Ob ausgelassenes Schützenfest oder friedliches Miteinander auf dem Friedensfest – Feiern soll Freude bereiten, Menschen zusammenbringen und Raum für unbeschwerte Begegnungen schaffen. Gleichzeitig dürfen mögliche Gefahren nicht ausgeblendet werden: Immer wieder kommt es auf Großveranstaltungen zu sexuellen Übergriffen, häufig im Zusammenhang mit dem Einsatz sogenannter K.-o.-Tropfen. Die Dunkelziffer ist hoch und viele Betroffene scheuen sich, über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Die Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn setzt deshalb auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit auf öffentlichen Veranstaltungen. Das bewährte Schutz- und Aufklärungskonzept gegen K.-o.-Tropfen und sexuelle Übergriffe wird erneut auf dem Schützenfest des Iserlohner Bürger-Schützen-Vereins e. V. (IBSV), das vom 3. bis 6. Juli auf dem Festgelände der Alexanderhöhe stattfindet, sowie auf dem Friedensfest, vom 10. bis 12. Juli auf dem Fritz-Kühn-Platz, umgesetzt.
Das Konzept wurde von der Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn gemeinsam mit dem Zweckverband für psychologische Beratungen und Hilfen (ZFB) entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern etabliert. Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher zu sensibilisieren, präventiv zu informieren und im Ernstfall schnelle und niedrigschwellige Hilfe anzubieten.
„Jede Besucherin und jeder Besucher hat das Recht, sicher feiern zu können. Prävention lebt davon, dass wir hinschauen, informieren und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Deshalb setzen wir das Schutzkonzept auch in diesem Jahr konsequent fort“, betont Patricia da Cruz Santos, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Iserlohn.
Auch die Veranstalterinnen und Veranstalter tragen das Konzept mit voller Überzeugung mit. Für Wolfgang Barabo (IBSV) und Sven Pasel (Friedensfestverein) steht fest, dass Sicherheit und gegenseitiger Respekt feste Bestandteile einer gelungenen Veranstaltung sind.
Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
- „Safe-Space“ und Präsenz von geschultem DRK-Personal als vertrauliche und diskrete Anlaufstelle auf dem Festgelände.
- Informationen an zentralen Standorten beider Veranstaltungen mit Hinweisen zu Schutzmöglichkeiten und Hilfsangeboten.
- Ausgabe von Armbändern mit Schnelltests zum Nachweis von K.-o.-Tropfen in Getränken (kostenfrei, solange der Vorrat reicht) – einfach anwendbar und direkt vor Ort einsetzbar.
- Eine zentrale Informationswebseite der Gleichstellungsstelle mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie wichtigen Informationen rund um das Thema K.-o.-Tropfen und sexuelle Übergriffe.
Das Schutzkonzept hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und ist inzwischen ein fester Bestandteil der Sicherheitsmaßnahmen auf den beiden Großveranstaltungen. Es steht für eine Kultur des respektvollen Miteinanders, in der Zivilcourage, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind. Eine Ausweitung des Schutzkonzeptes auf weitere Iserlohner Großveranstaltungen ist perspektivisch angedacht.