Ehrenamtliche des Stadtarchivs mit „Heimat-Preis“ 2020 ausgezeichnet

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Stadtarchivs Iserlohn haben eine besondere Anerkennung ihrer Arbeit erhalten: Sie sind mit dem 3. Platz des „Heimat-Preises“ Iserlohn 2020 ausgezeichnet worden, den die Stadt Iserlohn auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt. Die geplante Preisverleihung musste pandemiebedingt leider ausfallen. Stattdessen gratuliert Iserlohns Bürgermeister Michael Joithe in einer Videobotschaft allen Preisträgern.

Ursprünglich unterstützt schon seit 2012 eine Gruppe von fast 20 Personen ehrenamtlich das Stadtarchiv Iserlohn. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen oder weil ihr Aufgabengebiet abgearbeitet war, hat sich der Kreis inzwischen auf ca. 10 Personen verkleinert.

Unentgeltlich, freiwillig und regelmäßig sind die Ehrenamtlichen bis zum Beginn der Coronapandemie im Stadtarchiv im Einsatz gewesen, um dieses mit ihren Kenntnissen über die Geschichte der Stadt, der Fähigkeit, ältere Handschriften lesen zu können, und mit tatkräftigen Ideen zu unterstützen. Fotografien werden gesichtet und für die Archivierung vorbereitet, Orte, Gebäude und Personen auf den Bildern bestimmt und beschriftet. Zahlreiche Negative und Dias wurden digitalisiert. Handschriftliche Eintragungen in standesamtlichen Geburts-, Heirats- und Sterberegistern werden akribisch in Datenbanken erfasst, sodass Interessierten schneller Auskünfte erteilt werden können. Täglich werden die Lokalzeitungen gesichtet, alle wichtigen Artikel zur Dokumentation der Stadtgeschichte und -entwicklung ausgeschnitten, beschriftet und im Stadtarchiv abgegeben. Bislang unerschlossenes Material im Stadtarchiv, z.B. von Vereinen und Firmen, wird geordnet, entmetallisiert, archivgerecht verpackt und systematisch erfasst, sodass in die Datenbank des Stadtarchivs neue Informationen zu Beständen eingetragen werden können und eine Nutzung der Bestände erstmals möglich wird. Über mehrere Jahre hinweg wurden auch zahlreiche Unterlagen von Büroklammern und sonstigem Metall befreit und in säurefreien Archivmappen umverpackt.

Vor allem beteiligen sich die Ehrenamtlichen mit eigenen Aktionen am „Tag der offenen Tür“, der seit 2012 regelmäßig in der „Alten Post“ angeboten wird. Sie unterstützen das Archivpersonal zudem beim Verkauf von Schriften, beim Bücherflohmarkt und bei der Bewirtung der Gäste. Außerdem werben sie für die regelmäßigen Aktivitäten des Stadtarchivs in ihren Bekanntenkreisen, zu denen auch die Heimatvereine in den Stadtteilen gehören. Sie zählen zum Stammpublikum bei den Vorträgen und haben durch ihre Kenntnisse der Archivaufgaben schon häufiger wichtiges Archiv- und Sammlungsgut aus Privatbesitz an das Stadtarchiv vermittelt.

Dieses bürgerliche Engagement für die Geschichte unserer Heimat befand die Jury für besonders preiswürdig. Die Auszeichnung soll die Gruppe motivieren, sich weiter sich zu engagieren, und auch neue Interessenten aus der Bürgerschaft ermuntern, sich für ihre Heimat und ihre Geschichte zu einzusetzen. – Das Team des Stadtarchivs hofft mit allen ehrenamtlich Engagierten, dass in absehbarer Zeit eine aktive Weiterarbeit wieder möglich sein wird.