Die Sonne scheint durch Nebel in einem goldenen Wald im Herbst

Lärmaktionsplanung in Iserlohn

Aktuelles

Am 09. Juli 2019 wurde der Lärmaktionsplan (LAP) der Stufe 3 vom Rat der Stadt Iserlohn beschlossen.

Am 22.05.2019 wurde der LAP in einem gemeinsamen Ausschus von Umwelt- und Klimaschutz, Planung und Stadtentwicklung und Verkehr zur Vorberatung für den Rat vorgestellt. In der Zusammenfassung und Langfassung können die lärmbelasteten Bereiche und die Maßnahmenplanung eingesehen werden. Die jeweilige Umsetzung der Maßnahmen  wird nach eingehender Prüfung in den einzelnen Fachausschüssen gesondert beraten.

Was ist Lärm?

Die Wahrnehmung von Lärm durch den Menschen ist sehr unterschiedlich und subjektiv. Geräusche / Schall werden je nach Stimmung, Situation und Verfassung unterschiedlich wahrgenommen. Lärm ist unerwünschter Schall, der stört, belästigt oder die Gesundheit beeinträchtigt. Die Geräuschbelästigung durch Straßen-, Schienen- und Flugverkehr sowie durch Gewerbe und Industrie - so genannter Umgebungslärm - wird zu einem Umweltproblem.

Wozu dient die Lärmaktionsplanung?

Die  Lärmaktionsplanung soll dazu dienen, besonders belastete Bereiche zu identifizieren und Maßnahmen zu erarbeiten, die dazu geeignet sind, den Lärm zu reduzieren.
In derder Umgebungslärmrichtlinie der Europäischen Union sind die Anforderungen formuliert, um  - europaweit -  die Auswirkungen des Lärms zu erfassen, ihnen vorzubeugen und sie zu mindern. Im Jahre 2005 wurde die EU-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm durch Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) in nationales Recht umgesetzt.

Wer erstellt den Lärmaktionsplan?

Die Stadt Iserlohn ist dazu verpflichtet, einen Lärmaktionsplan aufzustellen. Federführend wid dies in Iserlohn in der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz erarbeitet. Diese tauscht die  Informationen mit den Abteilungen der Straßenverkehrsplanung, Straßen- und Brücken, Städtebauliche Planung, Straßenverkehrsbehörde und Landesbetrieb Straßen NRW aus und stimmt die Planungen des mit deren fachlicher Unterstützung LAP  ab. Dadurch sind von vorneherein alle Beteiligten in den Bearbeitungsprozess eingezogen. Daher wurden auch Maßnahmen aus dem  Verkehrsentwicklungsplan oder Radverkehrskonzept berücksichtigt.

Auch bei konkreten Einwohneranfragen erfolgt dieser interne Abstimmungsprozess.

Worauf beruht der Lärmaktionsplan?

Der Lärmaktionsplan beruht auf einer Lärmkartierung, die für die Stadt Iserlohn das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) erstellt hat. Die Daten der Lärmkartierung sollen national und europaweit vergleichbar sein und werden alle 5 Jahre überprüft und neu zur Verfügung gestellt. Die letzte Lärmkartierung wurde 2018 zur Verfügung gestellt. Ihr zugrunde liegen Verkehrszahlen aus 2015, die von den Landesstraßenbaubetreiben dem LANUV zur Berechnung übermittelt wurden. Für die Lärmaktionsplanung wurden für die Ermittlung der Belastungsschwerpunkte diese Daten noch mal überprüft und mit aktuelleren Daten teilweise ergänzt.

Die Stadt Iserlohn, hat daher in ihrer Betrachtung für die Lärmaktionsplanung zusätzlich noch Straßen mit aufgenommen, die in den Lärmkarten des Landes nicht auftauchen, weil es sich nicht um Landes- oder Bundesstraßen handelt.

Wo finde ich die Lärmkarten?

Die Lärmkarten können auf der Seite des LANUV unter http://www.umgebungslaerm.nrw.de/ eingesehen werden. Im Lärmkartenviewer kann man dort mittels Adresseingabe sehen, ob seine Straße in der Lärmkartierung enthalten ist und wie hoch die Belastung in dB(A) ist.

Wurden die Daten gemessen oder berechnet?

Die Lärmkarten beruhen auf berechneten Werten. Gemessene Werte können nicht erhoben werden, weil sie immer nur eine Momentaufnahme widerspiegeln.

Das BMU schreibt zum Thema „Messen oder Berechnen?“: „Die Verkehrslärmschutzverordnung 16. BImSchV fordert ausdrücklich, die Schallimmissionen zu berechnen. Die Berechnungsverfahren sind so konzipiert, dass in nahezu allen Fällen die Ergebnisse von Vergleichsmessungen unter denen der Berechnung liegen. Es ist demnach gerechtfertigt, Vertrauen in die Berechnung zu haben und vorsichtig mit Messungen zu sein.“ Das heißt aber auch, dass nur aufgrund berechneter Werte, die Anordnung von Straßenverkehrsrechtlichen Maßnahmen möglich ist.

Auf der Seite des LANUV wird anschaulich erklärt, wie die Lärmkarten entstehen (Link: http://www.umgebungslaerm.nrw.de/laermkartierung/index.php)

Wo kann ich sehen, welche Maßnahmen für welche Straßenabschnitte in Iserlohn geplant sind?

Anlage 1 und 2 enthalten  Handlungsbereiche - Betroffenheiten und Prioritäten und die  Emissionsfaktoren.

Anlage 4 und 5 die seit 2012 umgesetzten sowie bereits geplante Maßnahmen in den Handlungsbereichen der Lärmaktionsplanung und in

Anlage 5  sind die Prüfempfehlungen des Lärmaktionsplans aufgelistet.

Welche Maßnahmen zur Lärmreduzierung gibt es?

Als mögliche Maßnahmen werden allgemein betrachtet:

  • Geschwindigkeitsreduzierungen
  • Fahrbahnsanierungen und lärmmindernde Fahrbahnbeläge
  • straßenräumlichen Maßnahmen
  • Verkehrsverstetigungen
  • passiven Schallschutzmaßnahmen

Straßenräumliche Maßnahmen haben eine lärmmindernde Wirkung durch Vergrößerung des
Abstandes der Lärmquelle zur Bebauung mit Synergieeffekten wie:

  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • Verbesserung der Straßenraumqualität
  • Förderung des Rad- und Fußverkehrs
  • Reduzierung der Geschwindigkeit

Im LAP werden auch straßenräumlicher Maßnahmenvorschläge des VEP und des Projektes Soziale Stadt mit Lärmminderungseffekten übernommen. Die Straßenraumgestaltung soll die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger auf Basis geprüfter Handlungsspielräume in den Handlungsbereichen langfristig verbessern.

Ihre Ansprechpartner sind

Hans-Jörg Saure

hans-joerg.saure@​iserlohn.de 02371/217-2939 Abteilung Umwelt- und Klimaschutz Adresse |

Dr. Felicitas Wolters

felicitas.wolters@​iserlohn.de 02371/217-2943 Abteilung Umwelt- und Klimaschutz Adresse |