a-BUS Iserlohn

"a-BUS Iserlohn - New Mobility Lab" - Projekt im Rahmen der Digitalen Modellregion NRW

Kurzbeschreibung des Projektes

In dem Projekt "a-BUS Iserlohn - New Mobility Lab" wird der Einsatz von automatisiert fahrenden Fahrzeugen zur Personenbeförderung im Zusammenwirken mit intelligenten Lösungen für Kommunikation, Energieversorgung und Logistik in einer Pilotanwendung mit wissenschaftlicher Begleitung untersucht. Neben der intelligenten Vernetzung der Systeme sollen dabei unter realistischen Nutzungsbedingungen die Aspekte Systemverfügbarkeit, Nutzerakzeptanz und Systemflexibilität mit Blick auf mögliche neue Geschäftsmodelle im Zusammenhang mit automatisiert fahrenden Fahrzeugen im ÖPNV analysiert werden.

Das automatisierte Fahren wird auf einer rund 1,5 Kilomater langen Strecke zwischen dem Stadtbahnhof Iserlohn und dem Hochschulcampus der Fachhochschule Südwestfalen mit zwei voll automatisierten Kleinbussen getestet. Hierzu wird ein auf deutschen Straßen bereits zugelassenes, automatisiertes Bussystem mit batterieelektrischem Antrieb eingesetzt.

Die sich aus dem Projekt ergebenden Forschungsfragen werden in vier unterschiedlichen Arbeitspaketen (AP) untersucht:

  • AP 1: Durchführung einer Anforderungsanalyse für Fahrzeuge sowie die benötigten Lade- und Kommunikationsinfrastrukturen
  • AP 2: Betrieb und Evaluierung der Busse auf verschiedenen Automatisierungsstufen
  • AP 3: Entwicklung und Aufbau eines Bus-Informationssystems mit Einbindung von Bussen, Nutzer und Ladeinfrastruktur
  • AP 4: Entwicklung einer Tool-Box für die Stadtentwicklung

Der nebenstehende Flyer zeigt allgemeine Informationen zum Projekt a-BUS.

Partner des Gemeinschaftsprojektes

Ziele des Projektes

In dem Projekt erfolgt die anwendungsorientierte Erforschung des automatisierten Fahrens im ÖPNV mit dem Fokus Mittelzentrum / ländlicher Raum. Hierbei werden folgende Ziele verfolgt:
 

  • Ermittlung der Anforderungen, die durch eine Kommune für einen perspektivisch autonomen Fahrbetrieb bereitgestellt werden müssen (Infrastrukturelle Voraussetzungen)

    Ansprechpartner: Stadt Iserlohn
    Manuel Weniger
    manuel.weniger@iserlohn.de
    02371/217-1123
     
  • Ermittlung der Voraussetzungen für einen autonomen Busbetrieb und prototypische Umsetzung mit On-Demand-Funktionalität
    - Aufbau einer Lade- und Kommunikationsinfrastruktur (Hochverfügbarkeit; Ausfallsicherheit; Redundanz)
    - Entwicklung eines drahtlosen Fahrzeugkommunikationssystems (Fahrzeug; Busleitstelle; Haltestelle)
    - Entwicklung eines Benutzerinformationssystems (Fahrzeug, Busleitstelle, Haltestelle)

    Ansprechpartner: Fachhochschule Südwestfalen
    Sven Schneider
    schneider.sven1@fh-swf.de
    02371/566-3161

    Prof. Dr. Ulf Witkowski
    witkowski.ulf@fh-swf.de
    02921/378-3309

    Ansprechpartner: Stadtwerke Iserlohn
    Markus Becker
    m.becker@heimatversorger.de
    02371/807-1512
     
  • Analyse der Möglichkeiten und Grenzen eines wirtschaftlichen Betriebes:
    - Ableitung tragfähiger Geschäftsmodelle
    - Analyse von Use-Cases und Entwicklung neuer Geschäftsideen
     

    Ansprechpartner: MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH
    Melissa Velte
    m.velte@mvg-online.de
    02351/1801-138

    Dr. Werner Winkens
    w.winkens@mvg-online.de
    02351/1801-130

Aktuelle Projektinformationen

Fahrzeugbeschaffung

Im Rahmen des Projektes werden zukünftig zwei selbstfahrende Busse auf einer fest definierten Fahrtstrecke vom Stadtbahnhof Iserlohn zum Campus der Fachhochschule eingesetzt, wovon ein Fahrzeug von der Fachhochschule Südwestfalen und ein Fahrzeug von der Märkischen Verkehrsgesellschaft GmbH beschafft wird. Eingesetzt werden Kleinbusse des französischen Herstellers „Easy-Mile“, Typbeschreibung: EZ 10-G3. Hierbei handelt es sich um Fahrzeuge, die auf deutschen Straßen bereits zugelassen und im Fahrbetrieb erprobt worden sind. Die beiden Fahrzeuge wurden im Mai 2021 (Fahrzeug der FH-SWF) bzw. Juli 2021 (Fahrzeug der MVG) geliefert und im Anschluss foliert.

Einmessen der Fahrzeuge auf die Strecke

Damit die Fahrzeuge zukünftig hoch- oder vollautomatisiert eingesetzt werden können, müssen Streckendaten im manuellen wie automatisierten Modus eingelesen werden. Hierfür war eine Einmessung der Fahrzeuge auf der Strecke erforderlich. Diese Streckeneinrichtung wurde vom Fahrzeughersteller Easy-Mile im Juli 2021 vorgenommen. Im Vorfeld der Einmessfahrten wurden Lokalisierungspanels (Schilder in der Größe von 1,00 m x 1,20 m), die die Orientierung der Fahrzeuge auf dem Frauenstuhlweg gewährleisten, aufgestellt. Darüber hinaus wurden an jedem Einfahrtspunkt auf die Fahrtstrecke des a-BUS Hinweisschilder platziert, um die Verkehrsteilnehmer über die Präsenz der automatisierten Fahrzeuge zu informieren.

Operatorenschulungen

Die Fahrzeuge können manuell durch eine Fahrzeugführerin (Operatorin) oder einen Fahrzeugführer (Operator) über eine Bedienkonsole betrieben werden. Dieser manuelle Modus ist bei einem eventuellen Ausfall des automatisierten Modus, bei schwierigen Verkehrssituationen und für Fahrten abseits der eingemessenen Strecke vorgesehen. Die praktische Schulung der vorgesehenen Operatoren wurde durch den Fahrzeughersteller Easy-Mile Mitte August 2021 vorgenommen.

 

Zulassungsprozess & Streckenabnahme

Für die Zulassung der Fahrzeuge auf die Strecke war das Einreichen eines detaillierten Streckenprofils inklusive Darstellung der Haltestellenpunkte notwendig. Von dem Fahrzeughersteller Easy-Mile wurde hierauf aufbauend ein Streckengutachten (Site Assessment Report) erstellt, welches die Grundlage für die Streckenzulassung darstellte. Hier werden beispielsweise Risikoabschätzungen bzgl. der erforderlichen Beschilderung entlang der Strecke, einer möglichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Streckenabschnitten oder der allgemeinen Verkehrssicherheit benannt. Die im Site Assessment Report aufgeführten Risikoabschätzungen wurden im Anschluss durch die Kooperationspartner abgearbeitet, so dass von Seiten der Bezirksregierung Arnsberg eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 70 StVZO ausgestellt werden konnte.

Nach Abnahme der Fahrtstrecke durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen des TÜV Nord sowie der Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Zulassungsbehörde konnte Ende August 2021 der Testbetrieb beginnen. Ab diesem Zeitpunkt wurden zunächst Erfahrungen mit dem Betrieb der Fahrzeuge gesammelt.

Am 18. September 2021 fand von 10 bis 12 Uhr eine Informationsveranstaltung an der Haltestelle des a-BUS am Iserlohner Stadtbahnhof statt. Dort standen die Partner des Projektkonsortiums für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung. Die Besucherinnen und Besucher waren zu einer Besichtigung der Fahrzeuge eingeladen und konnten außerdem mit Hilfe eines Virtual Reality-Demonstrators des "Centrums für automatisierte Mobilität" (Camo.NRW) einen Blick in die Zukunft der Mobilität werfen. Neben der Vermittlung von Grundlagen zur Funktionsweise des automatisierten Fahrens konnten die zukünftigen Mobilitätsangebote getestet und in der virtuellen Umgebung interaktiv erkundet werden.

Der Testbetrieb der beiden automatisiert fahrenden Elektrobusse wurde Ende August 2021 ohne Personenbeförderung aufgenommen. Ab diesem Zeitpunkt wurden erste Erfahrungen mit dem praktischen Betrieb der Fahrzeuge gesammelt.

Die offizielle Eröffnung der rund 1,5 Kilometer langen Fahrtstrecke des a-BUS erfolgte am 15. Oktober 2021 durch NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Prof. Dr. Andreas Pinkwart sowie Dr. Dirk Günnewig als Leiter der Abteilung für Grundsatzangelegenheiten der Mobilität, Digitalisierung und Vernetzung des NRW-Ministeriums für Verkehr im Beisein von Bürgermeister Michael Joithe, Landrat Marco Voge, weiteren Ehrengästen und Vertretern der Projektpartner.

Am 18. Oktober 2021 haben die beiden automatisiert fahrenden Kleinbusse der  Fachhochschule Südwestfalen und der Märkischen Verkehrsgesellschaft den Shuttle-Verkehr zwischen dem Stadtbahnhof Iserlohn und dem Hochschulcampus der Fachhochschule Südwestfalen für die Öffentlichkeit aufgenommen. Der Regelbetrieb mit Personenbeförderung findet Montag bis Freitag zwischen 8 bis 15 Uhr auf der Teststrecke statt. Alle Interessierten können die Kleinbusse bis zum Ende der Projektlaufzeit (Juni 2023) kostenlos nutzen. Zugestiegen werden kann an den a-BUS-Haltestellen am Stadtbahnhof (in der Nähe der Fahrrad-Boxen und des Parkhauses), an der Alexanderhöhe sowie am Campus der Fachhochschule Südwestfalen. In den Kleinbussen dürfen bis zu sechs Personen mitfahren.

Der a-BUS Iserlohn fährt nach Bedarf bzw. auf Anforderung (On-Demand). In naher Zukunft wird es möglich sein, die Busse per Smartphone über eine App oder über eine Info-Säule an den Haltestellen am Stadtbahnhof und am Campus der Fachhochschule Südwestfalen anzufordern. Auf der Info-Säule wird darüber hinaus zu sehen sein, wo sich die Busse gerade auf der Strecke befinden und wann sie an den Haltestellen eintreffen.

Die Fahrzeuge werden von einem Operator (Fahrzeugführer) der Märkischen Verkehrsgesellschaft begleitet, der den ordnungsgemäßen Fahrbetrieb gewährleistet und nur im Notfall die Steuerung übernimmt.

Marketing & Öffentlichkeitsarbeit

Am 18. September 2021 fand von 10 bis 12 Uhr eine Informationsveranstaltung an der Haltestelle des a-BUS am Stadtbahnhof statt. Dort standen die Partner des Projektkonsortiums für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.

Die Besucherinnen und Besucher waren zu einer Besichtigung der Fahrzeuge eingeladen und konnten außerdem mit Hilfe eines Virtual Reality-Demonstrators des „Centrums für automatisierte Mobilität“ (Camo.NRW) einen Blick in die Zukunft der Mobilität werfen. Neben der Vermittlung von Grundlagen zur Funktionsweise des automatisierten Fahrens konnten die zukünftigen Mobilitätsangebote getestet und in der virtuellen Umgebung interaktiv erkundet werden.

Planung und Durchführung der Informationsveranstaltung erfolgte mit Unterstützung des Camo.NRW. Hierbei handelt es sich um ein interdisziplinäres und anwendungsorientiertes Innovationszentrum, das als zentrale Anlaufstelle im Bergischen Städtedreieck - aber auch Nordrhein-Westfalen insgesamt - die Akteure auf allen Ebenen im „Innovativsystem Mobilität“ mit Informations-, Beratungs- und Weiterbildungsangeboten unterstützt.

Pressemitteilungen

Projekt der Digitalen Modellregionen NRW

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) hat im Sommer 2018 das Förderprogramm "Digitale Modellregionen in NRW" gestartet. 

Ziel ist es, mit übertragbaren Lösungen im Bereich "EGovernment" und innovativen Projekten mit der Wirtschaft im Bereich "Digitale Stadtentwicklung" die Digitalisierung in den Regionen und Kommunen zusätzlich zu beschleunigen. 
Bis Ende 2021 stehen dafür rund 91 Millionen Euro Landesmittel zu Verfügung. Im Mittelpunkt der Programmumsetzung stehen neben der Entwicklung und Umsetzung digitaler Pilotprojekte auch der kontinuierliche Austausch mit den Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

Das Projekt "a-BUS Iserlohn - New Mobiliy Lab" wird im Rahmen der Digitalen Modellregion NRW gefördert. 

Partner sind die Stadt Iserlohn, die Fachhochschule Südwestfalen, die Stadtwerke Iserlohn und die Märkische Verkehrsgesellschaft.  

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat am 28. Mai 2020 vier Zuwendungsbescheide über insgesamt 2,7 Millionen Euro an das Projektkonsortium übergeben.

Gefördert durch