Stadtmuseum Iserlohn

Stadtmuseum Iserlohn
Eines der schönsten Barockgebäude Iserlohns. Symmetrischer, siebenachsiger Bau mit geschwungenem Mittelrisalit und der Jahreszahl 1763. Ganz neu: der Aufzug auf der Straßenseite.
Stadtmuseum Iserlohn
Stadtmuseum Iserlohn

Das Museum der Stadt Iserlohn beherbergt beinahe 400 Millionen Jahre Stadtgeschichte.
Von den Korallenriffen, die sich während des Devon im heutigen Stadtgebiet entwickelten, über Fossilien alter Meeresbewohner bis hin zu den Werkzeugen von Neandertalern und Höhlenbewohnern, die vor 70.000 Jahren in Iserlohn lebten, reicht die Ur- und Frühgeschichte der Stadt.
Zur Stadtgründung kam es im Mittelalter und mit dem Erhalt der Stadtrechte begann auch die Produktion von Draht und Kettenpanzerhemden. Die Draht- und später Nadelproduktion war prägend für die Entwicklung Iserlohns im Mittelalter und der Frühen Neuzeit und für das Leben seiner Bewohner. 1851 arbeiteten mehr als 4.000 Personen im Nadelgewerbe, die Produkte wurden bis nach Asien exportiert.
Dank des unterhalb von Iserlohn geförderten Galmei, einem Zinkerzgemisch, entwickelte sich zudem im 18. Jahrhundert die Messingindustrie. Berühmtestes und auch kulturhistorisch relevantes Produkt sind die Iserlohner Tabaksdosen, die während des Siebenjährigen Krieges hergestellt und in Preußen und Holland verkauft wurden. Im 19. Jahrhundert sorgten allerdings zahlreiche Bodensenkungen im Innenstadtbereich von Hausbesitzern, deren Häuser schwer beschädigt wurden, für Proteste gegen den Bergbau.
Das Vereinswesen und die Geselligkeit prägten das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert, in den Kneipen wurden zudem neue politische Ideen diskutiert. 1849 schlugen preußische Truppen einen Aufstand Iserlohner Bürgerinnen und Bürger nieder, der mit der Erstürmung des Zeughauses – also des heutigen Stadtmuseums – begonnen hatte.

Untergebracht in einem der schönsten Barockgebäude der Stadt, hat sich das Stadtmuseum Iserlohn seit seiner Eröffnung im Jahr 1987 auch überregional einen hervorragenden Ruf erworben. Es ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH) und gilt als eine der herausragenden Stätten der Industriekultur in Westfalen (WasserEisenLand). Seit Sommer 2017 ist es außerdem Ankermuseum des Netzwerks „Preußen in Westfalen“.

Ausstellungs-Intermezzo „Fluch & Segen – Galmei Bergbau in Iserlohn“
6. August – 27. Oktober 2019
Was jahrzehntelang erfolgreich verdrängt wurde, gelangt durch den Umbau des Schillerplatzes wieder ins öffentliche Bewusstsein: Iserlohn war eine Bergbau-Stadt. Bereits vor der Stadtgründung im Mittelalter wurde hier nach Eisenerz gegraben, später garantierte das zu Messing weiterverarbeitete Galmei wirtschaftlichen Wohlstand für die Stadt und ihr gehobenes Bürgertum. Neben den rauchenden Schornsteinen prägten jedoch im 19. Jahrhundert auch Bodensenkungen und einstürzende Häuser das Stadtbild. Die katholische Kirche an der Lehmkuhle – dem heutigen Schillerplatz – musste nach gravierenden Bauschäden abgerissen werden. Die beschädigten Häuser und eingesunkenen Straßen beschäftigten nicht nur die Iserlohner Bürgerinnen und Bürger und die Stadtverwaltung, sondern auch die lokale und überregionale Presse. Dramatisch-überspitzte Artikel und Zeichnungen berichteten über die „sinkende Stadt“ und schürten die Ängste der Bevölkerung – der Bergbau geriet in eine gravierende Imagekrise.
Das Ausstellungs-Intermezzo greift die aktuelle Problematik der Bausubstanz unter Iserlohn auf und möchte den Blick auf die Vergangenheit des Bergbaus werfen, der von der Stadtbevölkerung je nach Stimmung als Fluch oder Segen angesehen wurde. Im Rahmen der Ausstellung bietet das Stadtmuseum ein breites museumspädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche und lädt zu Führungen und einem Gespräch mit dem Iserlohner Bergbau-Experten Rolf Klostermann ein.

Hier können Sie ein PDF des Ausstellungsflyers herunterladen!

Logo Stadtmuseum

Fritz-Kühn-Platz 1, 58636 Iserlohn
Anfahrt

Leiterin der Städtischen Museen:
Dr. Sandra Hertel
Tel. 02371/217-1960 bis -1964
Fax 02371/217-1965
museum@iserlohn.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr
Donnerstag 10.00 - 19.00 Uhr
Montags und an Feiertagen geschlossen.

Eintritt frei!

Sind Sie daran interessiert, Informationen zu den Veranstaltungen des Stadtmuseums und der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf zu erhalten (Flyer oder Einladungen per Postversand)? Dann senden Sie uns gerne eine E-Mail, wir treten mit Ihnen in Kontakt und nehmen Sie in unseren Verteiler auf.

Das Bild zeigt einen Kalender und den Schriftzug "Veranstaltungen"

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört seit 2016 zur Europäischen Route der Industriekultur. 

Das Stadtmuseum Iserlohn gehört zu den herausragenden Stätten der Industriekultur in Südwestfalen.

Seit Sommer 2017 ist das Stadtmuseum Iserlohn Ankermuseum des Netzwerkes "Preußen in Westfalen".