Thema im Stadtrat am 23. Juni 2020: Galeria Karstadt Kaufhof

In seiner Sitzung am 23. Juni 2020 hat sich der Rat der Stadt Iserlohn unter anderem mit dem Thema „Galeria Karstadt  Kaufhof“ befasst.

Dazu haben alle im Rat vertretenen Fraktionen (CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, Die Blaue, FDP, UWG-Piraten) einen gemeinsamen Antrag gestellt, den sie wie folgt begründeten:

"Der Rat der Stadt lserlohn bedauert die Entscheidung des Galeria Karstadt Kaufhof-Konzerns, auch den Standort lserlohn zu schließen. Der Weggang der Karstadt-Filiale trifft nicht nur die Kunden und Einzelhändler in der lnnenstadt, die auf einen sogenannten "Frequenzbringer" angewiesen sind, sondern insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hart. Wir drücken unsere volle Solidarität mit allen Angestellten aus, deren Arbeitsplätze aktuell gefährdet sind. Der mittelständische Einzelhandel und die Gastronomie in lserlohn gehen an ihre Grenzen, um Arbeitsplätze und Betriebe zu erhalten. Dagegen plant ein großer Betrieb, der Staatshilfe und Steuergelder in Anspruch nimmt, aber offensichtlich Massenentlassungen. ln Vergleich zu anderen Städten steht die Stadt lserlohn noch relativ gut da. Mehrere große Kornmunen in Nordrhein-Westfalen müssen ihre lnnenstädte völlig neu aufstellen. Die Planungen zum Schillerplatz müssen dagegen nur noch modifiziert werden. Wichtig ist jetzt, ein Signal zu setzen und frühzeitig negativen Entwicklungen entgegen zu steuern."

 

Dazu hat der Rat der Stadt Iserlohn folgenden Beschluss einstimmig gefasst:

  1. Die Schillerplatz GmbH wird gebeten, auf der Basis der jetzt vorliegenden Stegreifentwürfe, (Variante 1 und 2) kurzfristig mit potenziellen lnvestoren Gespräche zu führen.

  2. Vor diesem Hintergrund ist auch kurzfristig eine lnterimsnutzung für die Karstadt-lmmobilie zu verfolgen. Denkbar ist zum Beispiel die Vermietung einer Teilfläche an einen Lebensmittelhändler.

  3. Die Verwaltung wird gebeten, die nach einem Weggang von Karstadt entstehenden Versorgungslücken im Einzelhandelssortiment der lnnenstadt darzustellen und hierüber in einer der nächsten Sitzungen zu berichten.

  4. Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten zur Förderung der öffentlichen Bausteine der Planungen (z.B. Schillerplatz, Bürgerhaus) darzustellen und ggf. Förderanträge vorzubereiten.

  5. Die Schillerplatz GmbH wird gebeten, neben der geplanten Online-Bürgerbeteiligung die Öffentlichkeitarbeit zu intensiven und insbesondere die vorliegenden Stegreifentwürfe der Bietergemeinschaft AIP mittels geeigneter Publikationen einer breiten Öffentlichlieit, auch in den digitalen Medien, zur Verfügung zu stellen.

  6. Die Verwaltung wird gebeten, sich weiterhin um Gespräche mit dem Konzern zu bemühen.