"Heil Dir im Siegerkranz!" - Der Erste Weltkrieg in der Literatur

Zusammengestellt von Dr. Walter Wehner, Iserlohn

22.02.-29.03.2018

Auch nach 100 Jahren sind die Narben des "Großen Krieges" nicht verheilt - nicht in der Natur, nicht in der Politik, nicht in den Ängsten der Menschen. Auf seinen Schrecken folgte der 2. Weltkrieg mit noch mehr Zerstörung, mit Holocaust, mit Hiroshima, mit Eisernem Vorhang. Zwar hat Europa danach für viele Jahrzehnte Frieden erlebt, einen brüchigen Frieden im Kalten Krieg, aber die Folgen des ersten Weltkrieges mit seinen teils willkürlichen Grenzziehungen im Orient und auf dem Balkan führen bis heute zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
"Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen" - William Faulkners Satz hat seine Gültigkeit behalten.
Der "Große Krieg§ hat nicht nur auf den Schlachtfeldern getobt, in Tannenberg, vor Verdun, in Afrika, im Orient. Er wurde auch zum Kulturkrieg, zum Zusammenbruch der "Alten Welt", zum Wegbereiter einer neuen Moderne. Er besaß seine absurden, ja dadaistischen Episoden, denkt man an Lenins Reise im verplombten Eisenbahnzug aus seinem Schweizer Exil nach Sankt Petersburg auf Kosten der deutschen Regierung, Kaiser Wilhelm II. als "Beförderer" der russischen Revolution.

In seiner Ausstellung "Heil Dir im Siegerkranz" holt Dr. Walter Wehner eine verdrängte Literatur ans Tageslicht, die den Krieg in Liedern und Gedichten begeistert besang und in Kinder- und Jugendbüchern eine ganze Generation mit chauvinistischen, gewaltverherrlichenden Darstellungen vergiftete.
Es gab in Deutschland auch eine Tradition des Ungeistes, die lange vor 1914 begann und nach 1945 durchaus fortlebte. An dieser Unkultur haben vor 100 Jahren fast alle bekannten literarischen Größen mitgewirkt, ob Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann, Erfolgsautoren wie Hermann Löns und Peter Rosegger, ob Arbeiterdichter wie Heinrich Lersch, gefeierte Poeten wie Ina Seidel, Rainer Maria Rilke und Hermann Hesse, ob Berliner Gymnasiast oder Dr. Richard Dehmel, ob katholischer Priester, evangelischer Pfarrer oder jüdische Gelehrte - und vor allem unzählige „dichtende“ Zeitungsleserinnen und Zeitungsleser.
Das Stadtmuseum liefert mit der Ausstellung einen besonderen Beitrag zur Aufarbeitung eines gewalttätigen Teils unserer Geschichte. Im eigenen Erleben, in der Auseinandersetzung, in dem gemeinsamen Gespräch der Besucher bleibt das Vergangene tatsächlich nicht tot, sondern wird lebendig.

Ausstellungskatalog zur Ausstellung

"Heil dir im Siegerkranz" - Der Erste Weltkrieg in der Literatur
Feldpostkarten - Kriegslyrik 1914-1918 - Kinder- und Jugendbücher
Aus der Sammlung von Dr. Walter Wehner

Der Ausstellungskatalog ist so umfangreich, dass es sinnvoll erschien, ihn ausschließlich online zur Verfügung zu stellen. Bitte wählen Sie aus den folgenden fünf PDF-Dateien diejenige(n), die Sie herunterladen möchten:

PDF 1: Gedichte auf Ansichtskarten
1.303 Seiten / ca. 10 MB

PDF 2: Anthologien
318 Seiten / ca. 3,3 MB

PDF 3: Gedichte in Einzelausgaben
548 Seiten / ca. 5 MB

PDF 4: Kriegsbücher für Kinder und Jugendliche
125 Seiten / ca. 1,4 MB

PDF 5: Heftserien
8 Seiten / ca. 300 KB