© Jan R. Schäfer

Das Schillerplatz-Areal

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme vom Schillerplatz-Areal.
Quelle: Stadt Iserlohn 2015
Das Bild zeigt eine Luftaufnahme vom Schillerplatz-Areal.
Quelle: Stadt Iserlohn 2015

Das Schillerplatz-Areal umfasst den Schillerplatz, die darunter angeordnete Garage, das Karstadt-Warenhaus, die Vinckestraße, die Schillerplatz-Brücke und das denkmalgeschützte Rathaus. Eigentümerin dieser Gebäude und Anlagen ist die Stadt Iserlohn.

Quelle: Geobasisdaten der Kommunen und des Landes NRW © Geobasis NRW 2019

Der Schillerplatz

Der Schillerplatz wurde in seiner heutigen Form 1967 eingeweiht. Um den Schillerplatz gruppieren sich drei dominante Solitärbaukörper: Das denkmalgeschützte Rathaus, das Karstadt-Warenhaus und die Hauptstelle der Sparkasse der Stadt Iserlohn.

Der Schillerplatz ist für die Stadt Iserlohn der zentrale Ort für den Wochenmarkt und für innerstädtische Veranstaltungen. Gleichzeitig ist er Spiel- und Aufenthaltsort. An Werktagen wird der Schillerplatz hauptsächlich durch die Kunden des Karstadt-Warenhauses, der angrenzenden Banken und Geldinstitute sowie von Besuchern und Beschäftigten der Rathäuser genutzt. Die Gesamtfläche des oberen und unteren Schillerplatzes (ohne Brücke) ist ca. 4.700 m² groß. Davon werden allerdings aufgrund von Bebauungen und Möblierungen nur etwa 2.900 m² tatsächlich genutzt.

Der Schillerplatz hat eine wichtige Funktion als Bindeglied zwischen der Fußgängerzone und dem Rathaus. Der Platz besteht aus zwei Abschnitten, dem „unteren“ Schillerplatz – begrenzt durch die Gebäude der Märkischen Bank, der Commerzbank und der Sparkasse – sowie dem „oberen“ Schillerplatz zwischen Sparkasse und Karstadt. Der untere und obere Schillerplatz sind über Treppenaufgänge und Rampen miteinander verbunden.

Am südlichen Platzrand führen Rampen und Treppen zur etwa 2,5m  tiefer liegenden Fußgängerzone. Am nördlichen Rande führt eine zweite Rampen- und Treppenanlage auf den etwa 1m höher liegenden Belag der Schillerplatz-Brücke. Die mangelhafte barrierefreie Erschließung des Schillerplatzes ist ein wesentliches Manko der heutigen Situation. So ist die Bushaltestelle am Theodor-Heuss-Ring nur über Treppen bzw. über  Umwege zu erreichen.

Als hauptsächliches Defizit wird dem Platz eine ungemütliche und in die Jahre gekommene Gestaltung und Möblierung angekreidet, die der Aufenthaltsqualität abträglich ist. Darüber hinaus ist der Schillerplatz nur eingeschränkt nutzbar, da der Deckel der Garage und die Rampe nicht für Schwerlastverkehr dimensioniert sind. Vermisst wird vielfach auch Außengastronomie.

Die Schillerplatz-Brücke

Rathausvorplatz und Schillerplatz sind durch die Schillerplatz-Brücke miteinander verbunden, die über den Theodor-Heuss-Ring führt. Brückenbelag und Rathaus-Eingang liegen ca. 1m höher als der Schillerplatz.

Die Schillerplatz-Brücke erfüllt eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen der Innenstadt und den nördlich gelegenen Wohngebieten. An Markttagen wird sie von etwa 5.400 Passanten genutzt (Verkehrszählung Herbst 2016).

Zum Nachteil der Brücke gehört die Situation darunter auf der Ebene des Theodor-Heuss-Rings. Ein wichtiger Zugangsbereich zur Innenstadt präsentiert sich an dieser Stelle dunkel, abweisend und bedrückend.

Im Ergebnis einer Sonderprüfung der Brücke im Jahr 2019 wurde deutlich, dass die Standsicherheit der Schillerplatzbrücke gefährdet ist und diese bis zum Ende des Jahres abgerissen werden sollte. Die Gründe liegen in der Korrosion des Betonstahls und in der Belastung des Bauwerks durch unterschiedliche Setzungen der Brückenpfeiler.

Das Karstadt-Warenhaus

Das Warenhaus wurde im Jahr 2014 von der Stadt Iserlohn erworben. Karstadt ist Mieter des Gebäudes und zeigt Interesse am Erhalt des Standortes in Iserlohn.

Das Warenhaus orientiert sich zum Schillerplatz und präsentiert sich an den übrigen Seiten eher abweisend. Es schiebt sich mit seinem Basement teilweise unter den Schillerplatz bzw. in die Vinckestraße.

Die Parkgarage

Die Garage unter dem Schillerplatz besteht aus einer dreigeschossigen Anlage mit ursprünglich rund 170 Stellplätzen. Durch die im vergangenen Jahr durchgeführten provisorischen Ertüchtigungsmaßnahmen sind davon etwa 20 Stellplätze weggefallen oder nur noch eingeschränkt nutzbar. Gemeinsam mit dem Parkdeck unter dem Warenhaus wird es von Karstadt betrieben. Die Zufahrt zum Parkdeck des Warenhauses ist nur über die Tiefgarage möglich. Dieses Parkdeck ist auf gleicher Höhe wie das unterste Garagengeschoss auf einer durchgehenden Bodenplatte angeordnet und bietet weitere 115 Stellplätze. Verbesserungswürdig ist die derzeitige Kombination der Zu- und Abfahrt in Verbindung mit der benachbarten Anlieferung und der benachbarten Bushaltestelle. Hier kommt es zu Konflikten zwischen PKW-, LKW- und Fußgängerverkehr.

Die Garage unter dem Schillerplatz hat das Ende ihrer Lebensdauer nahezu erreicht, während sich das Parkdeck unter dem Warenhaus in einem verhältnismäßig guten Zustand zeigt. Trotz ihres auch optisch beklagenswerten Zustands wird die Garage gut angenommen. Ihr wird eine hohe Bedeutung für den Besucherverkehr der Innenstadt zuerkannt. Zudem ist sie derzeit unverzichtbar für den Betrieb des Warenhaus-Parkdecks.

Die Verkehrserschließung

Die Erschließung des Schillerplatzes und die im Rahmen der Entwicklung des Schillerplatz-Areals eingeschlossenen Straßen umfassen den Theodor-Heuss-Ring, die Vinckestraße und den Nordengraben.

Theodor-Heuss-Ring

Der Schillerplatz liegt oberhalb des Theodor-Heuss-Ringes, einer belasteten Hauptverkehrsstraße mit ca. 23.000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden. Am Theodor-Heuss-Ring liegen auch die Ein- und Ausfahrten der unter dem Schillerplatz gelegenen Tiefgaragen sowie die Lieferzone für das Karstadt-Warenhaus. Die Haltestelle Schillerplatz zählt zu den Bus-Haltestellen mit den hächsten Ein- und Aussteigerzahlen in Iserlohn. Hier halten mehrere Regional-, Stadt- und Schulbuslinien sowie das Anrufsammeltaxi.

Fußgänger und Radfahrer überqueren den Platz über mehrere Ebenen, Rampen und Treppen. Am Rathaus befindet sich ein Aufzug, welcher den Schillerplatz mit dem Theodor-Heuss-Ring und der dort gelegenen Bus-Haltestelle verbindet.

Eine durchgeführte Verkehrsuntersuchung hat ergeben, dass die Kapazitätsreserven der benachbarten Knotenpunkte die verkehrliche Erschließung des Schillerplatzes einschließlich  aktuell vorgesehener zusätzlicher Nutzungen ermöglichen.  

Vinckestraße

Die Vinckestraße wird durch das eingeschobene Basement von Karstadt eingeengt. Dies macht die Vinckestraße wenig attraktiv, obwohl sie eine wichtige Verbindung zum östlichen Eingang der Innenstadt im Bereich des Omnibusbahnhofs darstellt.

Nordengraben

Auch der Nordengraben wurde bislang von der Sanierung der fußläufigen Straßen im Innenstadtbereich ausgenommen und überzeugt nicht mehr in seiner Gestaltung. Im Rahmen des Schillerplatz-Projekts wäre eine Neupflasterung und Neumöblierung sinnvoll.