© Jan R. Schäfer

Verkehrskonzept "Erschließung des Schillerplatz-Areals"

In Vorbereitung der Umgestaltung des Schillerplatz-Areals wurde eine Untersuchung der Verkehrssituation durch ein Gutachterbüro erarbeitet. Die Bochumer Brilon Bondzio Weiser Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen mbH wurde mit der Fragestellung beauftragt, inwieweit die Verkehrsinfrastruktur bezogen auf einen „neuen“ Schillerplatz angepasst werden muss.

Grundlage der Untersuchungen war eine Verkehrszählung am 20. September 2017, einem Markttag. Die höchste Verkehrsbelastung wurde dabei an der sogenannten Brünninghauskreuzung festgestellt. In der Morgenspitze wurden stündlich 2037 Fahrzeuge ermittelt, in der Mittagsspitze 2061 Fahrzeuge und in der Abendspitze sogar 2508 Fahrzeuge. Die übrigen Knotenpunkte – Baarstraße/Einmündung Trift, Theodor-Heuss-Ring/Einmündung Am Nolten, Theodor-Heuss-Ring/Einmündung Nordstraße, Theodor-Heuss-Ring/Einmündungen Lange Straße und Sofienstraße, sowie Theodor-Heuss-Ring/Einmündung An der Isenburg wiesen je nach Tageszeit Verkehrsspitzen zwischen 1143 und 1795Fahrzeugen pro Stunde auf.

Bereits im Oktober 2016 wurde auch der Fußgängerverkehr im Planbereich genauer unter die Lupe genommen. Trotz der zwei Fußgängerbrücken und mehrerer beampelter Fußgängerübergänge wurden im Bereich der Schillerplatzbrücke zahlreiche ungesicherte Fußgängerüberquerungen über den Theodor-Heuss-Ring festgestellt. Als weitere Defizite wurden zahlreiche Treppenaufgänge mit teils steilen Rampen ausgemacht, als barrierefreier Zugang wird nur der Aufzug am Rathaus erkannt.

Bezogen auf den Radverkehr wurde erarbeitet, dass die Bussonderfahrstreifen für den Radverkehr freigegeben sind, ebenso die Fußgängerzone in der Zeit von 19 bis 10 Uhr. Außerdem gibt es teilweise verengte Schutzstreifen/Radfahrstreifen. Laut Radverkehrsplan ist der Theodor-Heuss-Ring Teil des sogenannten Nebennetzes. Am Zähltag wurden in der Nachmittagsspitze maximal acht Radfahrer erfasst. Ein sicherlich noch ausbaufähiger Wert. Untersucht wurde auch der ÖPNV. Es erfolgte eine Bestandsanalyse nach Haltestellentyp, Zustand, Mängel und Auslastung.

Zur Analyse des ruhenden Verkehrs: Die höchste Auslastung weist demnach das Parkhaus an der Isenburg (Gebrüder Nolte) auf. Es folgen das Kauflandparkhaus, die Parkplätze Trift und Knipp, die Stellplätze an der Deutschen Bank sowie die Parkplätze rund um das Rathaus. Ein mittlerer Parkdruck ist in dem Karstadtparkhaus vorhanden. Geringer Parkdruck wurde der Tiefgarage der Commerzbank zugesprochen. Im großen Parkhaus City gibt es nach Auffassung der Gutachter keinen hohen Parkdruck. Hier ist allerdings auch zu erwähnen, dass am Erhebungstag das derzeit im Umbau befindliche Parkhaus Altstadt noch uneingeschränkt zur Verfügung gestanden hat.

Zum Stellplatzbedarf am Schillerplatz: 320 Stellplätze werden von den Gutachtern als notwendig erachtet, die aktuelle Kapazität des Karstadtparkhauses liegt bei 274 Stellplätzen. Diese Kapazität würde bei einer Tieferlegung des Schillerplatzes natürlich deutlich sinken. Eine Überlegung ist es, im Bereich des heutigen Karstadtpavillons für Kompensation zu sorgen.

Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass die heutige Verkehrssituation verschiedene Defizite aufweist. Die bestehenden Knotenpunkte haben noch Kapazitätsreserven, es werden aber im Rahmen des Gutachtens auch alternative Lösungen erarbeitet. So für den Knotenpunkt Theodor-Heuss-Ring/Einmündungen Lange Straße und Sofienstraße. Hier wird ein fünfarmiger Kreisverkehr angeregt. Fünfter Arm könnte die Anlieferung mit Zu- und Ausfahrt zu den Stellplätzen sein, welche ohnehin neu organisiert werden sollen. Ebenfalls denkbar wäre ein Kreisverkehr am Knotenpunkt Theodor-Heuss-Ring/ An der Isenburg/ Mendener Straße.

Weiterhin werden Verbesserungen für alle Verkehrsarten  wie z.B. für den Busverkehr vorgeschlagen. Besondere schalltechnische Probleme sind voraussichtlich nicht zu erwarten.

Weitere Inhalte des erarbeiteten Verkehrskonzeptes können Sie einer Präsentation entnehmen.