Industrielle Nadelproduktion

Iserlohn galt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der bedeutendsten Wirtschaftsmetropolen Westfalens. Kennzeichnend für die Weltgeltung ihrer Produkte war die Nadelherstellung. Die Einführung des Nadelgewerbes am Ende des 17. Jahrhunderts war eine folgerichtige Entwicklung, um den in der Region produzierten Draht vor Ort weiterzuverarbeiten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich vor allem der asiatische Markt zu großer Bedeutung für die Iserlohner Nadelfabrikanten.

Im Jahr 1851 waren mehr als 4000 Personen mit der Nadelherstellung beschäftigt. Die Auswirkungen zunehmender Mechanisierung und damit Rationalisierung in den Nadelfabriken, Überproduktion und Preisverfall trafen vor allem die männlichen Arbeitskräfte.

Bei rückläufigen Beschäftigungszahlen stieg der Anteil der Kinder- und Frauenarbeit von ca. 19% im Jahr 1851 auf über 35% im Jahr 1885. Mehrere Versuche, durch Kartellbildungen den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten, schlugen fehl.

Nach dem 2. Weltkrieg war vor allem durch den Verlust der ausländischen Absatzmärkte der Verfall der Nadelindustrie nicht mehr zu stoppen. Gab es um 1900 noch nahezu 50 Nadelproduzenten, so waren es 1946 nur noch 13. Heute werden in Iserlohn nur noch in einem Unternehmen Öhr-Nadeln hergestellt.

Transmissionsgetriebene Maschinen aus der Nadelproduktion
Transmissionsgetriebene Maschinen aus der Nadelproduktion
Musterbücher und Mustertafeln Iserlohner Nadelfabriken
Musterbücher und Mustertafeln Iserlohner Nadelfabriken
Nadelmappe aus den 1950er Jahren
Nadelmappe aus den 1950er Jahren
Die Stechuhr - ein Kennzeichen industrieller Disziplin(ierung)
Die Stechuhr - ein Kennzeichen industrieller Disziplin(ierung)
Nadelwanne zum Transport von Nadeln innerhalb der Fabrik
Nadelwanne zum Transport von Nadeln innerhalb der Fabrik