 

Neu im Programm: Lila Leinwand

Eine weitere Kooperation bringt ebenfalls frischen Wind in den Salon: Gemeinsam mit Carola Knode vom Iserlohner Filmpalast wird das Experiment „Lila Leinwand“ gewagt. „Bisher waren unsere Filmabende aufgrund der beschränkten technischen Möglichkeiten immer etwas holprig“, sind die Gastgeberinnen des Lila Salons froh, dass nun in jedem Halbjahr ein besonderer Film in erstklassiger Kinoqualität gezeigt werden kann.

Am Dienstag, 25. April 2017, zeigen wir Marie Curie:

1903 erhält die Wissenschaftlerin Marie Curie als erste Frau gemeinsam mit ihrem Mann Pierre den Nobelpreis für Physik. Nur kurze Zeit später, mit gerade Mitte Dreißig und als junge Mutter zweier Kinder, verliert sie Pierre durch einen tragischen Unfall. Dennoch bahnt sie sich ihren Weg unerschütterlich weiter, setzt in einer von Männern dominierten Welt ihre gemeinsamen Forschungen alleine fort und erhält als erste Frau einen Lehrstuhl an der Pariser Sorbonne. Als sie sich dann, nach einer langen Zeit der Trauer um ihren geliebten Mann, in den verheirateten Wissenschaftler Paul Langevin verliebt und sich auf eine Affäre mit ihm einlässt, löst sie einen heftigen Skandal aus. Denn just in dem Moment, als ihr der zweite Nobelpreis zuerkannt werden soll und die ehrwürdige Académie des sciences über die Aufnahme Marie Curies in ihren Kreis berät, klagt sie die Pariser Presse öffentlich als Ehebrecherin an. Im vollen Glanze ihres Ruhms wird Marie Curie zum Ziel übler Diffamierungen und muss erfahren, wie unvereinbar Vernunft und Leidenschaft sein können...

Der Film der Regisseurin Marie Noëlle wird unterstützt von terre des femmes.

Immer freitags: Weiberwirtschaft

Weiberwirtschaft Flyer

Der gemütliche Bürgerraum am Fuß der Treppe zum Fritz-Kühn-Platz ist das Domizil des Bürgervereins Südstadt Iserlohn. Auch das Projekt "Südstadtgärten" hat dort sein Basislager ...

... und an jedem Freitag hat nun in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle auch die "Weiberwirtschaft" ein Zuhause gegenüber der Bauernkirche gefunden. Von 15 bis 17 Uhr steht die Tür offen für Frauen und Mädchen aller Generationen und Kulturen. Das "Wirtinnen-Trio" sind Gudrun Axmacher vom Vorstand des Bürgervereins, Bettina Reimertz und Judith Mühlenhoff. Doch was in der "Weiberwirtschaft" am Ende passiert, hängt immer ganz von den Gästen ab. Der offene Treffpunkt möchte zunächst nicht mehr sein als eine kleine "Zeitinsel" mit genügend Muße für Gespräche, Raum für Ideen und Platz für jede, die Lust hat, mal herein zu schauen und dabei zu sein.

Ein Überraschungssonderangebot auf dem Weg ins Wochenende! Unbedingt mal reinschauen und dringend weitersagen!!!

Titel des Flyers "Raus aus dem Schneckenhaus"

Raus aus dem Schneckenhaus - neue Kurse

Das Angebot für Frauen in Trennungssituationen wird voraussichtlich ab Mai 2017 fortgesetzt. Neue Teilnehmerinnen sind dabei jederzeit willkommen.

Außerdem kann eine Gruppe für Single-Eltern starten, sobald sich genügend TeilnehmerInnen angemeldet haben.

Weitere Infos zu den Inhalten finden sich im Flyer.

Die Plakataktion: Hilfe und Beratung bei häuslicher Gewalt

Plakat "Jede und Jeder hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben"
Als Plakat und als Visitenkarte in der Gleichstellungsstelle erhältlich.

Das Motiv der Veranstaltungsreihe "Jede und jeder hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben", die die Runden Tische gegen häusliche Gewalt im Märkischen Kreis regelmäßig durchführen, findet sich auch auf dem Info-Plakat wieder, das für alle InteressentInnen in der Gleichstellungsstelle erhältlich ist.

Es soll an möglichst vielen Orten in Iserlohn auf die Hilfeangebote hinweisen, die es für Betroffene von häuslicher Gewalt in unserer Stadt, in der Region und im Internet gibt. Zusätzlich gibt es Visitenkarten mit denselben Informationen in einem praktischen Ständer. Sie können überall dort stehen, wo Frauen die Möglichkeit haben, unbeobachtet ein solches Kärtchen einzustecken - zum Beispiel auf der Damentoilette. Wir würden uns daher besonders freuen, wenn sich auch Gastronomen bei uns melden und die Kampagne unterstützen.