Pressemitteilung der Stadt Iserlohn

„Lebensläufe im 20. Jahrhundert – 75 Jahre Kriegsende“ - Neues Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn

Das neue Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn für das I. Halbjahr 2020 liegt vor. Die insgesamt sechs Veranstaltungen stehen unter der gemeinsamen Überschrift „Lebensläufe im 20. Jahrhundert – 75 Jahre Kriegsende“.

Kulturressortleiter Jochen Köhnke und Stadtarchivar Rico Quaschny sind überzeugt, mit der Themenauswahl und der bewährten Mischung aus lokalen Referenten und auswärtigen Experten wieder ein interessiertes Publikum zu erreichen. Jochen Köhnke freut sich besonders über die Kooperationsveranstaltung mit dem Gymnasium An der Stenner, die die Schülerinnen und Schüler mit dem wichtigen Thema des Kriegsendes 1945 konfrontiert. „Unterschiedliche Lebensläufe in einer Vortragsreihe mit dem 75. Jahrestag des Kriegsendes zu verbinden, lag nahe, da die Biografien aller vorgestellten Personen in ganz unterschiedlicher Art und Weise durch die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges geprägt wurden“, erläutert Stadtarchivar Quaschny die Konzeption des Programms.

Der frühere Iserlohner Stadtarchivar Götz Bettge wird im ersten Vortrag am 28. Januar die Iserlohner Jahre des Architekten Theodor Hennemann (1901-1988) vorstellen. Während Hennemann heute kaum noch jemandem in Iserlohn bekannt ist, entstanden in seiner nur sechsjährigen Tätigkeit in Iserlohn so bekannte Bauten wie die Notwohnungssiedlung an der Schlieperstraße und die Jugendherberge.

Der Historiker und langjährige Referatsleiter im LWL-Medienzentrum für Westfalen Dr. Volker Jakob stellt am 18. Februar den westfälischen Landadeligen Franz von Papen (1879-1969) als Reichskanzler, Steigbügelhalter und Lügenbaron vor.

Die Reihe „Iserlohner Köpfe“ setzt Wolf R. Seltmann aus Iserlohn am 3. März mit einem Vortrag über Werner Jacobi (1907-1970) und die Schwierigkeiten des politischen Neuanfangs 1945 fort. Anlass für den Vortrag über den Iserlohner Oberbürgermeister, Landtags- und Bundestagsabgeordneten, der auch als politischer Schriftsteller wirkte, ist der 50. Todestag von Jacobi.

Der Theologe und Publizist Peter Bürger aus Düsseldorf, Mitbegründer des Christine-Koch-Mundartarchivs in Eslohe, geht am 24. März unter der Überschrift „Das sauerländische Dreigestirn“ der Frage nach, wie sich die Dichterinnen Josefa Berens-Totenohl, Maria Kahle und Christine Koch im Nationalsozialismus verhalten haben und wie sie nach dem Kriegsende mit ihrer Vergangenheit umgingen.

Wenige Tage bevor sich am 8. Mai 2020 das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal jährt präsentiert das Stadtarchiv in Kooperation mit dem Gymnasium An der Stenner im Forum der Schule am 5. Mai den Film „Als die Amerikaner kamen. US-Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen“. Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, wird als Historiker und Co-Autor des Films in seiner Einführung besonders die Entstehung und Überlieferung des einzigartigen Filmmaterials thematisieren.

Am 23. Juni spricht die Historikerin Katja Hofbauer über Leben und Schicksal der jüdischen Geschwister Koppel aus Letmathe, deren Familie schon im 19. Jahrhundert in Letmathe ansässig war. Eine historische Fotografie der Familie Koppel ist das Titelmotiv des Faltblattes, mit dem das Stadtarchiv für die Veranstaltungsreihe wirbt. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Heimatverein Letmathe und dem Förderverein Haus Letmathe im Kolpinghaus Letmathe statt.

Das Faltblatt mit einer Terminübersicht und Informationen zu den einzelnen Vorträgen liegt im Stadtarchiv, bei weiteren Kulturinstituten, in der Stadtinformation und im Rathaus aus. Es wird auf Wunsch gern zugesandt und ist im Internet abrufbar (www.archiv-iserlohn.de). Alle Veranstaltungen sind auch im neuen VHS-Programm zu finden, da die Volkshochschule als bewährter Kooperationspartner auftritt.

Neben dem Vortragsprogramm wird das Stadtarchiv am bundesweiten „Tag der Archive“ am Samstag, 7. März, wieder zu einem „Tag der offenen Tür“ einladen. Es beteiligt sich auch an der „Nacht der Kultur“ am Samstag, 6. Juni.

Die Vorträge des Stadtarchivs im I. Halbjahr 2020 im Überblick:

  • Dienstag, 28. Januar, 18.30 Uhr
    Die Iserlohner Jahre des Architekten Theodor Hennemann
    Vortrag von Götz Bettge, Iserlohn
    Stadtarchiv in der Alten Post

  • Dienstag, 18. Februar, 18.30 Uhr
    Franz von Papen: Reichskanzler – Steigbügelhalter – Lügenbaron

    Vortrag von Dr. Volker Jakob, Drensteinfurt
    Stadtarchiv in der Alten Post

  • Dienstag, 3. März, 18.30 Uhr
    Iserlohner Köpfe: Werner Jacobi (1907-1970)
    und die Schwierigkeiten des politischen Neuanfangs 1945
    Vortrag von Wolf R. Seltmann, Iserlohn
    Stadtarchiv in der Alten Post

  • Dienstag, 24. März, 18.30 Uhr
    Das sauerländische Dreigestirn.
    Die Dichterinnen Josefa Berens-Totenohl, Maria Kahle und Christine Koch im Nationalsozialismus
    Vortrag von Peter Bürger, Düsseldorf
    Stadtarchiv in der Alten Post

  • Dienstag, 5. Mai, 18.30 Uhr
    Als die Amerikaner kamen. US-Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen

    Einführung von Prof. Dr. Markus Köster, Münster
    Gymnasium An der Stenner (Forum)

  • Dienstag, 23. Juni, 18.30 Uhr
    Vier Brüder aus Letmathe. Leben und Schicksal der jüdischen Geschwister Koppel

    Vortrag von Katja Hofbauer, Hagen
    Kolpinghaus Letmathe
Vortragsreihe des Stadtarchivs
Kulturressortleiter Jochen Köhnke und Stadtarchivar Rico Quaschny präsentieren das neue Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn.