Flächenaufbereitung in der Iserlohner Innenstadt
Abriss der ehemaligen Metallfabrik Wortmann und Sanierung des Geländes
Ende August 2007 haben die Stadt Iserlohn und der Altlastensanierungsverband NRW (AAV) mit den Arbeiten zum Gebäuderückbau und damit zur Sanierung der Altlasten auf dem Gelände der ehemaligen Metallfabrik Wortmann (Gerichtstraße / Wallstraße / Bleichstraße) begonnen. Fachtechnisch unterstützt werden sie dabei vom Märkischen Kreis.
Am 25. September 2007 waren die Vorarbeiten soweit fertiggestellt, dass erste Abbrucharbeiten mit schwerem Bagger beginnen konnten.
Mauerwerk, Holz und andere typische Baustoffe wurden vor Ort auseinander sortiert, um sie entweder einer geordneten Wiederverwertung oder Entsorgung zuzuführen. Andere vorab gekennzeichneten kontaminierten Bauteile, zum Beispiel aus Galvanikbereichen, wurden fachmännisch abgebaut und einer gesonderten Entsorgung zugeführt.
Die Rückbaumaßnahmen der aufstehenden Gebäude wurden bis Anfang 2008 fertiggestellt.
Bis Mitte April erfolgte die Sanierungsuntersuchung durch Sondierungen auf der gesamten Fläche des ehemaligen Wortmanngeländes. Die Ergebnisse dieser Untersuchung geben dann weiteren Aufschluss über die künftige Vorgehensweise.
Die Gebäude der ehemaligen Metallfabrik Wortmann an der Gerichtsstraße wurden abgebrochen.
Unschöne Hinterlassenschaften
Die Firma Wortmann betrieb auf dem rund 3.700 m² großen Areal in der Zeit von etwa 1938 bis zum Jahr 2002 einen Metallverarbeitungsbetrieb mit Galvanik, Gießerei, Dreherei und Schleiferei. Vorwiegend wurden Bad-Armaturen hergestellt. Eine Gefährdungsabschätzung aus dem Jahr 2005 ergab Verunreinigungen des Bodens unterhalb der Gebäude durch leicht lösliche Schwermetalle wie Chrom und Blei. Auch das Grundwasser zeigte bereits Belastungen.

In einem Pressegespräch am 20. August 2007 erläuterten Vertreter der Stadt Iserlohn, des AAV und des Märkischen Kreises den geplanten Ablauf des Sanierungsprojektes.

Rund einhundert Anlieger und Eigentümer folgten anschließend der Einladung zum Bürgergespräch und ließen sich durch die Fachleute von Stadt, AAV, Märkischer Kreis und dem Gutachterbüro informieren.
Eine Nacht mit Folgen
Wegen eines Brandes auf dem Gelände in der Nacht vom 15. auf den 16. März 2007 kann das ursprünglich geplante Vorgehen von Stadt Iserlohn und AAV – zunächst sollte die Sanierungsuntersuchung erfolgen, anschließend dann der Rückbau und die Sanierung – nicht mehr aufrecht erhalten werden. Der Brand, das Löschwasser und die nachfolgenden Niederschläge, die nun ungehindert in die zerstörten Gebäude eindringen, weichten die teilweise längst marode Bausubstanz weiter auf. Die Standfestigkeit eines großen Teils der Gebäude ist so beeinträchtigt, dass akute Einsturzgefahr besteht. Dadurch sind ein gefahrloses Betreten und damit die Durchführung der Sanierungsuntersuchung nicht mehr möglich.
Der Abbruch der Gebäude wird bis Ende 2007 abgeschlossen sein. Anschließend erfolgen bis zum Frühsommer des Jahres 2008 die sogenannte Sanierungsuntersuchung und -planung. Dann erst kann mit der eigentlichen Sanierung des Geländes begonnen werden.
Die Kosten
Die Kosten für den Abbruch, die Sanierungsuntersuchung und -planung werden insgesamt etwa 850.000 Euro betragen, von denen der AAV achtzig Prozent und die Stadt Iserlohn die übrigen zwanzig Prozent übernehmen. Die Kosten der Sanierung selbst können erst nach der Auswertung der Ergebnisse der Sanierungsuntersuchung und -planung kalkuliert werden.
Was die Zukunft bringt
Die mit der geplanten Sanierung einhergehende Flächenaufbereitung gibt der Stadt Iserlohn die Möglichkeit, das Areal wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen und gefahrlos zu nutzen. Die Planung der Stadt Iserlohn sieht auf dem westlichen Grundstücksteil eine Wohnnutzung in Form einer Straßenrandbebauung zur Schließung der vorhandenen Baulücke vor, auf dem östlichen Geländeteil soll zunächst eine Stellplatzanlage errichtet werden. Langfristig soll auch auf dem östlichen Geländebereich eine Wohnbebauung entstehen. Zudem ist inmitten des Areals die naturnahe Offenlegung des Baarbaches vorgesehen.
Hintergrundinformation zum AAV
Der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt in Nordrhein-Westfalen Kreise, Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 % der finanziellen Mittel auf und übernimmt außerdem in der Regel auch das Projektmanagement. Der Vorteil ist, dass er dabei seine vielfältigen Erfahrungen in die Sanierungsmaßnahmen einbringt, die er in den Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1988 gesammelt hat.
Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land Nordrhein-Westfalen, die Kommunen des Landes sowie Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband zirka zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke werden dann sofort wieder in Projekte investiert.
Ansprechpartner
bei der Stadt Iserlohn:
Michael Rüther, Tel. 02371 / 217-2943
E-Mail: umwelt(at)iserlohn.de
beim Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV):
Dr. Rita Bettmann, Tel. 02324 / 5094-18








