Der Weg zur eigenen Erdwärmenutzung
Standortcheck - lohnt sich Erdwärmenutzung auf meinem Grundstück?
Im ersten Schritt können Sie selbst schauen, ob ihr Grundstück und sein Untergrund generell geeignet sind für die geothermische Nutzung. Über einen Standortcheck des Geologischen Dienstes NRW können Sie die Eignung abfragen. Sie erhalten eine erste Einschätzung zum geothermischen Potenzial, zu Wasserschutzgebieten und zu Bereichen, die aus hydrologischer Sicht ungünstig sind.
Es sollten auf dem Grundstück Platz und Zuwegung zum Einbringen von einer Sondenanlage vorhanden sein. Für eine Erdwärmesonde muss beispielweise ein Abstand zum Haus von ca. 2m, zur Grundstücksgrenze 3 - 5m und der Sonden untereinander 6 - 10m eingehalten werden. Wie viele Sonden benötigt werden, hängt vom Wärmebedarf des Hauses und der Leistungsfähigkeit der Wärmepumpe ab.
Energiebedarf des Gebäudes?
Bevor die Installation einer Wärmepumpe geplant wird, sollte überprüft werden, ob das Gebäude die Anforderungen für eine Wärmepumpe erfüllt. In einem Neubau sollte die Vorlauftemperatur bei 35 Grad Celsius liegen, im Bestandbau ggf. auch bis zu 50 Grad Celsius. Bei höheren Vorlauftemperaturen würde die Wärmepumpe zu viel Strom benötigen, um die Erdwärme nutzbar zu machen. Deshalb sind insbesondere Flächenheizungen geeignet, wie z.B. Wand-, Decken- und Fußbodenheizungen. Aber auch Heizkörper schließen den Betrieb einer Wärmepumpe nicht aus, sie sollten nur ausreichend groß und der Energieeffizienzstandard des Gebäudes ausreichend sein, damit die Vorlauftemperatur so weit abgesenkt werden kann, dass mit der Wärmepumpe effizient geheizt werden kann.
Mit einer Fachfirma (Heizungsfirma/Energieberatung) sollten Sie im Vorfeld besprechen, welche Vorlauftemperaturen für das Beheizen des Gebäudes möglich und erforderlich sind.
Fachberatung – Planung und Dimensionierung der Erdwärmeanlage
Für die Dimensionierung und die Auswahl des Wärmepumpen-Systems sowie die Auswahl der Erdwärmenutzung sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Der Wärmebedarf des Hauses bedingt sowohl Anzahl als auch Tiefe der Erdwärmesonden. Daher sollten Sie von Beginn an eine qualifizierte Fachplanerin oder einen qualifizierten Fachplaner oder eine Energieberatung als Unterstützung zu Rate ziehen. Bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale erhalten Sie erste Einschätzungen und konkrete Tipps zum Umstieg auf eine Wärmepumpenheizung.
Auf der Seite des Bundesverbandes für Geothermie finden Sie Anbieter in einem Firmenverzeichnis.
Für das Einsetzen von Erdwärmesonden benötigen Sie ein entsprechendes Bohrunternehmen. Zu beachten ist, dass die Bohrfirma die Zertifizierung nach der Technischen Regel DVGW W 120-2 nachweisen kann.
Genehmigung
Wenn Sie sich für eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden entschieden und Bohrungen in den Untergrund notwendig sind, benötigen Sie vorab eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises.
Bohrungen und deren Ergebnis müssen beim Geologischen Dienst NRW angezeigt werden. Sollte die Bohrung tiefer als 100 Meter erforderlich sein, ist zusätzlich eine Genehmigung durch die Bergbehörde erforderlich. In der Regel übernimmt das Bohrunternehmen bzw. der Anlagenbauer das Einholen der Genehmigung und die Anzeige der Bohrung. Letztendlich sind aber immer Sie als Bauherrin oder Bauherr mitverantwortlich und sollten von Beginn an klären, ob eine Genehmigung eingereicht, erteilt und die Anzeige durchgeführt wurde. Dies kann als Leistung im Vertrag mit dem planenden bzw. ausführenden Unternehmen aufgenommen werden.
Nicht immer sind überhaupt Genehmigungen erforderlich. Abhängig von der Art der genutzten Erdwärme kann eine Genehmigung auch entfallen.