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Sachstand zum Thema Karstadt

Karstadt schließt Iserlohner Filiale (Pressemitteilung vom 30. Juli 2020)

Die Firma Galeria Karstadt Kaufhof GmbH hat der Stadt Iserlohn nun schriftlich die Schließung des Karstadt-Hauses am Schillerplatz zum 31. Oktober mitgeteilt. Als Gründe dafür nennt das Unternehmen neben den Auswirkungen der Corona-Krise unter anderem „gegenwärtige und künftige Parameter des Standortes, die Standortverteilung in der Region“ sowie „das wirtschaftliche Leistungsvermögen der Filiale“. Galeria Karstadt Kaufhof befinde sich nun in einer Insolvenz in Eigenverantwortung und trotz intensiver Verhandlungen mit allen Beteiligten sei es leider nicht gelungen, die Fortführung der Filiale in Iserlohn zu ermöglichen, heißt es weiter von Karstadt.

„Leider haben alle Bemühungen von Politik und Verwaltung bis hin zu überaus weitreichenden Angeboten bezüglich der Mietzahlungen und mehrerer Verhandlungsgespräche mit hochrangigen Vertretern der Karstadt-Leitung die Entscheidung, das Iserlohner Haus zu schließen, nicht verhindern können. Wir bedauern dies sehr, insbesondere im Hinblick auf die zum großen Teil langjährig Beschäftigten, die damit ihren Arbeitsplatz verlieren“, zeigt sich Michael Wojtek, Erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Iserlohn, enttäuscht von der Unternehmensentscheidung.

Aktueller Sachstand zum Thema Karstadt - Stadt Iserlohn bietet Verzicht auf Miete an (Pressemitteilung vom 14. Juli 2020)

Um  jede nur mögliche Chance zu nutzen, den Karstadt-Standort am Schillerplatz  und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten, hat die Stadt Iserlohn dem vom Gericht bestellten Sachwalter Dr. Frank Kebekus sowie dem von Konzernseite eingesetzten Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz schriftlich das Angebot  unterbreitet, das Iserlohner Haus für den Fall des Weiterbetriebs mietkostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die Fraktionsvorsitzendenrunde  hatte den Beigeordneten Martin Stolte am Montagabend ermächtigt, diesen aus städtischer Sicht weitestgehenden Vorschlag in die Gespräche mit dem Konzern  einzubringen. Überdies führte der Beigeordnete am heutigen Dienstag weitere Telefongespräche zur Zukunft des Iserlohner Standorts mit Vertretern der Konzernspitze sowie dem Sachwalter. Offen bleibt allerdings weiterhin, ob die massiven Bemühungen der Stadt letztlich zu einem Umdenken der  Konzern-Verantwortlichen mit Blick auf den Erhalt des Iserlohner Hauses führen werden.

„Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen sowie auch die stellvertretenden Bürgermeister haben sich bei dem Treffen am Montagabend ohne Diskussion klar und eindeutig positioniert und lassen keinen Zweifel   daran, dass sie Karstadt in Iserlohn erhalten wollen. Dabei geht es nicht nur um den Verbleib eines wichtigen Frequenzbringers für die Innenstadt, sondern mehr noch um die Rettung der Arbeitsplätze der dort zum Teil seit Jahrzehnten beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt der Beigeordnete Martin Stolte, der überdies darauf hinweist, dass sich die damalige Entscheidung zum Ankauf der Immobilie am Schillerplatz auch für den aktuellen Krisenfall als richtig erwiesen hat. Martin Stolte: „Nur weil wir Eigentümer des Gebäudes sind, sind wir überhaupt in der Lage, einen solchen Beitrag  zu Gunsten des Verbleibs des Kaufhauses leisten  zu können.“

Sachstand zum Thema Karstadt (Pressemitteilung vom 8. Juli 2020)

Nachdem der Rat der Stadt Iserlohn in seiner Sitzung am 23. Juni die Verwaltung per Beschluss aufgefordert hat, das Gespräch mit der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH zu suchen, um die Möglichkeit eines Verbleibs des Warenhauses am Standort Schillerplatz auszuloten,  hat jetzt eine Telefonkonferenz  zwischen dem städtischen Beigeordneten Martin Stolte und Vertretern der Konzern-Geschäftsführung stattgefunden. Zuvor  hatte der Konzern seiner mündlichen Ankündigung, den Standort Iserlohn aufgeben zu wollen, die schriftliche und fristgerechte Kündigung des Mietverhältnisses zum 30. Juni 2021 folgen lassen.

„Wir haben bei dieser Telefonkonferenz sehr deutlich signalisiert, dass die Stadt Iserlohn ein hohes Interesse hat, Karstadt am Standort zu erhalten. Bei allen Aspekten, bei denen wir als Eigentümerin der Immobilie einen positiven Beitrag zu Gunsten des Verbleibs  des Warenhauses leisten können, sind wir verhandlungs- und gesprächsbereit“, erklärt der Beigeordnete Stolte. Ob dieses Signal bei dem Konzern noch zu einem Umdenken mit Blick auf das Iserlohner Haus führt, kann seitens der Stadtverwaltung zum aktuellen Zeitpunkt nicht beurteilt werden. Martin Stolte: „Wir hoffen auf eine zeitnahe Rückmeldung. Und wir hoffen, dass unser deutliches Signal bei den Entscheidungsträgern auf fruchtbaren Boden gefallen ist.“

Dem Karstadt-Konzern wurde zudem mittlerweile schriftlich der fristgerechte Eingang der Kündigung des Pachtvertrages zum 30. Juni 2021 bestätigt. In diesem Schreiben wurde zugleich die Bitte der Stadt Iserlohn um ein Gespräch mit dem Generalbevollmächtigten und dem Sachwalter zum Ausdruck gebracht.

Am heutigen Nachmittag findet ein Treffen der Oberbürgermeister und Bürgermeister der von einer Standortschließung betroffenen NRW-Kommunen bei Ministerin Ina Scharrenbach im Ministerium in Düsseldorf statt. Die Stadt Iserlohn wird dort durch den Beigeordneten Martin Stolte vertreten. Es geht in dem Gespräch um die Frage, welche Hilfestellungen das Land den Kommunen geben kann.

Überdies fand am Dienstag, 7. Juli, ein Austausch zwischen dem Iserlohner Karstadt-Betriebsrat und dem Beigeordneten in vertrauensvoller Atmosphäre statt. Martin Stolte sicherte dem Betriebsrat dabei  zu, dass die Stadt Iserlohn alle Möglichkeiten ergreifen wird, um einen Beitrag zu leisten zum Erhalt des Karstadt-Standorts am Schillerplatz.

Beschluss des Rates zum Thema "Galeria Karstadt Kaufhof"

In seiner Sitzung am 23. Juni 2020 hat sich der Rat der Stadt Iserlohn unter anderem mit dem Thema „Galeria Karstadt  Kaufhof“ befasst.

Dazu haben alle im Rat vertretenen Fraktionen (CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, Die Blaue, FDP, UWG-Piraten) einen gemeinsamen Antrag gestellt, den sie wie folgt begründeten:

"Der Rat der Stadt lserlohn bedauert die Entscheidung des Galeria Karstadt Kaufhof-Konzerns, auch den Standort lserlohn zu schließen. Der Weggang der Karstadt-Filiale trifft nicht nur die Kunden und Einzelhändler in der lnnenstadt, die auf einen sogenannten "Frequenzbringer" angewiesen sind, sondern insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hart. Wir drücken unsere volle Solidarität mit allen Angestellten aus, deren Arbeitsplätze aktuell gefährdet sind. Der mittelständische Einzelhandel und die Gastronomie in lserlohn gehen an ihre Grenzen, um Arbeitsplätze und Betriebe zu erhalten. Dagegen plant ein großer Betrieb, der Staatshilfe und Steuergelder in Anspruch nimmt, aber offensichtlich Massenentlassungen. ln Vergleich zu anderen Städten steht die Stadt lserlohn noch relativ gut da. Mehrere große Kornmunen in Nordrhein-Westfalen müssen ihre lnnenstädte völlig neu aufstellen. Die Planungen zum Schillerplatz müssen dagegen nur noch modifiziert werden. Wichtig ist jetzt, ein Signal zu setzen und frühzeitig negativen Entwicklungen entgegen zu steuern."

Dazu hat der Rat der Stadt Iserlohn folgenden Beschluss einstimmig gefasst:

  1. Die Schillerplatz GmbH wird gebeten, auf der Basis der jetzt vorliegenden Stegreifentwürfe, (Variante 1 und 2) kurzfristig mit potenziellen lnvestoren Gespräche zu führen.
     
  2. Vor diesem Hintergrund ist auch kurzfristig eine lnterimsnutzung für die Karstadt-lmmobilie zu verfolgen. Denkbar ist zum Beispiel die Vermietung einer Teilfläche an einen Lebensmittelhändler.
     
  3. Die Verwaltung wird gebeten, die nach einem Weggang von Karstadt entstehenden Versorgungslücken im Einzelhandelssortiment der lnnenstadt darzustellen und hierüber in einer der nächsten Sitzungen zu berichten.
     
  4. Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten zur Förderung der öffentlichen Bausteine der Planungen (z.B. Schillerplatz, Bürgerhaus) darzustellen und ggf. Förderanträge vorzubereiten.
     
  5. Die Schillerplatz GmbH wird gebeten, neben der geplanten Online-Bürgerbeteiligung die Öffentlichkeitarbeit zu intensiven und insbesondere die vorliegenden Stegreifentwürfe der Bietergemeinschaft AIP mittels geeigneter Publikationen einer breiten Öffentlichlieit, auch in den digitalen Medien, zur Verfügung zu stellen.
     
  6. Die Verwaltung wird gebeten, sich weiterhin um Gespräche mit dem Konzern zu bemühen.