Pressemitteilung der Stadt Iserlohn

Neue Ausstellung „zwischen.menschlich“ in der Städtischen Galerie - Iserlohner Fotograf Jörg Meier gastiert in der Heimat

In der Städtischen Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, ist von Freitag, 15. Mai, bis Sonntag, 9. August, eine besondere Sammlung des Iserlohner Fotografen Jörg Meier – auch bekannt als „Pancho Assoluto“ – zu Gast.

Mit der Ausstellung „zwischen.menschlich“ lädt der heimische Künstler zu einer fotografischen Reise durch Erinnerungsräume, urbane Landschaften und gesellschaftliche Zwischenzonen ein. Meiers Bilder verbinden dokumentarische Genauigkeit mit einer subjektiven, erzählerischen Haltung: Sie zeigen Begegnungen, die nachwirken, und Milieus, die im öffentlichen Blick oft übersehen werden. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Frage, wie Identität entsteht – zwischen Herkunft und Gegenwart, Nähe und Distanz, Zuschreibung und Selbstentwurf.

Ausgangspunkt der Schau sind langfristig angelegte Serien, die aus biografischen Erfahrungen ebenso wie aus intensiven Recherchen und Gesprächen hervorgehen. In „aye“ kehrt Meier in die eigene Vergangenheit zurück: Glasgow wird zur Projektionsfläche für Kindheit, Prägungen und das Wiederauftauchen verdrängter Erinnerungen. Die Arbeit stellt zugleich eine universelle Frage: Welche Spuren hinterlassen Orte und frühe Begegnungen – und wie prägen sie die Gegenwart?

Ein besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf Räume, in denen gesellschaftliche Normen brüchig werden. In „nod – Jenseits von Eden“ richtet Meier die Kamera auf ein verborgenes Paralleluniversum entlang von Park- und Rastplätzen: Menschen, die sich der Öffentlichkeit entziehen und doch Teil der Gesellschaft sind. Daraus entwickelte sich „Tempo Kitchen“, ein Blick auf den provisorischen Alltag von Fernfahrern – auf improvisierte Küchen, kurze Momente des Innehaltens und ein Gemeinschaftsgefühl, das unterwegs entsteht. Beide Serien erzählen von temporären Existenzen und davon, wie Identität unter Bedingungen ständiger Bewegung Form annimmt.

Mit „MasculinityX“ erweitert der Fotograf die Perspektive auf Geschlecht und Selbstbilder. Die Porträts verstehen sich als Dialog über vielfältige Identitäten und über das „Dazwischen“ als gelebte Realität. Auch aktuelle Arbeiten – etwa zu queeren Landwirtinnen und Landwirten im ländlichen Raum – knüpfen daran an: Sie zeigen Menschen, die offen in ihrem beruflichen Umfeld stehen und zugleich besonderen Herausforderungen begegnen, ohne dass die Bilder erklären oder bewerten wollen.

Über die einzelnen Werkgruppen hinaus betont die Ausstellung Meiers Verständnis von Fotografie als Teilhabeprojekt. In Kooperationen – unter anderem mit den „Selfiegrafen“ – und in einem begleitenden Event, zu dem verbündete queere Künstlerinnen und Künstler eingeladen sind, werden Porträts neu interpretiert oder weitergedacht. So entsteht ein vielstimmiges Zusammenspiel von Kunst und Identität, welches die Besucherinnen und Besucher zum genauen Hinsehen, zum Hinterfragen gesellschaftlicher Selbstverständlichkeiten und zum Entdecken des Verbindenden im Unterschiedlichen einlädt.

Die Ausstellung ist bis zum 9. August während der Öffnungszeiten in der Städtischen Galerie Iserlohn zu sehen: mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro.

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Mit der Ausstellung „zwischen.menschlich“ lädt Jörg Meier zu einer fotografischen Reise durch Erinnerungsräume, urbane Landschaften und gesellschaftliche Zwischenzonen ein.
In „aye“ kehrt der Iserlohner Fotograf in die eigene Vergangenheit zurück: Glasgow wird zur Projektionsfläche für Kindheit, Prägungen und das Wiederauftauchen verdrängter Erinnerungen.