Senioren

Job-Lotsen - Hilfe beim Übergang von der Schule in den Beruf

Im Projekt "Job-Lotsen" können sich berufs- und lebenserfahrene Männer und Frauen nach Beruf und Familienphase für Schüler der Klassen 8 bis 10 in den Iserlohner Hauptschulen engagieren. Sie entwickeln gemeinsam mit den jungen Menschen eine Zukunftsperspektive und übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Die Job-Lotsen

- unterstützen und begleiten die Jugendlichen in der Schule

- helfen ihnen bei der Suche und Auswahl eines Ausbildungsplatzes

- stehen ihnen mit Rat und Tat bei Bewerbungen zur Seite

Sie sind an folgenden Schulen im Einsatz: 

- Hauptschule Martin Luther

- Hauptschule Letmathe

Weitere Informationen sind dem folgenden Faltblatt zu entnehmen:

Die Job-Lotsen brauchen Nachwuchs!

Die Joblotsen stellen sich allen Schülern und Schülerinnen ab der 8.Klasse vor, die sich im Prozess der Berufswahlorientierung befinden und stehen ihnen dann in regelmäßigen Sprechstunden zur Verfügung. Manchmal geht es nur um die Formulierung eines Bewerbungsschreibens oder die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch. In anderen Fällen helfen die Ehrenamtlichen dabei, aus den Wünschen und Vorstellungen erst einmal ein Ziel zu formulieren. Es ist heute schwieriger, in den Beruf zu kommen. Es gibt so viele Möglichkeiten, aber die Jugendlichen können sie oft nicht nutzen, weil sie sie noch nicht kennen. Die einfachste Lösung, weiter auf die Schule zu gehen, ist oft nicht die beste. Die Joblotsen können da mit ihren Erfahrungen, Kontakten und ihrem Netzwerk helfen. Unter der fachlichen Begleitung von Hinrich Riemann (als Nachfolger des langjärigen Ansprechpartners Georg Christophery), der für die Stadt das Gesamtthema "Übergangsmanagement Schule und Beruf" weiterentwickelt, kümmern sich Ehrenamtliche um zwei Schulen - und weiterer Nachwuchs wird gesucht. Ganz wichtig ist, dass man Spaß am Umgang mit Jugendlichen und Zeit für die wöchentliche Sprechstunde hat. Alles andere kann man lernen.

Neue Joblotsen erhalten zu Beginn eine intensive Einführung, bevor sie sich für die Aufgabe entscheiden. Auch anschließend wird keiner allein gelassen. Regelmäßige Treffen, Betriebsbesichtigungen oder kleine Fachvorträge unterstützen die Einarbeitung. Dieses Projekt bietet eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit für Menschen, die Freude am Umgang mit Jugendlichen haben und sie im Prozess der Berufswahlorientierung unterstützen möchten. Neue Mitstreiter werden dringend gesucht und sind im bestehenden Joblotsen-Team herzlich willkommen.

Wer Interesse hat, kann sich bei Hinrich Riemann (Tel. 02371/217-.2079, E-Mail: hinrich.riemann@iserlohn.de) melden.

Dietmar Halbeisen als ehemaliger Sprecher der Job-Lotsen über die Tätigkeit

Neue Betätigung für Männer und Frauen, die gut mit Jugendlichen umgehen können

Was machen Leute, die lange im Beruf gestanden haben, wenn sie in den Ruhestand gehen? Sie können ihrem Hobby nachgehen, reisen oder kulturelle Ereignisse genießen. Sie können aber auch ihr berufliches Wissen weitergeben an Schüler und Schülerinnen, die vor der schwierigen Entscheidung stehen, sich weiterhin „beschulen“ zu lassen oder sich Gedanken über einen zukünftigen Beruf zu machen. Vor dieser Entscheidung stehen in Iserlohn die meisten Haupt- und Realschüler der 9. und 10. Klassen.

So haben sich berufserfahrene Männer und Frauen bereits im Jahre 2006 als Job-Lotsen im ehrenamtlichen Dienst „Continue“ der Stadt Iserlohn zusammen gefunden. Diese Gruppe besteht heute aus immerhin 28 Ehrenamtlichen, die sich auf die Fahne geschrieben haben, mit ihrem beruflichen Wissen Jugendliche für einen Beruf fit zu machen. Sie alle verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in den unterschiedlichsten Berufen und Tätigkeiten. Die Iserlohner Schulen verfügen über gute Konzepte einer beruflichen Vorbereitung. Trotzdem klafft ein großes Loch zwischen dem, was eine Schule leisten kann und der tatsächlich erforderlichen Fähigkeit für eine berufliche Ausbildung.

Als die Job-Lotsen im Jahr 2006 ihre Tätigkeit begonnen hatten, starteten sie mit einer Art Pilotphase, die sie nach und nach zu einer dauerhaften Beratung über einen Zeitraum von fast drei Jahren ausdehnen konnten. Heute beginnen sie in Abstimmung mit den Schulen und der von der Stadt eingerichteten Stelle „Übergangsmanagement Schule – Beruf“ bereits in der 8. Klasse, in der die ersten Berufsorientierungsmaßnahmen mit einer Analyse der eigenen Stärken und Fertigkeiten durchgeführt werden. Die Job-Lotsen stellen sich im Rahmen der Stundenpläne den Schülern vor und erklären ihre Bereitschaft, jedem Schüler und Schülerin, die an einer Hilfestellung interessiert sind, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

In den 9. Klassen organisieren die Schulen zwei- bis dreiwöchige Betriebspraktika. Dort können die Jugendlichen erste Einblicke in die Berufswelt bekommen, da nicht alle Eltern über entsprechende Berufserfahrungen verfügen. Im gleichen Schuljahr findet auch die inzwischen bekannt gewordenen Ausbildungsplatzbörse („Karriere im MK“) statt. Hierfür bedarf es aber einer fundierten Vorbereitung, wenn sie für die Jugendlichen als Sprungbrett in eine Ausbildungsstelle dienen soll. Dazu gehören beispielsweise das Üben von Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgesprächen. Weitere Einblicke in die unterschiedlichen Berufsfelder bieten die auf diese Altersklasse abgestimmten Aktionen „backstage/backPack“, durch die man vor Ort in den Firmen gute Eindrücke über berufliche Tätigkeiten erlangen kann. Nicht zu vernachlässigen ist in diesem Zusammenhang das Erscheinungsbild und Auftreten unserer Jugendlichen, die für die meisten Berufe ganz wichtig sind, oft sogar wichtiger als nur einigermaßen ordentliche Zeugnisse.

Die Job-Lotsen geben den jungen Menschen die Gewissheit, nicht allein und nicht chancenlos zu sein. Zahlreiche Haupt- und Realschüler kennen nur eine Handvoll Berufe aus ihrem Umfeld und weitere Tätigkeiten, die im Fernsehen einen tollen Eindruck machen, wie Eventmanager, Ärzte, Immobilienmakler. Berufe, die in Iserlohn eine blendende Zukunft haben, sind ihnen oft nicht mal dem Namen nach bekannt. Für solche umfangreichen Beratungen brauchen die Job-Lotsen viel Geduld und Fantasie und sie haben auch Verbindung zu heimischen Unternehmen, wo sie vermitteln und helfen können. Ergänzend dazu gibt es inzwischen zahlreiche Schulpartnerschaften. Das sind Firmen im Umfeld der Schulen, die sich engagieren und sich auch gern von „ihren“ Partnerjugendlichen bevorzugt auf einen Praktikums- oder Ausbildungsvertrag ansprechen lassen.

In den Schulen stehen den Job-Lotsen meist gut ausgestattete Räumlichkeiten für ihre regelmäßigen Beratungsstunden zur Verfügung. Am Computer können die berufswilligen Schüler im Internet nach Ausbildungsstellen suchen, sich über weitere Berufe informieren und einen Lebenslauf oder eine Bewerbung schreiben oder auch nur überprüfen lassen.

Ein ganz wichtiges Anliegen ist den Job-Lotsen, Schülern die Idee einer vorzüglichen dualen Ausbildung in praktischen Berufen näher zu bringen anstatt sich der Einfachheit halber einfach weiter „beschulen“ zu lassen.

Wer also im Beruf steht oder gestanden hat und sich vorstellen kann, in eine anspruchsvolle und ehrenamtliche Zusammenarbeit mit Jugendlichen einzusteigen, ist bei den Job-Lotsen immer willkommen und kann sich im Continue-Büro der Stadt Iserlohn, Rathaus II, Werner-Jacobi-Platz 12, Zimmer U-201, Tel. 02371/2172095 melden.

28.02.2014, Dietmar Halbeisen