Herzlich willkommen auf der Homepage der Städtischen Museen Iserlohn

Aktuell in Barendorf

Im Außenbereich der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf ist bis zum 30. September die Ausstellung der Barendorfer Künstler "Kunst im Dorf" jederzeit und kostenfrei zu besichtigen. Weitere Informationen finden Sie hier.

In Kürze in Barendorf

Kein Röslein ohne Läuschen - Wilhelm Busch im Park
Sonntag, 8. August 2021 um 11 Uhr und um 14 Uhr
Alles Weitere finden Sie hier.

Der Vorverkauf hat begonnen

DrahtSaitenAkt 2021
14. Barendorfer Klassik-Fest
Sonntag, 5. September 2021
Weitere Informationen finden Sie hier.

Objekt des Monats Juli

Kupferstich von Iserlohn 1749

Der 1749 entstandene Kupferstich von Johann Heinrich Giese ist die bekannteste Stadtansicht Iserlohns aus dem 18. Jahrhundert. Sie zeigt die „Stadt Iserlon“ von der heutigen Alexanderhöhe aus – dies war auch bei später entstandenen Zeichnungen und Gemälden der am häufigsten gewählte Blickwinkel auf die Stadt. Gut zu erkennen sind auf der rechten Seite die Oberste Stadtkirche auf dem Bilstein und die darunter gelegene Bauernkirche auf dem Kirchplatz, dem heutigen Fritz-Kühn-Platz. In der Innenstadt ragen die Türme der Reformierten Kirche (links) und des Rathauses (dem Vorgängerbau vom Alten Rathaus) heraus. Als einziges Stadttor ist im Vordergrund das Westertor zu sehen, durch das Besucher aus Letmathe und (Hohen-)Limburg kommend die Stadt betraten.

Wie viele repräsentative Stadtansichten trägt auch dieser Kupferstich eine Inschrift, die als Lobgedicht auf Iserlohn verfasst ist:

„Geliebte Vaterstadt Gott hat dich recht beglücket,
Weil er die Kaufmanschaft bey dir gesegnet hat.
Wirst du durch Gottesfurcht und Fleiß auch stets geschmücket,
so heissest du mit recht die höchst beglückte Stadt.“

Der Stich entstand zu einer wirtschaftlich äußerst produktiven und erfolgreichen Zeit. Die Wiederbelebung des Galmei-Bergbaus, die Gründung der Messinggewerkschaft und die Ansiedlung von Nadelfabriken beförderten den Aufschwung Iserlohns im 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit zählte Iserlohn mehr Einwohner als Dortmund und Hagen und war durch die aktive Kaufmannschaft über die deutschsprachigen Grenzen hinaus gut vernetzt. Die geschickte Wirtschaftspolitik und das soziale Engagement des Bürgermeisters Johann Caspar Lecke machten Iserlohn daher zu einer „beglückten“ und reichen Stadt.

Nicht ohne Grund zieren entsprechende Allegorien den üppigen Rahmen um das Stadtbild: Auf der linken Seite steht Hermes als Schutzgott der Reisenden und der Kaufleute mit geflügeltem Kopf und Füßen, in der rechten Hand hält er den markanten Hermesstab. Ihm gegenüber bewegt sich Fortuna, die Glücksgöttin, auf einer geflügelten Kugel. Neben der Inschrift weisen ein Jäger mit Jagdhund sowie Hirsch und Wildschwein auf den reichen Waldbestand rund um Iserlohn hin. Wie auf dem Bild jedoch deutlich zu sehen ist, sind bereits einige Hügel hinter der Stadt abgeholzt. Das Waldsterben setzte sich durch die beginnende Industrialisierung, die Holzkohle benötigte und sauren Regen verursachte, bis ins 19. Jahrhundert fort. Um 1830 war der natürliche Waldbestand um Iserlohn fast vollständig vernichtet.

Der Kupferstecher Johann Heinrich Giese stellte übrigens auch die ersten bekannten Iserlohner Tabaksdosen her. Er war für die Abbildungen auf den Dosen verantwortlich, die zunächst ähnlich wie die Vorlagen der Kupferstiche in das Metall geritzt wurden. Er erfand aber auch das Walzverfahren, mithilfe dessen die Serienproduktion von Tabaksdosen möglich wurde, eine Voraussetzung dafür, dass die Dosen letztlich zu Verkaufsschlagern wurden.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


Besuchen Sie das Stadtmuseum Iserlohn bei Facebook!