Sonderausstellung

Einige waren Nachbarn: Täter, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust

Schaulustige sehen zu, wie die Polizei Jüdinnen und Juden zur Deportation auf Lastwagen verlädt. Kerpen, Deutschland, 1942. Stadtarchiv Kerpen

Eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum

2. Juli bis 22. August

Die Wanderausstellung Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust adressiert eine der zentralen Fragen zum Holocaust: Wie war er möglich? Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Doch die Abhängigkeit dieser Täter von unzähligen anderen für die Durchführung der NS-Rassenpolitik ist weniger bekannt. Im nationalsozialistischen Deutschland und in dem von Deutschland dominierten Europa entwickelten sich überall, in Regierung und Gesellschaft, Formen von Zusammenarbeit und Mittäterschaft, wo immer die Opfer von Verfolgung und Massenmord auch lebten.

Einige waren Nachbarn untersucht die Rolle der gewöhnlichen Menschen im Holocaust und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese Einflüsse reflektieren Angst, Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang oder Chancen auf materiellen Gewinn. Die Ausstellung zeigt auch Personen, die den Möglichkeiten und Versuchungen, ihre Mitmenschen zu verraten, nicht nachgegeben haben und uns daran erinnern, dass es auch in außergewöhnlichen Zeiten Alternativen zu Kollaboration und Täterschaft gibt.

Die Ausstellung ist auch als Denkanstoss für die eigene Rolle in heutigen Debatten zu verstehen: Wie positioniere ich mich angesichts von Rassismus und Ausgrenzung, wenn ich diese in meinem Umfeld erlebe?

Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust wurde entwickelt vom United States Holocaust Memorial Museum und unter anderem gefördert von der David Berg Foundation, der Oliver Stanton Foundation, der William & Sheila Konar Foundation, der Blanche and Irving Laurie Foundation, der Benjamin and Seema Pulier Charitable Foundation, der Lester Robbins and Sheila Johnson Robbins Traveling and Special Exhibitions Fund, und Sy and Laurie Sternberg.

(Text: Webseite des USHMM, Foto: Stadtarchiv Kerpen)

Eine öffentliche Führung (max. 9 Teilnehmer) wird am 15. Juli um 15 Uhr angeboten. Aufgrund der vorgeschriebenen Rückverfolgbarkeit ist neben dem Namen auch die Tel.-Nr. anzugeben.

Wir freuen uns über Kontaktaufnahmen unter 02371/217-1961 und 1963 oder per E-Mail an museum@iserlohn.de


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