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Aktuelle Information

Der Besuch der Museen ist nur noch für geimpfte und genesene Personen möglich. Bitte führen Sie einen entsprechenden Nachweis bei sich und zeigen Sie ihn unaufgefordert vor. Kinder bis einschließlich 15 Jahren sind von der 2G-Regel ausgenommen, sie müssen aber einen Schülerausweis mitführen.

Bitte beachten Sie, dass in den Innenräumen eine medizinische Mund-Nasen-Maske vorgeschrieben ist, ebenso bei Führungen im Außenbereich der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf.

Aktuell im Stadtmuseum

Sonderausstellung

Stadt - Kirche - Bürgertum
Die Geschichte der Obersten Stadtkirche zu Iserlohn

07. November 2021 bis 27. Februar 2022

Weitere Informationen finden Sie hier.

Objekt des Monats Januar

"Die Kartoffelschälerin – Alte Frau aus dem Sauerland“ - Ölgemälde von Paul Hermann Schoedder (1924)

Mit diesem Objekt des Monats präsentiert das Stadtmuseum Iserlohn ein bisher nicht in der Dauerausstellung öffentlich ausgestelltes Ölgemälde. Paul Hermann Schoedder (1887–1971) studierte Kunst in Leipzig und München und stellte im Laufe der 1910er und 1920er Jahre regelmäßig in Deutschland und insbesondere in Westfalen aus. Er lehrte an der Dortmunder Kunstgewerbeschule. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst weiter als Lehrer, später dann freischaffend.

Die „Kartoffelschälerin – Alte Frau aus dem Sauerland“ wurde 1924 gemalt, nach dem Weltkrieg und der Spanischen Grippe, kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Bei näherem Hinsehen offenbart das Porträt überraschende Details aus dem Leben der ärmlich wirkenden Greisin. Die Anzahl der Kartoffeln in der Emailschüssel auf ihrem Schoß deutet auf eine große Familie hin, für die sie das Essen vorbereitet. Mit ihren dreckigen Fingern hat sie offenbar die Kartoffeln im eigenen Garten mit den Händen ausgegraben und sich dann Schweiß von der Stirn gewischt.

Der Blick aus leicht trüben, ehemals sicher klaren blauen Augen hält den des Betrachters, aber dessen Anwesenheit scheint sie kaum zu interessieren, denn sie schält weiter, ohne auf ihre Hände zu sehen und die Kartoffelschale kringelt sich an einem Stück in der Schüssel. Die Haare der Kartoffelschälerin waren früher, wie an einigen der hochgesteckten Strähnen zu erkennen ist, schwarz, ihre Augenbrauen sind es noch. Schwere Lider, Tränensäcke und tiefe Furchen auf Stirn, Nase und in den Mundwinkeln erzählen von ernsten Lebenslagen. Gleichzeitig erzeugt ihre rosige Wangenhaut den Eindruck eines aktiven Lebens an der frischen Luft. Kurze graue Härchen haben sich aus der strengen Zopffrisur gelöst, als wären sie vom Wind zerzaust worden. Die Fingerknöchel sind rot und geschwollen wie bei einer Wäscherin. Am Ringfinger der linken Hand trägt sie einen Ehering.

Gekleidet ist die Greisin in einer fleckigen, dunkelblauen Bluse. Es handelt sich bei dem plessierten Kleidungsstück mit der doppelten Knopfleiste und den glänzenden blauen Knöpfen um ein ehemals feines Stück, das nun im Alltag aufgetragen wird. Eine Sonntagsbluse vielleicht, die zu feierlichen Anlässen wie Taufen und Hochzeiten getragen wurde. Der Rock der Kartoffelschälerin ist nicht zu erkennen, er wird von einer derben grau-blauen Schürze verdeckt – die übrigens fleckenlos ist. Die durch ein hartes und entbehrungsreiches Leben gekennzeichnete Sauerländerin strahlt gerade durch Details wie dieses eine ruhige Würde aus.

In drei markanten denkmalgeschützten Räumlichkeiten wird die vielfältige Kultur-, Industrie- und Stadtgeschichte Iserlohns hautnah erlebbar:

  • Eines der bedeutendsten Barockgebäude Iserlohns beherbergt das Stadtmuseum.
  • Der ehemalige Adelssitz Haus Letmathe präsentiert im Obergeschoss eine Ausstellung zur Alltags- und Handwerksgeschichte.
  • Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf gilt mit dem Nadelmuseum und der Haarnadelfabrik als bedeutender industriekultureller Standort und ist zudem als Künstlerdorf weit über die Grenzen Iserlohns bekannt.

Weiterhin betreut das Stadtmuseum den ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt am Fritz-Kühn-Platz, unterhalb der Obersten Stadtkirche.


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