Pressemitteilung der Stadt Iserlohn

Verleihung des 16. Stefan Haacke-Preises durch den Beirat für Inklusion der Stadt Iserlohn - Würdigung für muttersprachlichen Gebärdendolmetscher Karl-Heinz Hessling

Im festlichen Rahmen und vor zahlreichen Gästen überreichten Mechthild Starke-Kersting, Vorsitzende des Beirates für Inklusion, und Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Karsten Meininghaus am vergangenen Sonntag, 13. September, den bereits 16. Stefan Haacke-Preis in der Galerie des Parktheaters. Mit dem vom Beitrat für Inklusion ausgelobten Preis werden Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen oder auch Firmen geehrt, die sich ehrenamtlich oder über ihr berufliches Engagement hinaus mit außergewöhnlichem Einsatz für die Belange von Menschen mit Behinderung in Iserlohn einsetzen.

Zur Feierstunde fanden sich zahlreiche Gäste ein, darunter auch die Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk und der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick, die in ihren Grußworten die Arbeit des Beirates lobten und die Wichtigkeit von gelebter Inklusion unterstrichen. Auch der Landrat des Märkischen Kreises, Ralf Schwarzkopf, war gekommen. Paul Ziemiak hatte ebenfalls ein Grußwort vorbereitet, welches die Vorsitzende des Beirates verlas, da der Bundestagsabgeordnete aus dienstlichen Gründen in diesem Jahr ausnahmsweise fernbleiben musste.

In seiner Laudatio verkündete der stellvertretende Bürgermeister Karsten Meininghaus offiziell den Preisträger des diesjährigen Stefan Haacke-Preises: Karl-Heinz Hessling, der für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Gebärdensprachdolmetscher für gehörlose Menschen gewürdigt wurde.

Der 79-Jährige war in Sitzungen des Gremiums unter anderem als Übersetzer tätig, für die aus dem Gehörlosenverein Iserlohn in den Beirat entsandten Mitglieder. Daneben begleitete er bei vielen weiteren Veranstaltungen gehörlose Menschen – beispielsweise bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Die Gebärdensprache ist für ihn Muttersprache – beide Eltern waren gehörlos und engagierten sich ebenfalls ehrenamtlich, so war er seit Kindertagen in der Gemeinschaft der Gehörlosen zu Hause.

Tief berührt berichtete Karl-Heinz Hessling in seiner Dankesrede von einem Aufruf der Stadt Iserlohn, der ihn vor rund 25 Jahren mit dem damaligen Geschäftsführer des Behindertenbeirates Reinhold Werner in Kontakt brachte und zu der langjährigen Tätigkeit für den Beirat führte. Der Preisträger unterstrich die Bedeutung der Gebärdensprache, um miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsames gesellschaftliches Leben zu ermöglichen.  Er endete mit dem Wunsch, „dass wir als Gesellschaft noch mehr Barrieren überwinden – nicht nur sprachlich, sondern auch die Barrieren in unseren Köpfen. Denn Inklusion beginnt dort, wo wir einander wirklich zuhören und niemanden außen vorlassen.“

Für die Übersetzung der Redebeiträge war in diesem Jahr Gebärdensprachdolmetscherin Frauke van Ophuysen anwesend, sodass Karl-Heinz Hessling mit seiner Familie die Feierstunde genießen konnte.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung für die Hörenden durch den Iserlohner Sänger und Entertainer Jens Dreesmann. Für Begeisterung sorgten zudem die Auftritte der Ballettschule am Sauerlandpark, die mit ihren Choreografien das Publikum verzauberten.

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Preisträger Karl-Heinz Hessling (links) mit der Vorsitzenden des Beirates Mechthild Starke-Kersting (mitte) und dem stellvertretenden Bürgermeister Karsten Meininghaus (rechts).