Rückblick 2015

Bismarckturm in Iserlohn und Bismarcktürme in NRW - Vortragsabend im Stadtarchiv

Am kommenden Montag, 30. November, endet für dieses Jahr die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn mit zwei Referenten zum Thema Bismarcktürme.

Im ersten Teil des Vortragsabends wird Lars Sonnenberg, Auszubildender im Stadtarchiv Iserlohn, auf den Bau und die Entwicklung des Bismarckturms in Iserlohn eingehen. Im zweiten Teil erläutert Jörg Bielefeld, Autor des Buches „Bismarcktürme – Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis“, die Entstehungsgeschichte dieser Bauwerke im Zusammenhang mit dem Bismarck-Mythos. In seinem Bild-Vortrag stellt er alle Bismarcktürme in NRW vor und veranschaulicht, welches architektonische Kleinod sich heute an manchen Orten versteckt und zu entdecken lohnt.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. 

Vortrag über Gerlingsen im Stadtarchiv - Wilfried Diener stellt Iserlohner Stadtteil vor

Am kommenden Dienstag, 3. November, wird die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn fortgesetzt. Wilfried Diener aus Iserlohn stellt unter der Überschrift „Gerlingsen  – wie es war, wie es wurde, wie es ist“ diesen Iserlohner Stadtteil vor.
Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Gerlingsen, ursprünglich ein Teil der Gemeinde Oestrich, wurde zusammen mit dem Ortsteil Iserlohner Heide 1956 zur Stadt Iserlohn eingemeindet. Wilfried Diener hat sich vor allem mit der Entwicklung von Gerlingsen seit dieser Zeit beschäftigt und ein umfassendes Buch dazu veröffentlicht. In seinem Vortrag zeigt er mit zahlreichen historischen Bildern, welche spärliche Besiedlung vor 1960 in dem Stadtteil vorhanden war und welche rasche Verdichtung nach 1960 stattgefunden hat. Der Vortrag zeigt den Wandel von einer rein agrarisch genutzten Teillandschaft zu einem Stadtteil mit vielfältigen Bauformen, aufgelockert durch zahlreiche Grünflächen und eingebunden in eine waldreiche Umgebung. Die explosionsartige Auffüllung von Ober-Gerlingsen rings um den Hof von Kremerskothen setzte sich Anfang der 1970er Jahre  auf der anderen Seite der Dortmunder Straße in Nieder-Gerlingsen fort. Neben Fotografien unterstützen historische und aktuelle Karten die Orientierung.

Mit dem Vortrag von Wilfried Diener beginnt das Stadtarchiv eine Reihe über Iserlohner Stadt- und Ortsteile, die zukünftig in loser Folge vorgestellt werden.

„Mit Gott für König und Vaterland“ - Vortrag zur Westfälischen Landwehr am Dienstag im Haus Letmathe

Am Dienstag, 13. Oktober, wird die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn fortgesetzt. Kooperationspartner sind diesmal der Heimatverein Letmathe und der Förderverein Haus Letmathe. Dr. Dirk Ziesing aus Bochum erinnert mit seinem Vortrag an die Befreiungskriege vor 200 Jahren und stellt die Geschichte des 1. Westfälischen Landwehr-Infanterie-Regiments von 1813 bis 1815 vor.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr und findet nicht in der „Alten Post“, sondern im Gewölbekeller von Haus Letmathe, Hagener Straße 62, in Iserlohn-Letmathe statt. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

„Mit Gott für König und Vaterland“, so lautete das Motto der preußischen Landwehrtruppen in den Freiheitskriegen. Unter den Freiwilligen, die für die Befreiung von der französischen Fremdherrschaft kämpften, findet man nicht nur Friedrich Harkort, sondern eine Reihe weiterer Persönlichkeiten, die in der Folge maßgeblich am Aufbau des Ruhrgebiets als deutsche Wirtschaftsregion beteiligt waren.

Auch aus Iserlohn, Letmathe und den umliegenden Ortschaften kamen viele Freiwillige zum Hagener Bataillon des 1. Westfälischen Landwehr-Regiments. Sie waren Teil der preußischen Vorhut, die im Juni 1815 auf die Armee des aus dem Exil zurückgekehrten Kaisers der Franzosen traf. Die Westfalen erlebten mit Blücher die Niederlage bei Ligny. Bei Waterloo besiegelten sie gemeinsam mit Wellingtons Armee das Schicksal Napoleons. In den ersten Julitagen waren es auch diese Landwehrmänner, die bei Paris die letzten Opfer vor dem endgültigen Waffenstillstand brachten.

Der Heimat- und Geschichtsforscher Dr. Dirk Ziesing hat eine Dokumentation über die westfälische Landwehr veröffentlicht. In seinem Vortrag berichtet er über die Forschungsergebnisse, mit besonderem Bezug auf Heimkehrer und Gefallene aus dem Iserlohner Umfeld.

Veröffentlichungen von und über Anni Engels im Stadtarchiv Iserlohn erhältlich

In dieser Woche startete die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn in das zweite Halbjahr. Studiendirektor i.R. Dr. Wilhelm Bleicher aus Iserlohn stellte Anni Engels (1924-1997) als engagierte Firmenchefin, Lehrerin und Goethekennerin vor. Großen Anteil hatte Anni Engels, die Ehrenmitglied des Förderkreises Iserlohner Museen war, an der Entstehung des Museums Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf. In einem der Barendorfer Fachwerkhäuser war sie geboren und aufgewachsen.

Am Vortragsabend wurde das von Dr. Wilhelm Bleicher verfasste Heft „Anni Engels – Iserlohner Unternehmerin und Goethe-Kennerin (1924-1997)“ erstmals vorgestellt. Neben einer biografischen Skizze sind in dem Heft auch Ausführungen zu Goethes mütterlichen Ahnen zu finden. Unter ihnen befindet sich wahrscheinlich die Familie von Refflingsen aus dem Raum Iserlohn.

Die Familie Engels stiftete dem Stadtarchiv einige Exemplare des Buches „Aja, Rätin Goethe 1731-1808“, das Anni Engels 1988 herausgegeben hat.

Beide Veröffentlichungen sind im Stadtarchiv Iserlohn in der „Alten Post“ , Theodor-Heuss-Ring 5, erhältlich. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Schriften werden als Spende dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt.

Vortragsreihe im Stadtarchiv beginnt mit Dr. Wilhelm Bleicher über Anni Engels

Am Dienstag, 1. September, startet die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn in das zweite Halbjahr. Studiendirektor i.R. Dr. Wilhelm Bleicher stellt in einem Vortrag die Goethekennerin und Firmenchefin Anni Engels (1924-1997) vor.
Mit dem Vortrag von Dr. Wilhelm Bleicher eröffnet das Stadtarchiv die Reihe „Iserlohner Köpfe“, in der in unregelmäßigen Abständen bekannte und eher unbekannte Persönlichkeiten der Iserlohner Stadtgeschichte vorgestellt werden sollen.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

„Anni Engels (1924-1997) war eine vielfältig begabte Iserlohnerin, die es verstand, in seltener Harmonie ihr Leben in und mit der Literatur und ihren zweiten Beruf im Horizont der mikrobiologischen Prozesse und chemischen Stoffe zur Hemmung und Förderung des Pflanzenwachstums im Goetheschen Sinne in einer pädagogischen Einheit von Mensch und Natur zu begreifen. Wohl als einzige Iserlohnerin schrieb sie ein beachtenswertes Goethebuch mit dem Titel „Aja – Rätin Goethe“. An der Tatsache, dass es heute ein lebendiges Museum Barendorf gibt, hatte sie mit dem Förderkreis Iserlohner Museen, dessen Ehrenmitglied sie war, großen Anteil. Nicht zuletzt war es auch Anni Engels, die in der Linie der weiblichen Vorfahren Goethes die Herren von Refflingsen (Iserlohn) wieder entdeckte.“

Am Vortragsabend wird das von Dr. Wilhelm Bleicher verfasste Heft „Anni Engels – Iserlohner Unternehmerin und Goethe-Kennerin (1924-1997)“ erstmals vorgestellt und zum Kauf angeboten. Der Verkaufserlös wird vom Autor dem Stadtarchiv Iserlohn gespendet.

Neues Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn

Das neue Vortragsprogramm des Stadtarchives Iserlohn für das zweite Halbjahr 2015 liegt druckfrisch vor und wird zurzeit verteilt. Plakat und Flyer zeigen ein historisches Foto des Bismarckturms auf der Seilerkuppe, das der Fotograf und Verleger Ernst Bischoff aus Iserlohn wahrscheinlich kurz nach der Einweihung des Denkmals vor hundert Jahren aufgenommen hat. Ein Vortrag der neuen Reihe wird sich mit der Geschichte des Turmes in Iserlohn beschäftigen.

Wie gut das Vortragsangebot des Stadtarchivs inzwischen etabliert ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Im ersten Halbjahr 2015 konnte ein Besucherrekord verzeichnet werden. Fast 350 Zuhörer kamen zu den fünf Vorträgen in die „Alte Post“, die sich mit der Wirtschaftsgeschichte und Teilaspekten des Kriegsendes vor 70 Jahren beschäftigten.

Im zweiten Halbjahr  wird es zwei Premieren geben. Das Stadtarchiv eröffnet zwei neue Vortragsreihen. In unregelmäßigen Abständen sollen unter der Überschrift „Iserlohner Köpfe“ Persönlichkeiten der Iserlohner Stadtgeschichte vorgestellt werden. Ebenfalls in loser Folge werden in der zweiten Reihe „Iserlohner Stadt- und Ortsteile“ und ihre Geschichte präsentiert.

Im ersten Vortrag wird Dr. Wilhelm Bleicher aus Iserlohn die Goethekennerin und Firmenchefin Anni Engels (1924-1997) als Iserlohner Persönlichkeit vorstellen, die sich unter anderem engagiert für das Museum Barendorf eingesetzt hat.

Dr. Dirk Ziesing aus Bochum widmet sich unter der Überschrift „Mit Gott für König und Vaterland“ der Geschichte des 1. Westfälischen Landwehr-Infanterie-Regiments während der Befreiungskriege 1813 bis 1815. Dieser Vortrag wird in Kooperation mit dem Heimatverein Letmathe und dem Förderkreis Haus Letmathe im Gewölbekeller von Haus Letmathe angeboten.

Wilfried Diener skizziert in seinem Vortrag die Entwicklung des Iserlohner Stadtteils Gerlingsen, der schon 1956 von der Gemeinde Oestrich zur Stadt Iserlohn kam.

Im letzten Vortrag präsentiert Jörg Bielefeld aus Remscheid die Bismarcktürme in Nordrhein-Westfalen und Lars Sonnenberg vom Stadtarchiv Iserlohn gibt einen Abriss der Geschichte des Iserlohner Bismarckturms.

Alle Vorträge beginnen um 18.30 Uhr. Mit Ausnahme des Vortrages zu den Befreiungskriegen, der im Haus Letmathe angeboten wird, finden die Vorträge wieder im Stadtarchiv in der Alten Post, Theodor-Heuss-Ring 5, statt. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Kooperationspartner ist die Volkshochschule Iserlohn, die alle Angebote des Stadtarchivs auch in ihr Programmheft aufgenommen hat. Eine Anmeldung zu den einzelnen Vorträgen ist nicht erforderlich. Ein Flyer mit einer Terminübersicht und kurzen Texten zu den Vorträgen liegt im Stadtarchiv, anderen Kulturinstituten, der Stadtinfo und im Rathaus aus. Er wird auf Wunsch gern zugesandt und ist im Internet aufrufbar (www.stadtarchiv-iserlohn.de).

Die Vorträge des Stadtarchivs im zweiten Halbjahr 2015 im Überblick:

  • Dienstag, 1. September, 18.30 Uhr 
    Iserlohner Köpfe: Anni Engels (1924-1997) – Goethekennerin und Firmenchefin
    Vortrag von Dr. Wilhelm Bleicher (Iserlohn) im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5
  • Dienstag, 13. Oktober, 18.30 Uhr
     „Mit Gott für König und Vaterland“. Zur Geschichte des 1. Westfälischen Landwehr-Infanterie-Regiments 1813 bis 1815
    Vortrag von Dr. Dirk Ziesing (Bochum) im Gewölbekeller von Haus Letmathe, Hagener Straße 62, in Kooperation mit dem Heimatverein Letmathe und dem Förderverein Haus Letmathe
  • Dienstag, 3. November, 18.30 Uhr
    Iserlohner Stadtteile: Gerlingsen  – wie es war, wie es wurde, wie es ist
    Vortrag von Wilfried Diener (Iserlohn) im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5
  • Montag, 30. November, 18.30 Uhr
    Der Bismarckturm in Iserlohn und die Bismarcktürme in Nordrhein-Westfalen
    Vortrag von Jörg Bielefeld (Remscheid) und Lars Sonnenberg (Iserlohn) im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5

Die letzten Kriegsmonate in Südwestfalen 1944/45 - Vortrag von Dr. Ralf Blank im Stadtarchiv Iserlohn

Am Dienstag, 16. Juni, wird die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn fortgesetzt. Dr. Ralf Blank, Fachdienstleiter für Wissenschaft, Museen und Archive im Fachbereich Kultur der Stadt Hagen, widmet sich in seinem Vortrag den letzten Kriegsmonaten in Südwestfalen 1944/45.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Nicht die Übergabe der Stadt Iserlohn an die Amerikaner im April 1945 steht im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Blank. Vielmehr wird er einen Bogen von den letzten Kriegsmonaten an Rhein, Ruhr und Lenne bis zu den Endkämpfen im sogenannten Ruhrkessel im April 1945 spannen, die auch im Raum Hagen-Iserlohn der finale Schlusspunkt des Zweiten Weltkriegs waren. In den vorausgegangenen letzten Monaten des Krieges kam es nicht nur zu einem Zusammenbruch der „Heimatfront“. Auch das wirtschaftliche Gefüge sowie das gesamte Verkehrsnetz lagen am Boden. Während Iserlohn im Februar und März 1945 von US-amerikanischen Mittelstreckenbombern angegriffen wurde, um die Kasernen zu zerstören, versank die Nachbarstadt Hagen noch wenige Wochen vor dem Kriegsende in Schutt und Asche. Für die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen in der Region verschärfte sich seit Herbst 1944 die Situation zunehmend. Noch in den letzten Kriegswochen wurden Tausende von ihnen von der Gestapo ermordet. Doch auch zahlreiche Deutsche wurden Opfer des Schlusskriegsterrors, den die Nationalsozialisten vor ihrem Untergang entfachten.

Dr. Ralf Blank ist ausgewiesener Kenner für die Zeit des Zweiten Weltkrieges an Rhein und Ruhr. Er hat zahlreiche Monografien und Aufsätze zu diesem Thema vorgelegt. Zuletzt erschien Anfang 2015 im Klartext-Verlag Essen sein Buch „Bitter Ends. Die letzten Kriegsmonate des Zweiten Weltkrieges im Ruhrgebiet 1944/45“.

Britischer Geheimdienst in Iserlohn - Spannender Vortrag von Marieluise Spangenberg im Stadtarchiv

Auf eine spannende Spurensuche nahm in dieser Woche Marieluise Spangenberg, die ehemalige Kulturamtsleiterin der Stadt Iserlohn, die zahlreichen Zuhörer bei ihrem Vortrag in der „Alten Post“ mit. Im Rahmen der stadtgeschichtlichen Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule sprach sie über eine bisher kaum bekannte Episode der Nachkriegszeit, die Iserlohn kurzzeitig in den Blickwinkel des britischen Geheimdienstes rückte.

Marieluise Spangenberg begann ihren Vortrag mit einer Schilderung der letzten Kriegstage in Berlin 1945 und stellte dann den aus Iserlohn stammenden Heeres-Adjutanten und Ritterkreuzträger Major Willi Johannmeier in den Mittelpunkt. Hitler, bis zuletzt von fanatischem Rassenhass und Antisemitismus durchdrungen, diktierte kurz vor seinem Selbstmord im Bunker der Reichskanzlei sein „Politisches Testament“. Er gab den Auftrag, die drei Ausfertigungen an verschiedene Personen bzw. Orte zu bringen. Willi Johannmeier erhielt ein Exemplar, das er nach Prag bringen sollte. Im Chaos der letzten Kriegstage gelangte er auf unbekannten Wegen nach Iserlohn und vergrub das Dokument im Garten seines Elternhauses Rosenstraße 3 (heute Van-Hees-Straße). Erst nachdem die beiden anderen Exemplare bereits gefunden wurden, kam 1946 der britische Geheimdienst auf die Fährte Johannmeiers, der inzwischen auf einem Bauernhof in Kalthof arbeitete. Nach Verhören im britischen Hauptquartier in Bad Oeynhausen verriet Johannmeier das Versteck.

Anhand des Kriegstagebuches des britischen Historikers Hugh Trevor-Roper, der 1946 unmittelbar an den Verhören und der Entdeckung des Testamentes in Iserlohn beteiligt war, sowie weiterer Quellen aus dem Stadtarchiv und dem Bundesarchiv vermochte Marieluise Spangenberg einen spannenden Bogen zwischen Berlin 1945 und Iserlohn 1946 aufzubauen. Abschließend skizzierte sie den weiteren Lebensweg Johannmeiers, der als Diplom-Agrarwirt bei Landmaschinenfirmen Karriere machte und 1970 bei Frankfurt am Main starb. Zu seiner NS-Vergangenheit hat er nie öffentlich Stellung bezogen, sodass viele Fragen unbeantwortet bleiben müssen.

Mit neunzig Gästen war der Vortragsraum bis auf den letzten Platz besetzt. Einige Interessierte mussten sogar wieder nach Hause geschickt werden. Deshalb plant der Förderkreis Iserlohner Museen eine Wiederholung des Vortrages im Gewölbekeller des Museums für Handwerk und Postgeschichte am Mittwoch, 22. Juli. Die Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule wird am Dienstag, 16. Juni, mit einem Vortrag des Hagener Historikers Dr. Ralf Blank über die letzten Kriegsmonate in Südwestfalen 1944/45 fortgesetzt.

„Nachspiel zum Zweiten Weltkrieg in Iserlohn“ - Vortrag von Marieluise Spangenberg im Stadtarchiv

Am Dienstag, 19. Mai, wird die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn fortgesetzt. Marieluise Spangenberg spricht unter dem Titel „1946, mitten in Iserlohn: ein Nachspiel zum Zweiten Weltkrieg“ über eine bisher kaum bekannte Episode der Nachkriegszeit in Iserlohn.

Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Ein Jahr nach der Kapitulation von 1945 suchte man auch in Iserlohn zur Normalität zurückzukehren. Niemand ahnte, dass im Boden eines Grundstücks mitten in der Stadt seit einem Jahr ein Dokument ruhte, dessen Inhalt noch einmal jenen Sprengsatz an Hass und Vernichtungswillen enthielt, der Europa zerstörte und Millionen Menschen das Leben kostete – Hitlers „Politisches Testament“. Sicher hat auch niemand den Jeep aus dem britischen Hauptquartier in Hamburg bemerkt, der eines Nachts in einer Seitenstraße des Tyrol parkte und eine Gruppe englischer Offiziere des britischen Geheimdienstes entließ, die den Grabungsort aufspürten, den Verdächtigen festnahmen und die langgesuchte Trophäe sicherte, die später der britischen Regierung in London überreicht werden sollte.

Marieluise Spangenberg wird anhand von deutschem Archivmaterial und dem Kriegstagebuch des beteiligten britischen Historikers Hugh Trevor-Roper dieses Nachspiel des Zweiten Weltkrieges eingehend behandeln.

Vortrag zur Geschichte der jüdischen Familie Ehrlich am 28. April 2015

Der Vortrag zur Geschichte der jüdischen Familie Ehrlich, der im Rahmen der stadtgeschichtlichen Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn verschoben werden musste, findet nun am Dienstag, 28. April, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5, statt.

Der Vortrag zur Geschichte der jüdischen Familie Ehrlich, der im Rahmen der stadtgeschichtlichen Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn verschoben werden musste, findet nun am Dienstag, 28. April, um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5, statt. Stadtarchivar Rico Quaschny wird anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes das Schicksal der Familie Ehrlich vorstellen. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Seit 1887 war die jüdische Familie Ehrlich in Iserlohn ansässig. Sie gründete ein Geschäft und betrieb mehrere Jahrzehnte ein großes Haushaltswaren- und Porzellangeschäft mitten in der Iserlohner Innenstadt im Haus Markt 10 (heute Alter Rathausplatz 10). Der Machtantritt der Nationalsozialisten bedeutete einen Einschnitt. Schon beim ersten Boykott des NS-Regimes am 1. April 1933 war das Geschäft betroffen und in der Reichspogromnacht 1938 wurden Schaufenster und Waren zerstört. Kurz darauf folgte der Zwangsverkauf. Mehrere Familienangehörige wurden 1942 deportiert und ermordet. Siegfried Ehrlich kam noch wenige Wochen vor Kriegsende 1945 bei seiner Verschleppung nach Berlin ums Leben.

In dem Vortrag werden beispielhaft die zur Geschichte dieser jüdischen Familie im Stadtarchiv Iserlohn vorliegenden Quellen vorgestellt und erläutert. Der Vortrag wird von zahlreichen Abbildungen - darunter mehrere neu aufgetauchte Bilder - begleitet.

Iserlohn im Jüdischen Museum Westfalen vertreten - Stadtarchiv unterstützt Ausstellungsprojekt „Heimatkunde“

Ende des vergangenen Jahres eröffnete das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten die Sonderausstellung „Heimatkunde. Westfälische Juden und ihre Nachbarn“. Besucherinnen und Besucher können dabei auch ein kleines Stück Iserlohner Geschichte entdecken. Das Stadtarchiv Iserlohn stellte für das Projekt historische Stadtansichten und Lithografien des Fotografen Leopold Cohen (1838-1911) zur Verfügung.

Das Ausstellungsprojekt widmet sich ausgewählten Erfahrungen des Zusammenlebens von Juden und Nichtjuden in Westfalen. Das Jüdische Museum knüpft an verbreitete Vermutungen an, dass Juden ein besonderes Verhältnis zu ihrer Heimat haben, und zeigt an geschichtlichen Spuren aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie es zu dieser Wahrnehmung kam. Es wird sichtbar gemacht wie verschiedene Wege der Integration verliefen. Ausgehend von historischen Prozessen spannt die Ausstellung einen Bogen bis zur Gegenwart, da elf jüdische Menschen, die in Westfalen geboren wurden oder heute hier leben, in Interviews zum Thema Heimat sprechen. Eindrucksvolle Porträts ergänzen eine Videoinstallation.

Jüdisches Engagement in Städten und Gemeinden, die jüdische Beteiligung an der Herausbildung regionaler Identitäten und Kulturzeugnisse werden an Beispielen vorgestellt. Mit Leopold Cohen stammt eines dieser Beispiele aus Iserlohn. Das Stadtarchiv Iserlohn hatte Cohen, einem frühen Iserlohner Fotografen, im Jahr 2012 erstmals eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt wurden damals vor allem die von Cohen überlieferten Stadtansichten und Postkarten. Einige dieser Bilder sind nun in der Ausstellung in Dorsten wieder zu sehen. Sie werden auch im Begleitband gezeigt, der zudem eine Kurzbiografie des Fotografen von Stadtarchivar Rico Quaschny enthält. „Leopold Cohen passt perfekt in das Thema der Sonderausstellung: er war Westfalen und Iserlohn eng verbunden, wie zahlreiche Aufnahmen belegen, und er war in die bürgerliche Stadtgesellschaft integriert“, erläutert Quaschny. Cohen war Vorsitzender des Kriegervereins 64/66 (Kriegsveteranen von 1864/66) und zugleich im Vorstand der Synagogengemeinde Iserlohn aktiv. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Iserlohner Familie Cohen fast vollständig ausgelöscht.

Das Stadtarchiv Iserlohn sucht auch weiterhin nach fotografischen Zeugnissen und historischen Postkarten von Leopold Cohen und ist für Hinweise sehr dankbar.

Die von Iris Nölle-Hornkamp herausgegebene Begleitpublikation zum Projekt „Heimatkunde“ umfasst auf 287 Seiten über 40 einzelne Beiträge. Sie erschien im Klartext-Verlag (Essen) und ist im Buchhandel erhältlich. Die Ausstellung in Dorsten ist noch bis zum 16. Mai 2015 geöffnet. Über Einzelheiten informiert die Internetseite www.heimatkunde-jmw.de.

Stadtarchiv Iserlohn und Verbraucherzentrale NRW laden ein zum „Tag der offenen Tür“

Am Samstag, 7. März, sind alle Interessierten von 11 bis 17 Uhr herzlich eingeladen zu einem „Tag der offenen Tür“ in die „Alte Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Zum zweiten Mal führen das Stadtarchiv Iserlohn und die Verbraucherzentrale NRW diesen Aktionstag gemeinsam durch. Die Teams der beiden Einrichtungen freuen sich, den Besucherinnen und Besuchern ihre Angebote zu präsentieren.

Angebote des Stadtarchivs Iserlohn am 7. März 
Schon seit 2012 öffnet das Stadtarchiv Iserlohn alljährlich Anfang März an einem „Tag der offenen Tür“ seine Türen. Unterstützung erhält das Team des Stadtarchivs vom Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie von den Bundesfreiwilligendienst Leistenden des Archivs.
Am 7. März können die sonst nicht zugänglichen Magazinräume im Rahmen von Führungen um 11 und 14 Uhr besichtigt werden. Neben Informationen zu den Aufgaben und Beständen des Stadtarchivs werden ausgewählte Neuzugänge des vergangenen Jahres vorgestellt. Um 14 Uhr wird eine Führung für Kinder angeboten.
Zum weiteren Programm gehört außerdem der Vortrag „100 Jahre Bismarckturm in Iserlohn“, der jeweils um 12 und 15 Uhr beginnt. Jeweils um 13 und 16 Uhr werden Ausschnitte aus dem Film „Durch das schöne Westfalen“ von 1929, in dem auch eine kurze Sequenz Iserlohn gezeigt wird, präsentiert.
Stadtgeschichtliche Veröffentlichungen und eine neu herausgegebene Serie von historischen Postkarten mit Iserlohner Motiven, aber auch antiquarische Bücher, werden zu Sonderpreisen angeboten. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren über ihre Aufgabengebiete. Für das leibliche Wohl wird mit Kaffee und Kuchen gesorgt. Im Flur des Stadtarchivs werden historische Ansichten vom Seilersee und vom Bismarckturm ausgestellt.

Weitere Informationen gibt es beim Stadtarchiv Iserlohn, Telefon 02371 / 217-1921, E-Mail: archiv@iserlohn.de oder im Internet unter  www.archiv-iserlohn.de

Angebote der Iserlohner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale am 7. März 
Im Foyer erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Infostand zu aktuellen Themen aus der Verbraucherberatung. In der Beratungsstelle wird eine kostenlose Rechtsberatung zu den verschiedensten Fragen angeboten.
Zusätzlich können alle Besucher ihr Energiesparwissen an einem Quizhaus testen. In der Zeit von 11 bis 14 Uhr können persönliche Fragen der Energieberatung geklärt werden und in der Zeit von 11 bis 16 Uhr wird eine kostenlose Tarifwechselberatung angeboten.
Wer sich für fairen Handel und Fair Trade-Produkte interessiert, wird mit Informationen und kleinen Kostproben, wie fair gehandelter Schokolade und Säften aus der Region, versorgt.
Ferner steht eine Themenecke mit Ratgebern und Informationsmaterial rund um das Thema Pflege zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es in der Beratungsstelle Iserlohn, Telefon 02371 / 21941-01, E-Mail: iserlohn@vz-nrw.de oder im Internet unter www.vz-nrw.de/iserlohn

Kurzinfo zum Gebäude „Alte Post“
Die „Alte Post“ gehört zu den markantesten denkmalgeschützten Gebäuden in der Iserlohner Innenstadt. 1882 als „Post- und Telegraphen-Dienstgebäude“ im Stil der Neorenaissance errichtet und 1914 um ein Geschoss erweitert, diente das Haus bis 1986 als Postgebäude. Danach übernahm es die Kreishandwerkerschaft, die es als Teil des Berufsbildungszentrums nach Umbauten für die berufliche Aus- und Weiterbildung nutzte. Zunft- und Innungszeichen einzelner Handwerksberufe, die an den Außentüren angebracht sind, stammen aus dieser Zeit.

Nachdem sich die Kreishandwerkerschaft zur Aufgabe des Gebäudes entschloss, prüfte die Stadt, ob eine Nutzung als Stadtarchiv möglich ist. Die bis dahin als Stadtarchiv genutzten Räume waren zu klein und entsprachen nicht den Anforderungen an ein Kommunalarchiv. Nach einem positiven Prüfergebnis beschloss der Rat den Kauf des Gebäudes und den notwendigen Umbau für das Stadtarchiv sowie für weitere Mieter. Ende 2003 war der Umbau des Hauses abgeschlossen.

Noch im Dezember 2003 eröffnete im Erdgeschoss die Verbraucherzentrale NRW als Mieter ihre neue Beratungsstelle in der „Alten Post“. Durch mehr Raumkapazitäten wurde frühzeitig der Grundstein für eine Ausweitung des Beratungsangebotes ermöglicht, sodass Iserlohn, im Vergleich zu den umliegenden Kommunen, mittlerweile besonders umfangreich aufgestellt ist.

Im März 2004 erfolgte die offizielle Einweihung des Stadtarchivs, nachdem über 2,5 Kilometer Archiv- und Sammlungsgut in den neuen Magazinräumen seinen Platz gefunden hatte.

Seit mehreren Jahren ist auch der Bereich Beschäftigungsförderung der Stadt Iserlohn in der „Alten Post“ untergebracht sowie seit 2015 der Bereich Offener Ganztag an Schulen.

Alte Industrie im Tal des Caller Baches - Vortrag zur Iserlohner Wirtschaftsgeschichte

Am Dienstag, 17. Februar, wird die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn fortgesetzt. „Alte Industrie im Tal des Caller Baches“ heißt der Vortrag, in dem Tanja Marschall-Wach und Rico Quaschny vom Stadtarchiv ein Stück Iserlohner Wirtschaftsgeschichte vorstellen.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Durch das Jubiläum „100 Jahre Seilersee“ rückte im vergangenen Jahr auch die Geschichte der Industrie am Caller Bach wieder in das Blickfeld der lokalgeschichtlichen Forschung. Bisher waren vor allem die Industriestandorte im Lägertal, Baarbachtal und Grünertal untersucht worden. Auch im Tal des Caller Baches lassen sich mehrere Fabrikstandorte lokalisieren, die schon im 18. Jahrhundert erwähnt werden. Die Wasserkraft des kleinen Baches wurde unter anderem von Drahtrollen, Nadelfabriken und einer Papiermühle genutzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich außerdem mehrere Ziegeleien zwischen Seilerberg, Hemberg und Bömberg an. Durch den Bau des 1914 fertiggestellten Seilersees, den Autobahn- und Straßenbau in den 1970er Jahren und den Strukturwandel verschwanden nach und nach nahezu alle Zeugen der Industriegeschichte in diesem Bereich.

Der Vortrag will anhand von zahlreichen Karten und Bildern einen Überblick über die frühere Vielfalt der Industrie am Caller Bach geben. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu einer Spurensuche in der Iserlohner Wirtschaftsgeschichte.

Samt und Seide aus Iserlohn - Vortragsreihe startet mit Hans-Hermann Stopsack

Am Dienstag, 27. Januar, beginnt die stadtgeschichtliche Vortragsreihe von Stadtarchiv und Volkshochschule Iserlohn. Der erste Vortrag im neuen Jahr thematisiert „Iserlohn und das Textilgewerbe im 18. Jahrhundert“. Referent ist mit Hans-Hermann Stopsack ein ausgewiesener Kenner der Wirtschaftsgeschichte des Raumes Iserlohn-Hemer.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der „Alten Post“, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro.

Die Herstellung ausgewählter Textilien, der Handel damit und die Veredlung von textilen Rohstoffen hatten in der Kaufmannsstadt Iserlohn ihren Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zwar wurden Wolle und Leinen kaum verarbeitet, doch die geschickten Kaufleute erstanden bei ihren Messeaufenthalten Wolle und handelten damit wie auch mit fremden Fertigtextilien. Als 1771 der preußische Staat aus merkantilistischen Erwägungen Prämien für die Anlage von Garnbleichen aussetzte, legten auch Iserlohner Kaufleute solche in der Stadt und Umgebung an. Bekannt wurde die märkische Stadt durch die von Friedrich dem Großen zeitweise geförderte Herstellung von Seidenbändern und -tüchern. Die kurze Blüte endete mit der napoleonischen Zeit und in den 1820er Jahren. Erst seit 1948 besitzt die auf Metallwaren ausgerichtete Stadt mit Hänsel-Roßhaar, heute Hänsel Textil, wieder ein bedeutendes Unternehmen der Textilbranche.

Neue Vorträge im Stadtarchiv

Das neue Vortragsprogramm des Stadtarchivs Iserlohn liegt vor. Veranstaltungsplakat und -flyer kündigen mit einem historischen Foto des Geschäftshauses Ehrlich am Marktplatz (heute Alter Rathausplatz) aus der Zeit um 1913 die Themen und Termine des ersten Halbjahres 2015 an.

Inzwischen hat sich das Vortragsangebot des Stadtarchivs etabliert. Neben einem festen Stammpublikum kommen immer wieder neue Zuhörer zu den unterschiedlichen Themen in die „Alte Post“. Im vergangenen Jahr besuchten etwa 380 Interessierte die zehn stadt- oder regionalgeschichtlichen Vorträge, die von Januar bis Dezember 2014 in Kooperation mit der Volkshochschule Iserlohn im Stadtarchiv angeboten wurden.

An der bewährten Mischung von fachkundigen Referenten aus Iserlohn und auswärtigen Experten wird auch im neuen Programm festgehalten. Schwerpunkte der kommenden Vorträge werden Aspekte der Iserlohner Wirtschaftsgeschichte und das Kriegsende vor siebzig Jahren sein.

Zum Beginn der Reihe wird Hans-Hermann Stopsack, ausgewiesener Kenner der Wirtschaftsgeschichte des Raumes Iserlohn-Hemer, Ende Januar das Iserlohner Textilgewerbe im 18. Jahrhundert vorstellen. Tanja Marschall-Wach und Rico Quaschny vom Stadtarchiv Iserlohn geben im Februar einen Überblick über alte Industriestandorte am Caller Bach. Im April skizziert Stadtarchivar Rico Quaschny die Geschichte der jüdischen Familie Ehrlich, wobei besonders die vorliegenden Quellen vorgestellt werden. Die ehemalige langjährige Kulturamtsleiterin Marieluise Spangenberg stellt im Mai ein kleines Kapitel der Nachkriegszeit vor. Unter dem Titel „1946, mitten in Iserlohn: ein Nachspiel zum Zweiten Weltkrieg“ wird sie erläutern, was Hitlers „Politisches Testament“ mit Iserlohn verbindet. Zum Abschluss des Halbjahresprogrammes referiert Dr. Ralf Blank, Leiter der historischen Museen und des Stadtarchivs Hagen, im Juni über die letzten Kriegsmonate in Südwestfalen 1944/45, ein Thema, zu dem er vor kurzem eine Publikation vorgelegt hat.

Alle Vorträge beginnen um 18.30 Uhr im Stadtarchiv in der Alten Post, Theodor-Heuss-Ring 5. Der Eintritt kostet vier Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zwei Euro. Die Volkshochschule als Kooperationspartnerin hat wieder alle Angebote des Stadtarchivs in ihr Programmheft aufgenommen. Eine Anmeldung zu den einzelnen Vorträgen ist nicht erforderlich.

Hier die Termine im Überblick:

  • Dienstag, 27. Januar 
    „Iserlohn und das Textilgewerbe im 18. Jahrhundert“
    Vortrag von Hans-Hermann Stopsack, Hemer
  • Dienstag, 17. Februar
    „Alte Industrie im Tal des Caller Baches“
    Vortrag von Tanja Marschall-Wach und Rico Quaschny, Iserlohn
  • Dienstag, 14. April
    „Zur Geschichte der jüdischen Familie Ehrlich“
    Vortrag von Rico Quaschny, Iserlohn
  • Dienstag, 19. Mai 
    „1946, mitten in Iserlohn: ein Nachspiel zum Zweiten Weltkrieg“
    Vortrag von Marieluise Spangenberg, Iserlohn
  • Dienstag, 16. Juni
    „Die letzten Kriegsmonate in Südwestfalen 1944/45“
    Vortrag von Dr. Ralf Blank, Hagen

Begleitend zum Vortragsprogramm lädt das Stadtarchiv am Samstag, 7. März, von 11 bis 17 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein.

Ein Flyer mit einer Terminübersicht und kurzen Texten zu den Vorträgen liegt im Stadtarchiv und in anderen Kultureinrichtungen sowie bei der Stadtinformation am Bahnhofsplatz 2 und im Rathaus am Schillerplatz aus. Er wird auf Wunsch auch gern zugesandt und steht im Internet unter www.stadtarchiv-iserlohn.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 02371 / 217-1921 oder per E-Mail: archiv@iserlohn.de