Gelbgießerei

In Iserlohn, einem Gebiet mit reichhaltigen Galmeivorkommen, wurde bereits im Spätmittelalter Messing produziert.  Der im Galmei erhaltene Rohstoff Zink, der durch Röst- und Waschprozesse aus dem Galmei herausgelöst wurde, war dabei der entscheidende Inhaltsstoff. Erst durch die Zugabe von Kupfer konnte im Schmelzofen das flüssige Messing produziert und zu unterschiedlichen Produkten gegossen werden.
Das Zedlersche Universallexikon aus dem 18. Jahrhundert beschreibt das Verfahren so:

„Heutigen Tages wird das Messing aus Kupffer und Gallmey gemacht. (...) Es gehöret aber zu dem Messing-machen ein sehr grosser und weiter Platz, mit einem also eingerichteten Dache, daß der aufsteigende Dampff sich füglich dadurch hinaus ziehen könne. (…) Die Oefen sind in der Erde also gemacht, das der Wind das Feuer durch die Löcher, die mitten in dem Ofen sind, treiben, und die Kohlen anfeuern kann.“ (Band 20, 1732)

Mit der Gründung der Iserlohner Messinggewerkschaft 1750/1751 begann für diesen Industriezweig eine Blütezeit, denn Bergbau, Rohstoffaufbereitung und industrielle Fertigung lagen an einem Ort und in einer Hand. Mit dem steigenden Bedarf durch die Industrialisierung entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche neue und vergleichsweise kleine Betriebe und Fabriken – so auch durch Johannes Duncker und Franz Maste am Baarbach. In dem dortigen Messingwalzwerk und den Schmieden wurden ab 1822 Beschläge, Schnallen, Büchsen, Bügel, Pfeifen und Fingerhüte produziert.

In der wiederhergestellten Gelbgießerei können Besucher die traditionsreiche Handwerkskunst live miterleben. Die Hitze des Ofens, der bereits Stunden vor einer Vorführung in Betrieb genommen werden muss, sowie der Geruch des schmelzenden Metalls sind ebenso beeindruckend wie das Gespür des Gelbgießers für den exakten Moment, in dem er das flüssige Metall in die kühlen (Sand-)Formen gießen muss.
Aber Vorsicht: Auch wenn der Blick über die Schulter des Gelbgießers spannend ist, bitten wir Sie, auf Ihre Sicherheit und die Ihrer Kinder zu achten. Bitte halten Sie den vorgegebenen Abstand zum 900 Grad heißen Ofen ein und befolgen Sie die Anweisungen des Gießers.

Die Gießvorführungen dauern ca. eineinhalb Stunden und kosten 4 € (Kinder von 6–14 Jahren 2 €). Termine für Gruppen (bis 20 Personen) sind individuell vereinbar und kosten 60 €.

Termine für öffentliche Gießvorführungen finden Sie hier.

Baarstraße 220 - 226
58636 Iserlohn
Tel. 02371/217-1960 bis -1964
Fax 02371/217-1965
museum@iserlohn.de

Öffnungszeiten der Museen:
Samstags/Sonntags 11.00-16.00 Uhr
an Feiertagen geschlossen
Führungen für Gruppen nach Vereinbarung