Das Stadtarchiv Iserlohn erhielt vom LWL-Archivamt einen Sicherheitssauger, der zur Verbesserung der Hygiene im Archiv eingesetzt werden soll. Das LWL-Archivamt hat im Rahmen eines durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in Berlin geförderten Projektes mehrere Sicherheitssauger für die nichtstaatlichen Archive in Westfalen und Lippe beschafft. Jedem Kreis wird ein Sicherheitssauger zur Verfügung gestellt, der im Bedarfsfall von kreisangehörigen nichtstaatlichen Archiven entliehen werden kann. So soll auch kleineren Institutionen ermöglicht werden, Magazinräume, Mobiliar und Archivgut regelmäßig zu reinigen.
„Mit der Bereitstellung des Sicherheitssaugers unterstützt das Archivamt die nichtstaatlichen Archive der Region dabei, die Hygienebedingungen in ihren Magazinräumen zu verbessern und den langfristigen Erhalt des schriftlichen Kulturerbes zu sichern“, betont Friederike Nithack von der Restaurierungswerkstatt des LWL-Archivamtes. Sie brachte den Sicherheitssauger in das Stadtarchiv Iserlohn und gab dem Team des Stadtarchivs eine fachkundige Einführung in den Umgang mit dem speziellen Reinigungsgerät sowie Erläuterungen zu den Themen Hygiene, Schädlings- und Schimmelprävention.
Stadtarchivar Rico Quaschny freut sich über die Unterstützung durch das LWL-Archivamt und die KEK: „Der Sicherheitssauger ermöglicht uns, noch mehr dazu beizutragen, dass unser Archivgut optimal gelagert wird und unüberschaubare Folgekosten, die durch Schäden entstehen können, vermieden werden.“ Neben der Reinigung von Böden, Regalflächen und Archivschachteln wird der Sicherheitssauger auch bei der Säuberung von verstaubten und verschmutzten Neuzugängen eingesetzt werden. Nur so kann verhindert werden, dass beispielsweise Schimmel oder Ungeziefer in die Magazinräume gelangen.
Nach langer pandemiebedingter Unterbrechung bietet das Stadtarchiv Iserlohn am Mittwoch, 3. November, in Kooperation mit dem Stadtmuseum und dem Förderverein Bauernkirche erstmals wieder einen stadtgeschichtlichen Vortrag an. Anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ skizziert Prof. Dr. Arno Herzig (Hamburg) in einem Vortrag die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde Iserlohn. Der Referent ist einer der besten Kenner der jüdischen Geschichte Deutschlands und hat bereits 1970 eine bis heute gültige Geschichte der jüdischen Gemeinde Iserlohn veröffentlicht.
Um möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme an dem Vortrag zu ermöglichen, findet dieser in der Bauernkirche statt. Einlass ist ab 18 Uhr, der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr. Für den Zutritt gilt die 3 G-Regel (geimpft, getestet, genesen). Änderungen aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW müssen vorbehalten bleiben. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Um Spenden für den Förderverein Bauernkirche wird gebeten.
Durch ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 ist belegt, dass schon zu dieser Zeit Juden römische Bürger in Köln waren. Nachweislich leben demnach Jüdinnen und Juden seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis unter Leitung eines Vereins zu begehen. Rund tausend Veranstaltungen machen bundesweit unter dem Namen „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“ jüdisches Leben sichtbar und setzen Zeichen gegen Antisemitismus.
Jüdisches Leben in Iserlohn ist früh dokumentiert. Obwohl im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit vereinzelt Juden in Iserlohn lebten, kam es aber erst in den 1790er Jahren zur Gründung einer jüdischen Gemeinde. 1819 gab sich die jüdische Gemeinde in Iserlohn als erste in Westfalen eine Synagogenordnung, die sich stark an protestantischen Kultformen orientierte. 1828 bis 1831 entstand die Synagoge an der Mendener Straße, die in der Pogromnacht 1938 von den Nationalsozialisten angezündet und zerstört wurde. Damit wurde die Vernichtung der jüdischen Gemeinde eingeleitet, in deren Folge in den Konzentrationslagern etwa hundert jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Iserlohn ermordet wurden. Nach 1945 entstand keine jüdische Gemeinde mehr in Iserlohn.
Vieles ist in diesem Jahr anders. Doch den seit Jahren bewährten Jahreskalender der Sparkasse Iserlohn, der historische Postkartenmotive aus Iserlohn zeigt, gibt es auch im Jahr der Coronapandemie. Der Kalender für 2021 entstand erneut in enger Kooperation von Sparkasse und Stadtarchiv Iserlohn.
Alle Infos zum Historischen Fotokalender 2021 finden Sie hier...
In diesem Sommer sind über tausend Akten der ehemaligen Stadt Letmathe und ihrer Vorläufer, zu denen unter anderem die Ämter Letmathe und Oestrich gehörten, in das Stadtarchiv Iserlohn zurückgekehrt. Rund 1 100 Akten des Bestands Letmathe waren seit Sommer 2019 nicht zugänglich, da sie im Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig ein Massenentsäuerungsverfahren durchlaufen haben.
In diesem Jahr wurden vom LWL-Archivamt für Westfalen weitere rund 700 Akten des Bestands Letmathe abgeholt. Sie werden in Münster für die Massenentsäuerung vorbereitet, bei Bedarf trocken gereinigt, gewogen und anschließend in das Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig gebracht. Deshalb stehen sie bis voraussichtlich Mitte 2021 nicht für die Benutzung im Stadtarchiv Iserlohn zur Verfügung.
Das Stadtarchiv Iserlohn beteiligt sich bereits seit 2012 an der Landesinitiative Substanzerhalt in NRW, die für Westfalen vom LWL-Archivamt in Münster betreut wird. Kulturressortleiter Jochen Köhnke und Stadtarchivar Rico Quaschny freuen sich darüber, dass neben verschiedenen Karteien in den vergangenen Jahren schrittweise bereits rund 4 000 Akten der alten Stadt Iserlohn entsäuert werden konnten. Jochen Köhnke betont, dass der Eigenanteil der Stadt Iserlohn seit 2012 mit beachtlichen Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen aufgestockt werden konnte. „Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass das Stadtarchiv Iserlohn und viele weitere Kommunalarchive auch in den kommenden Jahren vom Land NRW und dem LWL-Archivamt in der komplexen und vor allem kostspieligen Frage des Bestandserhalts weiter unterstützt werden“, so der Kulturressortleiter.
„Die Papierentsäuerung sorgt dafür, dass die seit Mitte des 19. Jahrhunderts stark säurehaltigen Papiere entsäuert und damit länger haltbar gemacht werden“, erläutert Stadtarchivar Rico Quaschny. Ohne bestandserhaltende Maßnahmen droht der Papierzerfall und ein unwiederbringlicher Verlust von Archivgut.
Nach der Rückkehr in das Stadtarchiv Iserlohn werden alle Akten neu verpackt und in säurefreien Kartons gelagert, sodass das Stadtarchiv der gesetzlichen Verpflichtung zur dauerhaften Archivierung archivwürdiger Unterlagen nachkommt.