Mutter mit Kindern

"Carl-Heinz Kipper - 13 Jahre in Angst"

Beeindruckende Film-Premiere am 18. Mai 2014

Die Premiere des Filmes „Carl-Heinz Kipper – 13 Jahre in Angst“ am Sonntag, 18. Mai 2014, im „Filmpalast Iserlohn“ traf auf große Resonanz. Rund dreihundert Zuschauer erlebten beeindruckende und bewegende Bilder, die die Geschichte des im Januar verstorbenen Iserlohners jüdischer Herkunft zeigten.

Der Film, in dem der Zeitzeuge Carl-Heinz Kipper über seine Erlebnisse und Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus berichtet, entstand aufgrund der jahrelangen Integrationsarbeit, die er vor allem über die Mitarbeit bei den „Historischen Erkundungen“ geleistet hat. Den fertigen Film konnte er selbst leider nicht mehr sehen. Mit ihm hat Iserlohn den letzten Zeitzeugen jüdischer Herkunft verloren. Der Film, zu dem ihn Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens ermunterte, ist nun zu seinem Vermächtnis geworden.

Die DVD zu dem rund 20-minütigen Dokumentarfilm „Carl-Heinz Kipper – 13 Jahre in Angst“ ist für einen Unkostenbeitrag von drei Euro erhältlich bei der Stadtinformation Iserlohn, Bahnhofsplatz 2.

Ab Herbst soll der Film im Rahmen der "Historischen Erkundung" in Iserlohn eingesetzt werden. Vor den Rundgängen lesen Schülerinnen und Schüler der Stufe sechs die Geschichte "Mathias und der Mensch aus Bronze", die die  konzeptionelle und pädagogische Grundlage für eine "Historische Erkundung" bildet. Dabei werden Schulklassen an Orte in Iserlohn geführt, die an jüdische Geschichte und Verfolgung erinnern (Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, Stolpersteine, ehemalige Synagoge und Gedenktafel). Zusätzlich besuchen die Kinder die städtischen Einrichtungen Bücherei, Museum und Archiv, wo sie weitere Informationen zum Thema Nationalsozialismus erhalten. Abschließend wird der Film "Carl-Heinz Kipper - 13 Jahre in Angst" im städtischen Jugendzentrum gezeigt und Fragen der Kinder werden beantwortet.

Von 2000 bis 2013 wurde die "Historische Erkundung" in Iserlohn mit 173 Schulklassen durchgeführt. Carl-Heinz Kipper war Ansprechpartner an den Stationen und berichtete abschließend über seine Erlebnisse und Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Zum Film:

Im Film berichtet Carl-Heinz Kipper über seine Erlebnisse und Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus. Sequenzen von Erzählungen des Zeitzeugen wechseln sich mit animierten Bildern in Zeichentrickform ab. Die animierten Szenen sind aus Originalfotos von Personen und Orten der damaligen Zeit entstanden.

Der Film beinhaltet Szenen aus seiner Schulzeit und zeigt mit Anfang des Nationalsozialismus beginnende Ausgrenzungsmechanismen. Erst da erfährt der christlich getaufte Carl-Heinz Kipper von seiner Mutter, dass er Jude ist. In der Reichspogromnacht erlebt er, dass Ausgrenzung in Verfolgung und Zerstörung mündet. Carl-Heinz Kipper erfährt das überdeutlich durch die Deportation seiner Mutter. Es gab aber auch Menschen mit Zivilcourage. Eine fromme katholische Witwe nimmt ihn bei sich auf und wird für den jungen Carl-Heinz zu einer zweiten Mutter. Im September 1944 wird Carl-Heinz Kipper verhaftet und in ein Arbeitslager bei Fulda deportiert. 1945 wurde er von den Amerikanern befreit.

Der Film endet mit der Wiederkehr seiner Mutter aus dem Lager Theresienstadt und seinem Appell "Bitte helft alle mit, dass so etwas nie, nie wieder passiert."