Ansprache von Bürgermeister Michael Joithe anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Iserlohn, am Samstag, 10. Januar 2026 im Parktheater Iserlohn, Alexanderhöhe 3, 58644
Es gilt das gesprochene Wort.
Eine Bildergalerie mit Eindrücken vom Neujahrsempfang 2026 finden Sie weiter unten im Anschluss an den Rede-Text.
Einen wunderschönen guten Morgen Ihnen allen und herzlichen Dank an die „Blackstix“ für diesen musikalischen Auftakt in den Neujahrsemfang der Stadt Iserlohn 2026!
Nach „Swanee“ von George Gershwin durften wir mit „Puttin on the Ritz“ von Irving Berlin in diesen Neujahrsempfang starten.
Im Laufe der heutigen Veranstaltung kommen wir noch ein paar Mal in den Genuss toller musikalischer Darbietungen durch das Klarinetten-Ensemble „Blackstix“ unserer Musikschule der Stadt Iserlohn. Und zum Abschluss dürfen wir uns dann auf zwei herausragende Talente am Konzertflügel freuen.
Ein wahnsinnig tolles Beispiel für die Qualität unserer städtischen Musikschule.
Sagen wir aber zunächst mit einem donnernden Applaus noch einmal herzlich willkommen und ein großes Dankeschön an das Klarinetten-Ensemble „Blackstix“ für das musikalische Rahmenprogramm des diesjährigen Neujahrsempfangs.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger! Liebe Iserlohnerinnen und Iserlohner, verehrte Damen und Herren!
Zum Neujahrsempfang der Stadt Iserlohn im Jahr 2026 begrüße ich Sie ganz herzlich im Parktheater unserer Waldstadt.
Ich freue ich mich sehr darüber, dass Sie der Einladung so zahlreich gefolgt sind und heiße Sie auch im Namen von Rat und Verwaltung ganz herzlich willkommen.
Neben mir auf der Bühne steht schon traditionell Frau Prothmann, die diese Veranstaltung auch in den Vorjahren bereits regelmäßig begleitet hat und natürlich heute wieder hier ist, um für die Mitglieder der Gehörlosenvereine zu übersetzen.
Begrüßung in Gebärdensprache: „Guten Morgen und herzlich willkommen.“
Vielen Dank, Frau Prothmann, für Ihre Unterstützung!
Ich freue mich einige besondere Gäste des heutigen Neujahrsempfangs hier im Saal zu sehen und möchte diese gerne namentlich begrüßen. Ich möchte Sie alle bitten, erst am Ende für alle unsere prominenten Gäste gemeinsam zu applaudieren und so allen die gleiche Wertschätzung entgegen zu bringen. Ich gebe Ihnen ein Zeichen….
Ich begrüße ganz herzlich unseren heimischen Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak, den Landtagsabgeordneten Thorsten Schick und die Landtagsabgeordnete Angela Freimuth. Stellvertretend für alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Nachbarstädte und den Märkischen Kreis begrüße ich den Landrat des Märkischen Kreises Ralf Schwarzkopf!
Ebenso begrüßen möchte ich die stellvertretenden Bürgermeister unserer Waldstadt, die Herren Karsten Meininghaus, Michael Scheffler und Heinz Balkenhoff.
Als Vertreter der Sparkasse der Stadt Iserlohn begrüße ich aus dem Vorstand die Herren Axel Sippel und Stefan Delwig, sowie Frau Inge Woywod. Als Vertreter der Stadtwerke Iserlohn freue ich mich über Reiner Timmreck und Olaf Pestl darf ich als Vertreter der IGW herzlich begrüßen, sowie Thomas Haude für die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung.
Ich hoffe, dass ich jetzt niemanden vergessen habe. Und sollte ich doch jemanden übersehen haben, sehen Sie es mir bitte nach. Auch Sie sind herzlich Willkommen und dies ist jetzt auch Ihr Applaus!
Herzlich willkommen zum Neujahrsempfang 2026!
Genauso herzlich begrüße ich die Mitglieder des Rates, die Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, unserer Feuerwehr, von Verbänden und Vereinen, Institutionen, Kirchen, Glaubensgemeinschaften und natürlich der Medien, sowie alle Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe sowie der sozialen und kulturellen Einrichtungen Iserlohns. Aber ganz besonders herzlich möchte ich Sie, alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, hier im Parktheater begrüßen! Dies ist Ihr Neujahrsempfang der Waldstadt Iserlohn. DANKE, dass Sie heute hier sind!
Besonderer Dank geht auch in diesem Jahr wieder an Niels Gamm und sein Team für die Gastfreundschaft hier im Parktheater und natürlich an mein tolles Team im Bürgermeisterbüro für die komplette Organisation. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei Lutz Borgolte und der Krombacher-Brauerei für die heute wieder zur Verfügung gestellten Kaltgetränke und die stets gewohnt gute Zusammenarbeit.
Nach den Kaltgetränken genießen wir jetzt in Gedanken einen Wodka-Martini, geschüttelt, nicht gerührt, begrüßen Sie mit mir auf der Bühne erneut die „Blackstix“ mit einer bekannten Melodie aus einem James Bond Film! (Auftritt „Blackstix“)
Wahnsinnig tolle Melodie und Kindheitserinnerung….
Haben Sie es erkannt? Aus dem Jahr 1983 war das „All time high“ aus dem James Bond Film „Octopussy“. Komponiert von John Barry und seinerzeit gesungen von der fantastischen Rita Coolidge. All time high – also ein Allzeithoch. Das gibt es nicht nur in der Finanzwelt und bei Agenten, sondern auch beim Ehrenamt in unserer Waldstadt Iserlohn!
Erneut wurden von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, 17 tolle Projekte für den Heimatpreis 2025 nominiert!
Die Preisträger sind:
3. Platz - Projekt "Mountainbiking" - Dead Pedals Society Iserlohn e.V.
3. Platz - Projekt "RAUS IN DIE NATUR. REIN INS ERLEBNIS " Sauerländer Gebirgsverein Abt. Iserlohn
2. Platz - Projekt und Organisation: " OMAS GEGEN RECHTS“
1. Platz - Projekt "Ortlohnpark – Gemeinsam Heimat gestalten!“ vom Förderverein Kapelle & Pavillon Ortlohnpark Iserlohn e. V.
(Auftritt „Blackstix“) Por una Cabeza von Carlos Gardel – was übersetzt so viel bedeutet wie „um eine Kopflänge“ oder für uns etwas eingängiger „um Haaresbreite“. Was hier in diesem weltberühmten Tango auf Sieg oder Niederlage beim Pferderennen oder in der Liebe abzielt, hat auch politisch und gesellschaftlich eine große Bedeutung.
Beginnen möchte ich meine Neujahrsansprache auch in diesem Jahr mit einem Rück- und Ausblick über unsere Stadtgrenzen hinaus.
Doch vorher möchte ich mich noch einmal bei allen Wählerinnen und Wählern für das erneut entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Danke, dass ich weitere 5 Jahre Ihr Bürgermeister für Iserlohn sein darf! Danke, dass wir diesen Weg weiter zusammen für unsere Waldstadt gehen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
das Jahr 2025 liegt hinter uns und es war leider erneut ein Jahr, das geprägt war von großer Unsicherheit durch weltweite Krisen, herausfordernde Wahlergebnisse, gebrochene Wahlversprechen und einem amerikanischen Präsidenten, der inzwischen alle Befürchtungen noch toppt!
Und was wir bei der Bundestagswahl am 23. Februar por una cabeza – um Haaresbreite verhindern konnten, ist in den Sonntagsfragen inzwischen bittere Realität geworden.
Eine zumindest in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei ist im Bundestrend aktuell stärkste Kraft in der Wählergunst und findet in etwa so viele Anhänger wie SPD und Grüne zusammen.
Eine erschreckende Entwicklung – Gott sei Dank stehen die nächsten Bundestagswahlen erst in etwas mehr als drei Jahren an – hoffentlich!
Doch schon in den kommenden zwei Jahren werden mindestens
10 Länderparlamente neu gewählt.
Die Ergebnisse dieser Wahlen werden massiven Einfluss auf die Handlungsfähigkeit unseres Landes haben und welche Regierungsbildungen jenseits der extremen Ränder möglich sein werden, muss sich noch zeigen.
Dabei muss man herausstellen, dass die Stärke der Ränder nicht etwa der Programme und Ideen dieser Parteien geschuldet ist, sondern der Schwäche der Parteien der Mitte und vor allem einem enormen Vertrauensverlust in die regierenden Parteien vor und - leider auch weiterhin - nach der Wahl!
Dabei war es wenig hilfreich direkt nach der Wahl elementare Wahlaussagen zu revidieren und das Gegenteil zu machen!
Völlig losgelöst von der Richtigkeit der Entscheidung ein großes Infrastruktur-Investitionspaket zu schnüren und dafür die Schuldenbremse auszusetzen, war gerade dies einer der Gründe für das Scheitern der vorherigen Regierung und wurde im Wahlkampf noch komplett ausgeschlossen!
So verspielt man Vertrauen, denn auch der angekündigte „Herbst der Reformen“ konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen.
Hier wünsche ich mir – nicht als Bürgermeister, sondern als Bürger und Steuerzahler unseres Landes – mehr Mut und mehr Konsequenz, auch wenn es unbequem ist. Es geht um die Zukunft unseres Landes!
International sieht es leider keinen Deut besser aus….
Der schreckliche Angriffskrieg Putins auf die Ukraine geht trotz aller Verhandlungen unvermittelt weiter und fast 1.900 Flüchtlinge aus der Ukraine haben in unserer Waldstadt aktuell Schutz und Zuflucht gefunden.
Der Flächenbrand im Nahen Osten befindet sich seit Oktober in einer Waffenruhe. Von Frieden oder gar einer wirklichen Lösung des Konflikts kann aber noch lange keine Rede sein.
Und dann ist da noch Trump….
Im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle gesagt: „Eine Zeitenwende werden auch die zukünftigen Beziehungen von Deutschland und Europa zu den Vereinigten Staaten erleben.“
Selten habe ich mich mehr darüber geärgert Recht zu behalten.
Das Auftreten und Handeln der Trump-Administration, die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten und jetzt auch noch Venezuela sprechen eine klare Sprache.
Die aktuelle Führung der USA kennt keine Freunde oder Verbündete mehr, nur noch eigene Interessen und Deals zum eigenen Vorteil.
Internationales Völkerrecht und Rechtsstaatlichkeit spielen für die USA keine Rolle mehr! Die Stärke des Rechts weicht dem Recht des Stärkeren…und über Grönland haben wir dabei noch gar nicht gesprochen…
Ich bin aufgewachsen mit einem Amerika, welches Vorbild war, mit einem Amerika, dass sich als wohlwollender Hegemon und nicht als Imperialist verstanden hat und mit einem Amerika, welches Garant für den Frieden sein wollte und nicht geo-strategischer Aggressor.
Was wir aktuell erleben war eine schleichende Entwicklung – die Monroe-Doktrin ist 200 Jahre nach ihrer Entstehung wieder das Maß aller Dinge in Washington.
Zwar war die Doktrin zunächst eine Absage an Versuche aus Europa, die Souveränität der USA infrage zu stellen.
Sie entwickelte sich aber zum Ende des 20. Jahrhunderts dazu, eine Vormachtstellung der USA für den ganzen Kontinent zu sichern und hat unter Donald Trump mit „make Amerika great again“ und „Amerika First“ einen neuen Höhepunkt erreicht.
Gleichzeitig ist die transatlantische Partnerschaft auf einem Tiefpunkt angekommen.
Darin liegt aber immer noch eine Chance für ein gereifteres, selbstbewusstes und selbstständiges Europa! Wir haben es in der Hand!
Emanzipieren wir uns und bauen Europa – neben den USA, Russland und China - zu einem relevanten Pol in einer multipolaren Weltordnung auf.
Dafür muss Europa aber schneller und enger zusammenwachsen, wirtschaftlich gesunden und militärisch eigenständig werden. Und dafür muss in Richtung USA Klartext gesprochen werden.
Aber lenken wir unseren Blick jetzt auf unsere schöne Waldstadt. Für die Verwaltung war 2025 erneut ein sehr ereignisreiches Jahr und die Herausforderungen werden nicht weniger!
Zusätzliche Aufgaben und Belastungen durch Entscheidungen auf Landes- oder Bundesebene, der anhaltende Fachkräftemangel, unbesetzte Stellen und die begonnene Welle von Ruheständen der Baby-Boomer-Generation, verdichten die Arbeitsbelastung weiterhin massiv.
Trotz all dieser herausfordernden Umstände versuchen die Kolleginnen und Kollegen alles, um für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, als Dienstleister so gut es geht da zu sein.
Und auch wenn natürlich mal Fehler passieren, die in den Medien, vor allen in den sogenannten sozialen Medien eine Echo-Kammer finden, sehe ich uns insgesamt auf einem sehr guten Weg!
Dafür möchte ich mich auch an dieser Stelle erneut bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung noch einmal herzlich bedanken.
Großer Dank gilt auch unserer Feuerwehr in Iserlohn – sowohl der hauptamtlichen Berufsfeuerwehr, als auch allen Freiwilligen!
Die Bereitschaft das eigene Leben und die eigene Gesundheit zu riskieren, um anderen in einer Notlage zu helfen, ist alles andere als selbstverständlich – vor allen Dingen angesichts der Erlebnisse von Aggressionen und Gewalt, von denen immer häufiger berichtet wird.
Ihr leistet eine unbezahlbare Arbeit für unsere Waldstadt und die Menschen wissen das zu schätzen!
An dieser Stelle möchte ich der Gesamt-Feuerwehr Iserlohn nochmal meinen herzlichen Dank für Ihre Arbeit und Ihren Einsatz aussprechen!
Das Rathaus 1 ist inzwischen weitgehend leergezogen. Eine einzige Abteilung wartet noch auf die Fertigstellung des zweiten Rettungswegs im 3. OG des Rathaus 2 und wird in Kürze ebenfalls umziehen.
Der Abriss des Rathauses wird daher in diesem Jahr begonnen und wahrscheinlich auch abgeschlossen werden. Damit endet ein 2019 begonnener Leerzug des gerade einmal rund 50 Jahre alten Gebäudes aus Gründen des Brandschutzes.
Aber auch vom Rathaus II aus, in dem sich nun auch mein Büro befindet, blicke ich täglich auf die größte Baustelle im Herzen unserer Stadt – den Schillerplatz!
Die altbergbaulichen Erkundungen und Sicherungen wurden im letzten Jahr abgeschlossen, Gespräche mit internen als auch externen Beteiligten und potentiellen Investoren werden geführt.
Das übergeordnete Ziel für das Areal ist weiterhin die Fertigstellung des Schillerplatzes mit einer hohen Aufenthaltsqualität, einer ansprechenden Gastronomie und viel Grün.
Doch dazu später etwas mehr.
In den vergangenen, aber auch in diesem Jahr steht das Thema Digitalisierung ganz oben auf meiner Agenda. Es ist quasi Chefsache!
Um das auch formell zu unterstreichen, wurden im Rahmen einer Organisationsverfügung die Bereiche IT & Digitalisierung ins Bürgermeister-Ressort verlagert.
Warum? Weil Digitalisierung und Automatisierung die Schlüssel sind, unsere Verwaltung entgegen den demografischen Entwicklungen auch in Zukunft mit sehr viel weniger Personal noch arbeitsfähig zu halten!
Und Iserlohn muss sich in der Frage der Digitalisierung im interkommunalen Vergleich nicht verstecken.
Über 100 Antragsmöglichkeiten sind inzwischen über das städtische Serviceportal zusätzlich zum analogen Weg auch digital erreichbar und es werden immer mehr.
Hierbei handelt es sich einerseits um Eigenentwicklungen und zum anderen um Online-Dienste aus Portalen des Landes Nordrhein-Westfalen oder des Märkischen Kreises, welche Sie über unser Serviceportal erreichen können.
Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lade ich Sie ein, sich unsere Online-Dienstleistungen auf der Homepage der Stadt Iserlohn anzusehen.
Wobei Homepage ein wichtiges Stichwort ist. Im Herbst 2025 konnten wir nach langen, durch den Cyberangriff immer wieder verzögerten Arbeiten, endlich unsere neue, moderne Homepage in Betrieb nehmen. Schauen Sie sich unter www.iserlohn.de den neuen Internetauftritt unserer Waldstadt an – es lohnt sich!
Ebenfalls im letzten Jahr haben wir die digitale Baustellenübersicht - wie vor einem Jahr angekündigt - gestartet. Diese Baustellenübersicht ermöglicht es Ihnen, auf einer interaktiven Karte aktuelle und zukünftige Baustellen, Sondernutzungen und verkehrsrelevante Veranstaltungen bis zu sieben Tage im Voraus einzusehen.
Baustellen können wir nicht gänzlich verhindern, aber wir versuchen maximale Transparenz zu schaffen. Klare Informationen, statt Mutmaßungen in den sozialen Medien.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Digitalisierung und Automatisierung ist und bleibt weiterhin das Prozessmanagement. Zu wissen, welche Prozesse man hat und wie man diese optimieren kann, ist essentiell für eine sinnvolle Digitalisierung.
Im letzten Jahr konnten wir 1849 Prozesse identifizieren, in eine Datenbank aufnehmen und bereits über 1600 Prozesse mit Detaildaten – sogenannten Steckbriefen - hinterlegen. Das alles leisten die Mitarbeitenden der Fachabteilungen parallel zum Tagesgeschäft!
Ziel ist eine Priorisierung und Optimierung der wichtigsten Prozesse und Abläufe in der Verwaltung für eine sinnvolle Digitalisierung. Parallel zur Verbesserung der Abläufe bauen wir damit gleichzeitig ein digitales Risiko- und ein Wissensmanagement auf.
Der aber vielleicht wichtigste Punkt der vergangenen und kommenden Jahre ist die Haushaltssituation unserer Waldstadt!
An dieser Stelle nur ein paar Rahmendaten, alle Details können Sie meinen letzten beiden Haushaltsreden vom 08. Oktober 2024 und vom 09. Dezember 2025 entnehmen, die Sie auf der Homepage der Stadt Iserlohn finden.
Wir stehen am Beginn des zweiten Jahres in der Haushaltssicherung und die Rahmenbedingungen werden nicht besser! Eher im Gegenteil!
Die Gewerbesteuer war 2024 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 40 Millionen Euro eingebrochen und hat sich 2025 wieder auf ein normales Maß erholt. Normales Maß bedeutet aber auch, dass die extremen Rekordeinnahmen aus 2023 immer noch um rund 30 Millionen Euro unterschritten werden.
Aber gerade diese Rekorde aus den Jahren 2021 bis 2023 haben die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen im Allgemeinen und Iserlohns im Speziellen stark kaschiert. Nach drei Jahren mit tatsächlichen Überschüssen in den Jahresabschlüssen nimmt uns seit 2024 das strukturelle Defizit die Luft zum Atmen.
Kostensteigerungen, insbesondere bei der Hilfe für Kinder und Jugendliche, den Aufwendungen für Heimunterbringungen, hohe Tarifabschlüsse und massive Steigerungen der Kreisumlage – der Iserlohner Anteil wird in diesem Jahr vermutlich erstmals die Marke von 100 Millionen Euro übersteigen - führen zu einem finanziellen Desaster. All dies sind externe Effekte und für uns nicht steuerbar!
Dabei müssen wir anerkennen, dass die Kommunen, insbesondere in NRW, massiv von Land und Bund in dieses Dilemma getrieben werden.
Nicht nur, dass immer neue Aufgaben - ohne eine ausreichende Gegenfinanzierung - auf Kommunen übertragen werden und Gesetze erlassen werden, die die Kommunen massive belasten, wurde darüber hinaus seit den 80er Jahren die finanzielle Ausstattung der Kommunen sukzessive massiv reduziert! Es fehlen dadurch jährlich inzwischen mehrere Milliarden Euro!
So kann und darf es nicht weiter gehen!
Am 17. Februar steht der Rat der Stadt Iserlohn vor der schwierigen Entscheidung, den vom Kämmerer und mir vorgelegten Haushaltsentwurf und das Haushaltssicherungskonzept zu beschließen.
Ein Haushaltssicherungskonzept, welches über Steuererhöhungen und Einsparungen deutlicher als bisher wahrnehmbar sein wird.
Es wird keine leichte Entscheidung, so wie auch die von der Verwaltung vorgelegten Vorschläge nicht leichtgefallen sind.
Aber wir müssen uns darüber im Klaren, sein, wir werden jetzt als Stadtgesellschaft auf die eine oder andere Weise spüren, dass wir in der Haushaltssicherung sind.
Entweder durch die beschlossenen Einsparungen und Steuererhöhungen oder, wenn es zu keiner Einigung kommt, durch den daraus resultierenden Nothaushalt, der uns noch weniger eigene Spielräume gibt.
Tatsächlich ist in einigen Kommunen die Haushaltssituation inzwischen so prekär, dass gar nicht erst versucht wird eine Haushaltssicherung durchzuführen, sondern direkt und bewusst der Nothaushalt gewählt wird.
Die Regierungen in Land und Bund müssen endlich aufhören, die Basis der Demokratie, die kommunale Familie, finanziell ausbluten zu lassen.
Alleine kommen die Kommunen aber - trotz aller Sparmaßnahmen - aus diesem Zustand nicht mehr raus.
Und hier vor Ort erleben die Bürgerinnen und Bürger live die Folgen der kommunalen Unterfinanzierung z.B. durch schlechte Straßen, marode Infrastruktur und Einsparungen bei Vereins- und Kulturunterstützungen.
Ein Umdenken und Umsteuern in Berlin und Düsseldorf müssen wir gemeinsam immer wieder einfordern, wollen wir kommunale Selbstverwaltung erhalten und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung nicht verspielen.
Die Altschuldenlösung ist übrigens für Iserlohn, wie auch für die meisten anderen Kommunen nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da Sie zum einen auf einen ungünstigen Stichtag bezogen ist und zum anderen in der Hauptsache den überproportional verschuldeten Ruhrgebietskommunen nutzt, die bis zu 79% der Schulden loswerden, während Iserlohn nur den Mindestsatz von rund 41% bekommt.
Durch Stichtag und Rahmenbedingungen erhalten wir bei einem aktuellen Stand der Liquiditätskredite von rund 160 Mio. Euro lediglich rund 22 Mio. Euro erlassen.
Das ist kein großer Wurf, sondern maximal ein Placebo!
Zusammenfassend lässt sich zum vergangenen Jahr sagen:
Die weltpolitischen Entwicklungen, wirtschaftlichen Unsicherheiten, steigenden Kosten und der anhaltende Fachkräftemangel haben auch vor unserer Waldstadt nicht Halt gemacht.
Dennoch können wir feststellen:
Iserlohn hat sich bisher als handlungsfähig, solidarisch und zukunftsorientiert erwiesen.
Diesen Weg müssen wir gemeinsam weiter gehen und mit Augenmaß sparen, um Strukturen nicht endgültig zu zerschlagen.
Trotz all dieser schwierigen Rahmenbedingungen haben wir im vergangenen Jahr wichtige Projekte abgeschlossen, vorangetrieben oder angestoßen:
Anfang September konnte der Erweiterungsbau der Städtischen Gesamtschule Iserlohn eingeweiht werden – ein wichtiger Meilenstein für die Schullandschaft Iserlohns und meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Bauprojekt - eine Investition in die Bildung der aktuellen und nachfolgenden Generationen.
Nach nur 20 Monaten Bauzeit und mit einem Auftragsvolumen von rund 30 Mio. € brutto konnte das Gebäude mit dem Beginn des Schuljahres 2025/2026 offiziell übergeben werden.
Ebenfalls Anfang September konnte die 2-fach Turnhalle in Hennen eingeweiht werden. Damit haben wir nicht nur die Fertigstellung gefeiert, sondern auch die Inbetriebnahme eines neuen Ortes der Begegnung, der Bewegung und des Miteinanders!
Vereine und Initiativen brauchen Räume, in denen sie sich entfalten können, daher sind wohnortnahe Sport- und Begegnungsstätten wichtig.
Mit dieser modernen Sporthalle haben wir nun nach ebenfalls 20 Monaten Bauzeit und einem Investitionsvolumen von ca. 7 Mio. € brutto, genau einen solchen Raum geschaffen – für Training, Wettkampf und vieles mehr.
Ein strategisch bedeutender Grunderwerb war der Ankauf des Areals am Reiterweg.
Die Stadt Iserlohn konnte sich dadurch einen Gebäudekomplex mit großem Entwicklungspotential sichern. So können z. B. angemessene Unterkünfte für geflüchtete Menschen bereitgestellt werden; im Gegenzug wurden Gebäude mit schlechter Bausubstanz aufgegeben.
Ein Baustein, um unsere Stadt für mögliche kommende Krisen flexibler und resistenter zu machen.
Der Mitteltrakt des Gebäudekomplexes verfügt über eine gute Infrastruktur und ermöglicht eine Nutzung für repräsentative Veranstaltungen.
Künftig werden dort z. B. auch politische Sitzungen stattfinden.
Durch die Möglichkeit zur flexiblen Unterteilung der Räumlichkeiten sind diese auch für kleine Seminare und Workshops geeignet.
Das Schul-Gebäude des alten Aufbaugymnasiums kann den aktuell hohen Bedarf an Gesamtschulplätzen für das nächste Schuljahr befriedigen, wenn es erneut zu einer hohen Anmeldezahl an der Schulform Gesamtschule kommt.
Hier wurden im Schulausschuss bereits Beschlüsse gefasst, zwei Stockwerke in kürzester Zeit für den Gesamtschulbetrieb zu ertüchtigen.
Die sich im Dachgeschoss befindlichen Apartments dienen darüber hinaus einem spannenden Projekt des SWI. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, wurden zukünftigen Fachkräften aus dem Ausland kostengünstige Apartments in Kombination mit einer Ausbildung angeboten. Erste Erfolge zeigen, dass wir hier auf einem richtigen Weg sind.
Aktuell arbeiten derzeit 7 Bereiche der Stadtverwaltung und die IGW-Spezialimmobilien GmbH zusammen, um das Potential des Geländes bestmöglich auszuschöpfen.
In der ersten Hälfte des Jahres 2025 kam es zu einem sehr unschönen Ereignis. In einer städt. Kita wurden in Raumluftproben Schimmelsporen am Rande der Richtwerte gemessen. Eine akute Gesundheitsgefahr bestand dadurch nicht, zudem wurde prognostiziert, dass sich die Werte zum Sommer hin normalisieren werden.
Als die Werte dennoch konstant blieben, wurde gemeinsam mit der Kitagemeinschaft nach Lösungen gesucht.
Innerhalb kürzester Zeit konnte das zuvor bereits als Interimslösung für die Unterbringung der Berufsfeuerwehr im Zeitraum des Neubaus der Feuerwehr- und Rettungswache erworbene Gebäude am Lanferkamp in eine provisorische Kita umgewandelt werden, bevor die Kita wieder in neue Modulbauten in der Nähe des eigentlichen Standorts umziehen kann.
Im Bildungsbereich wird die Umsetzung des OGS-Rechtsanspruchs zum 1.8.2026 die größte Herausforderung darstellen. Ziel ist es natürlich allen OGS-Anmeldungen gerecht zu werden und einen Platz zu garantieren.
Aufgrund der Investitionen und Bemühungen der Vergangenheit wird keinem Kind, das bereits in einer OGS angemeldet ist, der Betreuungsplatz gekündigt.
Leider werden wir weitgehend auch bei diesen Investitionen von denen die den Rechtsanspruch beschlossen haben, alleine gelassen!
Die Verwaltung ist aber im engen Austausch mit den Schulen, um individuelle Lösungen für die Schaffung neuer OGS-Plätze zu entwickeln, denn nach derzeitigem Stand werden zukünftig rund 240 Betreuungsplätze mehr in Anspruch genommen als im letzten Schuljahr. Dies entspricht dann einer Betreuungsquote von 75 %.
Neu entstanden ist im Jahr 2025 auch das KAI auf dem Wissenscampus – einem 1 ha großen Areal direkt am Iserlohner Stadtbahnhof. KAI steht für Kommunikation, Austausch und Innovation.
Es ist ein 170qm großes Containergebäude in L-Form, welches als Raum für Begegnung und Netzwerkarbeit zur Verfügung steht. Das KAI ist ein Raum für Veranstaltungen, Beratungen, Vorträge, Workshops, Netzwerktreffen und vieles mehr. Vereine, Verbände, Firmen und Institutionen können das KAI buchen.
Ziel ist es, Stärken zu bündeln und Menschen aus Bürgerschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzubringen. Vor Ort gibt es freies WLAN, zwei große Smart-Displays, eine Klimaanlage, Tische, Stühle, Stehtische, eine Küchenzeile und barrierefreie Toiletten. Der Raum ist insgesamt barrierefrei nutzbar.
Ich selbst nutze das KAI z.B. für die Bürgermeister-Sprechstunden. Aber auch Einbürgerungsfeiern haben dort schon stattgefunden.
Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, konnten sich im vergangenen Jahr an einem umfangreichen Innenstadt-Veranstaltungsprogramm erfreuen, mit neuen, aufregenden Formaten wie z. B.:
Wald I Stadt I Biathlon, Shopping Star, Bauen und Buddeln (am Schillerplatz), Sport und Spieletag und dem Wald I Stadt I Fest.
Realisiert mit Mitteln aus dem ZIZ- Förderprogramm - "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" – das leider Ende 2025 ausgelaufen ist und in der Form nicht wiederkommen wird.
Aber machen wir uns nichts vor: Die für das kommende Jahr bereits geplanten und angedachten Veranstaltungen werden neben der allgemeinen Haushaltssituation immer auch den Aspekt Veranstaltungssicherheit zum Thema haben. Die gesamte Stadtgesellschaft muss sich dem stellen. Gerade mit Blick auf unsere Innenstadt und das öffentliche Leben möchte ich betonen: Sicherheit ist ein hohes Gut – und sie ist unverzichtbar.
Gleichzeitig dürfen abstrakte Bedrohungslagen oder immer neue Auflagen nicht dazu führen, dass das innerstädtische Leben und unsere Veranstaltungen zum Erliegen kommen.
Unsere Stadt lebt von Begegnung, von Festen, von Märkten, von Kultur und von gemeinschaftlichem Erleben im öffentlichen Raum.
Wenn wir aus Angst auf diese Begegnungen verzichten würden, dann würden wir genau das aufgeben, was unsere offene und lebendige Stadtgesellschaft ausmacht.
Das darf und wird nicht unser Weg sein!
Gerold Leppa, Vorsitzender des „Bundesverbands City und Stadtmarketing Deutschland“ hat dazu gesagt: „Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind weit mehr als Unterhaltung – sie sind das Herzstück unserer Gesellschaft, Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, Ausdruck von Tradition, Gemeinschaft und Identität.
Fallen Märkte und Feste aus, verliert die Gesellschaft ihre Mitte. Steigende Auflagen und Kosten gefährden diese zentralen Orte des Miteinanders.
tadtmarketingorganisationen und Veranstaltungs-organisatoren brauchen jetzt klare Rahmenbedingungen und Unterstützung, um Tradition, Kultur und Gemeinschaft zu bewahren.“
Für diese klaren Rahmenbedingungen und eine breite Unterstützung müssen wir uns gemeinsam bei Bund und Land einsetzen. Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen statt Einzelfalllösungen in jeder Kommune.
Damit stehen und fallen zukünftig Veranstaltungen und unser kulturelles Leben in der Waldstadt.
Und unsere Kultur kann sich absolut sehen lassen! Wir haben eine tolle und sehr aktive Kulturszene in unserer Waldstadt, das geht über die freie Szene bis zu den sehr renommierten und hervorragend geführten städtischen Kulturinstituten.
Kultur ist dabei sehr vielfältig – so gehören auch die Kulturmesse und das Festival Is´Kult - beide 2025 erneut sehr erfolgreich umgesetzt - dazu, wie auch die Highlights in jedem Jahr: unsere Schützenfeste, die Kiliankirmes und Genuss pur!
Neben dem Parktheater können wir mit Museen, der Musikschule, der Volkshochschule, Archiv und Galerie auf ein sehr breites Spektrum kultureller Angebote blicken. Darauf können wir zu Recht sehr stolz sein.
Mit dabei ist das Kulturforum - als dauerhaftes Beratungs- und Beteiligungsgremium inzwischen ein sehr wichtiger Baustein zur Umsetzung des Kulturentwicklungsplans und ich danke ausdrücklich allen motivierten und in weiten Teilen ehrenamtlichen Akteuren, die sich im Forum und in den Arbeitsgruppen engagieren. Genau diesen Weg müssen und werden wir gemeinsam fortsetzen!
Weitere kulturelle Highlights kann ich nur kurz erwähnen, weil es sonst den Rahmen sprengen würde.
Aber jedes einzelne Projekt würde es verdienen ausführlich besprochen zu werden: Die Neu-Eröffnung des Nadelmuseums im Barendorf ist ein solches Highlight, welches wir dank unserer Museumsleitung, Frau Dr. Sandra Hertel, mit einer herausragenden Konzeption nahezu ohne eigene Mittel umsetzen konnten.
Auch das Pop-Up-Theater in der Fußgängerzone entwickelt sich zu einem neuen Anziehungspunkt mit der Idee das „Theater zu den Menschen“ zu bringen.
Im Parktheater ist nun auch der Rollstuhl-Bereich online buchbar, was die Selbstbestimmung fördert und das Ziel „Theater für alle“ unterstützt.
Übrigens, am 21. Mai findet von 10-17 Uhr auch wieder die Inklusionsmesse im Parktheater statt.
Darüber hinaus ist unser Parktheater als einziges Gastspielhaus in Deutschland im Pilotprojekt "Klimawandel in Kultureinrichtungen" der Kulturstiftung des Bundes vertreten.
Und nicht zuletzt hat unser Intendant, Niels Gamm, auch in der laufenden Spielzeit wieder eine hervorragende Mischung im Programm zusammengestellt!
Sie sehen, meine Damen und Herren, Kultur ist weit mehr als Kunst, Musik, Theater oder Literatur - sie ist das Herzstück einer jeden Gesellschaft.
Es wird Zeit, dass wir uns endlich von dem Gedanken verabschieden, dass Kultur eine freiwillige Leistung ist.
Die Kulturlandschaft einer Stadt prägt Identität, schafft Zusammenhalt und ermöglicht Entwicklung.
In einer zunehmend globalisierten und technisierten Welt wird der besondere Wert von Kultur für die Gesellschaft oft unterschätzt, obwohl sie essenziell für das soziale Miteinander, die individuelle Entfaltung und die nachhaltige Entwicklung ist.
Dabei ist die Kultur auch ein nicht zu unterschätzender Standort- und Wirtschaftsfaktor!
Nach diesem Blick auf das Jahr 2025, begrüßen Sie mit mir auf der Bühne noch einmal die Blackstix! (Auftritt „Blackstix“)
American Patrol – Wie eine Patrouille müssen auch die heiligen drei Könige bei Ihrem Besuch im Stall von Bethlehem auf Maria und Joseph gewirkt haben.
Damit haben wir eine perfekte Überleitung zu den Sternsingern des Pastoralverbunds Iserlohn/Letmathe!
Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr eine Gruppe von Sternsingern am Neujahrsempfang teilnimmt, die ich nun zu mir auf die Bühne bitten darf.
In diesem Jahr lautet das Motto der Sternsinger-Aktion „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Leider ist die Not von Millionen von Kindern immer noch groß: Geschätzt 250 Millionen von ihnen, vor allen Dingen Mädchen, gehen weltweit nicht zur Schule. 160 Millionen Kinder müssen arbeiten, viele unter ausbeuterischen Bedingungen. Deshalb müssen wir die Rechte von Kindern weltweit stärken und ihre Umsetzung weiter vorantreiben!
Zum Ende der Veranstaltung werden die Sternsinger im Foyer Spenden sammeln und Sie sind herzlich dazu eingeladen, die Aktion zu unterstützen! Aber jetzt lassen wir die Sternsinger erstmal selber zu Wort kommen. Hier sind Sophie, Jonas und Henrik in Begleitung von Frau Rudnik. (Vortrag der Kinder)
Herzlichen Dank für euren Einsatz! Gerne unterstütze ich eure Aktion mit der ersten Spende und für Sie alle gilt natürlich auch in diesem Jahr, dass es für die Sammeldosen sehr viel besser ist, wenn es darin raschelt, als wenn es klimpert.
Liebe Gäste,
lassen Sie uns nun noch einen weiteren kleinen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2026 wagen. Auch im Jahr 2026 werden wir – trotz der prekären Haushaltssituation - wichtige Zukunftsprojekte in unserer Stadt voranbringen.
Leider kann ich aus Zeitgründen nur einen kleinen Teil der vor uns liegenden Aufgaben erwähnen.
Ein besonderes Vorhaben im Iserlohner Norden - mit dem das Kommunale Immobilienmanagement beauftragt ist - stellt der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses in Rheinen dar.
Das ca. 1890 als „Einraumschule“ erbaute und nach der Übernahme von der Stadt Schwerte als Kindergarten und zuletzt durch die ortsansässigen Vereine genutzte Gebäude wies mittlerweile erhebliche Mängel auf. Nach den bereits durchgeführten Abbrucharbeiten wird der Neubau, dessen Planung in enger Abstimmung mit der Dorfgemeinschaft erfolgt ist, in diesem Jahr errichtet.
Voranschreiten wird auch die Sanierungsmaßnahme der ehemaligen Metallwarenfabrik Christophery an der Oberen Mühle.
Im vergangenen Jahr wurden die für die Sanierung erforderlichen Gelder durch den AAV, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung endlich freigegeben, so dass es nun möglich ist, das Projekt auf die Zielgerade zu führen.
Der Beginn der Sanierungsarbeiten sowie der Abbruch des Verwaltungsgebäudes und die Schadstoffsanierung des Innenhofes sind für 2026 geplant.
Das zentrale städtebauliche Projekt unserer Stadt, die Weiterentwicklung des Schillerplatz-Areals, wird uns auch im kommenden Jahr intensiv beschäftigen.
Die lange Planungsphase für den neuen Schillerplatz inklusive Investorenwettbewerb und mehrstufigem Vergabeverfahren an einen Investor werden wir nicht untätig verstreichen lassen, sondern zeitnah wichtige Bausteine zur Neugestaltung des gesamten Areals angehen.
Bis Ende des Jahres soll dieser Wettbewerb abgeschlossen und ein geeigneter Investor gefunden sein, der kreative und nachhaltige Nutzungskonzepte für das Areal der ehemaligen Karstadt-Fläche vorlegt.
Unser Ziel ist ein lebendiger, attraktiver Schillerplatz, der verschiedene Funktionen vereint: eine moderne Stadtmediathek als „Dritter Ort“, ein Bürgerbüro als zentrale Anlaufstelle, lebensnaher Wohnraum für alle Generationen inklusive Nahversorgung, ausreichend Parkmöglichkeiten sowie vielfältige gastronomische Angebote und eine ansprechende Freiraumgestaltung.
Parallel dazu planen wir weitere Maßnahmen zur Optimierung der Verkehrsführung, z. B. durch neue Kreisverkehre am Theodor-Heuss-Ring und bereiten den Abbruch des bisherigen Rathauses I vor, um Raum für die neue städtebauliche Entwicklung zu schaffen.
Mit diesen Schritten wollen wir die Innenstadt nicht nur funktional aufwerten, sondern die ehemalige Karstadt-Fläche als Ort der Begegnung, des Handels und der Kultur wiederbeleben und dem Schillerplatz langfristig die Rolle des Herzstücks unserer Stadt zurückgeben.
Daneben beschäftigen wir uns in diesem Jahr unter anderem mit den weiteren Planungen des Neubaus der Hauptfeuerwache an der Dortmunder Straße, unseren Feuerwehrgerätehäusern, den An- bzw. Umbauten an den Gymnasien zur Umstellung des G8 auf G9 und natürlich der Weiterentwicklung der Krisenprävention für unsere Waldstadt Iserlohn.
Auch die kommunale Wärmeplanung wird uns in diesem Jahr weiter beschäftigen. Das sog. Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist bereits 2024 in Kraft getreten und verpflichtet alle Kommunen in Deutschland zur Erstellung einer Wärmeplanung für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, eine Übersicht darüber zu erstellen, in welchen Stadtteilen welche Form der Wärmeversorgung möglich und sinnvoll ist.
Die Interkommunale Wärmeplanung stellt die Grundlage dafür dar, konkrete Energieversorgungsmaßnahmen der Kommunen ableiten zu können und ebnet bestenfalls den Weg zu mehr Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die Verabschiedung des Wärmeplans ist für 2026 geplant.
Ende Januar wird die längst ausgebuchte 36. Winteruniversität stattfinden, die sich in diesem Jahr mit der Frage beschäftigt: „Was macht eine freiheitlich demokratische Republik aus?" Besonderer Gast wir Gregor Gysi sein.
Veranstalter ist wie in jedem Jahr die Volkshochschule. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der demokratischen Bildungslandschaft in Deutschland. Sie ermöglicht lebenslanges Lernen, fördert gesellschaftliche Teilhabe und unterstützt den Dialog zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.
Ihre Arbeit ist heute wichtiger denn je, um den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft zu begegnen und die Demokratie lebendig zu halten.
Jetzt erwartet uns zum Abschluss ein weiteres musikalisches Highlight!
Am großen Konzertflügel lassen uns Flora Esser und Wolf Alexander Chapel an ihren Beiträgen zum Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilhaben und zeigen uns welch herausragende Talente wir an unserer städtischen Musikschule haben.
Ich darf Sie im Anschluss zu dem ein oder anderen Kaltgetränk einladen und freue mich auf gute Gespräche und den Austausch mit Ihnen.
Jetzt wünsche ich Ihnen allen, auch im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Iserlohn, noch einmal ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr und danke Ihnen sehr herzlich für Ihr Kommen und für Ihre Aufmerksamkeit!
Viel Spaß mit Flora Esser und Wolf Alexander Chapel! (Auftritt Flora Esser und Wolf Alexander Chapel)