Breitbandversorgung – gigabitfähig durch Glasfaser und HFC

Update April 2026

UGG hat überraschend die Absichtserklärung zurückgezogen, Iserlohn mit Ausnahme der Randgebiete flächendeckend eigenwirtschaftlich (d. h. ohne Fördermittel) mit Glasfaser zu versorgen. UGG erklärt, dass die betroffenen Haushalte vom Netzbetreiber und/oder Provider entsprechend informiert werden. Lediglich der erste Bauabschnitt in den östlichen Stadtteilen für etwa 3.250 Haushalte soll lt. Ankündigung von UGG noch fertiggestellt werden. Die genaue Abgrenzung dieses Bauabschnittes lässt sich dem Glasfaseratlas des Märkischen Kreises entnehmen.

Die Stadtverwaltung bedauert die Entwicklung. Einerseits ist die Stadt Iserlohn gesetzlich verpflichtet, mit eigenwirtschaftlich handelnden Netzbetreibern zusammenzuarbeiten, andererseits hat sie keinen Einfluss auf Planung, Vermarktung oder Auswahl der Tiefbauunternehmen für die Kabelverlegung.   

Update Februar 2026

Die Telekom kündigt für dieses Jahr die Erweiterung ihres Glasfasernetzes in Letmathe-West an (siehe Pressemitteilung vom 20.02.2026). Der Ausbau soll eigenwirtschaftlich (ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln) erfolgen. Die Stadt Iserlohn begrüßt den geplanten Glasfaserausbau als weiteren wichtigen Baustein für die Sicherung unserer digitalen Zukunft. Das Ausbaugebiet ist im Glasfaseratlas des Märkischen Kreises dargestellt.

Update Januar 2026

Dank des Telekom-Ausbaus sind in Kürze in den innerstädtischen Geschäftslagen von Iserlohn und Letmathe – neben dem bereits bestehenden HFC-Angebot – auch Glasfaser­anschlüsse buchbar. Die betroffenen Gebiete sind im Glasfaseratlas des Märkischen Kreises abgebildet.

Update Dezember 2025

Der hauptsächlich durch das Bundesinfrastrukturprogramm geförderte Breitbandausbau ist in Iserlohn weitgehend abgeschlossen. Gefördert wurden mit finanzieller Unterstützung durch Bund, Land und Stadt Iserlohn bisher rund 1.500 Hausanschlüsse mit Glasfaser. Sie wurden durch die Telemark und die Telekom erstellt. Noch im Ausbau befinden sich die so genannten „Graue-Flecken“ mit ca. 130 weitere Adressen. Eine Übersicht kann dem Glasfaseratlas des Märkischen Kreises entnommen werden.

Breitband–Infos im Glasfaseratlas

Stand und Ausbauplanung der Gigabit-Versorgung sind im Glasfaseratlas des Märkischen Kreises veröffentlicht: www.maerkischer-kreis.de/glasfaseratlas 
Dargestellt sind die Glasfaser-Gebiete, unterschieden in Eigenausbau und geförderten Ausbau, sowie die HFC-Kabel-Gebiete. Die jeweiligen Netzbetreiber (Telekom/Telemark/UGG/ Vodafone) sind durch unterschiedliche Einfärbungen kenntlich gemacht.

Was bedeutet „Breitband“?

Breitband bedeutet Komfort bei der Internet-Versorgung. Die Anforderungen und Ansprüche an Internet-Anschlüsse steigen ständig. „Breitband“ ist nicht genau definiert und wird heute anders verstanden als noch in den 2010er Jahren: Damals galten Bandbreiten von 50 Mbit/s im Download via Kupferdoppelader (DSL) oder bspw. 250 Mbit/s mittels VDSL (*) oder mittels HFC (Weiterentwicklung des ehemaligen Fernsehkabelnetzes ***) als wünschenswert.

Heute wird von Politik, der Bundesnetzagentur und von den Netzbetreibern eine Gigabit-Infrastruktur (1.000 Mbit/s) angestrebt. Diese lässt sich durch Glasfaser (FTTH **) erreichen oder durch kombinierte Netze aus Glasfaser und Koaxial-Kabel (HFC ***). Alternativ werden Gigabit-Bandbreiten durch 5G-Mobilfunk ermöglicht. Unschlagbar unter den Alternativen hinsichtlich Kapazität, Upload-Geschwindigkeit und Energieeffizienz des Betriebs ist Glasfaser. 

*     VDSL = Performance-Erweiterung von DSL durch Vectoring bzw. Glasfaser bis zum Verteilerkasten
**   FTTH = Fiber To The Home
*** HFC =  Hybrid Fiber Coaxial Network

Netzbetreiber in Iserlohn

Wie im Glasfaseratlas des Märkischen Kreises dargestellt, sorgen Telekom, Telemark und UGG (Unsere Grüne Glasfaser) in verschiedenen Ausbaubereichen für Glasfaseranschlüsse. Großflächiger ist gigabitfähiges HFC (früher Fernsehkabel) von Vodafone in Iserlohn verbreitet. In ehemals besonders schlecht versorgten Randbereichen wurde der Glasfaserausbau gefördert, d. h. mit Zuschüssen des Bundes, des Landes und der Stadt Iserlohn vorangetrieben. 

Jeder Netzbetreiber darf öffentliche Straßen und Wege in Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger unentgeltlich nutzen. Die Funktion des Straßenbaulastträgers übernimmt im Rathaus Iserlohn der Bereich 66/Tiefbau. Der Bereich 66 wacht darüber, dass die Netzbetreiber die Straßenoberflächen wieder ordnungsgemäß herstellen lassen.

Für die Arbeiten auf privaten Grundstücken sind die Hausbesitzer Ansprechpartner der Netzbetreiber. Bei der Errichtung eines Hausanschlusses sind die Netzbetreiber auf das Einverständnis der Eigentümer angewiesen. 

Geförderter Glasfaser-Ausbau in Iserlohn

Der Märkische Kreis und die Stadt Iserlohn organisieren seit 2015 den geförderten Glasfaser-Ausbau. 2025 wurden die Förderprogramme weitgehend abgeschlossen. Noch in der Umsetzung befindet sich ein so genanntes „Graue-Flecken-Programm“ (s. u.) für rund 130 Adressen. Insgesamt profitieren knapp 1.700 „Adressen“ von der finanziellen Unterstützung durch Bund, Land und Stadt Iserlohn. In Mehrfamilienhäusern dient eine Adresse mehreren Haushalten im gleichen Gebäude. Begünstigt von der Glasfaser-Förderung wurden auch Schulen und Krankenhäuser. 

Früher wurde der Ausbau unterversorgter Adressen mit geringer Bandbreite (kleiner 30 Mbit/s im Download) in so genannten „Weißen Flecken“ gefördert. In Iserlohn hatten nach europaweiten Ausschreibungen Telemark und Telekom den Zuschlag für den Glasfaser-Ausbau in den „Weißen Flecken“ erhalten. Das „Weiße Flecken-Programm“ u. a. im Stübbeken und auf dem Hemberg ist mittlerweile abgeschlossen.

Aktuell können auch so genannte „Grauen Flecken“ gefördert werden, die bisher noch nicht durch Glasfaser oder HFC versorgt sind und für die in absehbarer Zeit auch kein eigenwirtschaftlicher Ausbau (s. u.) durch einen Giganetzbetreiber geplant ist. Ob ein solcher Ausbau geplant ist, muss vor jedem Förderantrag durch eine aktuelle Markt-Erkundung geprüft werden.

Eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau

Jeder Fördermaßnahme gehen Markterkundungen voraus: Dort, wo eigenwirtschaftlicher Ausbau von einem Giganetzbetreiber geplant ist, verbietet sich eine Förderung. Entsprechende Absichtserklärungen für weiteren eigenwirtschaftlichen Glasfaser-Ausbau liegen Stand April 2026 in Iserlohn seitens UGG (mittlerweile nur noch für das östliche Stadtgebiet) und Telekom (für Letmathe-West) vor. Letztendlich soll durch Eigenausbau und durch ergänzenden geförderten Ausbau eine flächendeckende gigabitfähige Infrastruktur aus Glasfaser und HFC entstehen.

So verfügen die größeren Iserlohner Gewerbegebiete über Glasfaser der Telemark im Eigenausbau. Seit 2026 versorgt die Telekom eigenwirtschaftlich die Geschäftslagen in den Stadtkernen von Iserlohn und Letmathe mit Glasfaser - ergänzend zu HFC von Vodafone. Im Stadtteil Wermingsen werden seit Ende 2025 erste UGG-Glasfaseranschlüsse betrieben, weitere sollen 2026 im östlichen Stadtgebiet folgen. 

Der eigenwirtschaftliche Glasfaser-Ausbau geht bisher langsamer voran als gedacht. Verzögert wurde der eigenwirtschaftliche Ausbau bspw. durch Insolvenz einer von UGG beauftragten Tiefbaufirma und durch den weitgehenden Rückzug von UGG im April 2026. Zur Wahrheit gehört, dass für die Netzbetreiber das Neukundengeschäft schleppender verläuft als gedacht und Glasfaserangebote nicht überall die vermutete Akzeptanz finden. 

Die Stadt Iserlohn hat keinen Zugriff auf die Planungs- und Bauabteilungen der Netzbetreiber, ist aber gesetzlich zur Zusammenarbeit mit eigenwirtschaftlich handelnden Netzbetreibern verpflichtet. 

Provider

Provider sind die Tarifanbieter für den Endkunden und dürfen nicht mit den Netzbetreibern verwechselt werden. Im Gegensatz zur Telekom bieten Telemark und UGG nicht selbst Tarife an, sondern vermitteln Hausanschlüsse nur über externe Provider. Anders als bei den Telekom-Anschlüssen ist die Auswahl der Provider bei Telemark und UGG begrenzt.

Auf den Internetseiten der Provider lassen sich mittels Verfügbarkeitscheck für jedes Grundstück die Angebote abrufen. Ein „FTTH“-Angebot bedeutet Glasfaser. „Kabel“ bedeutet HFC. Andere Angebote wie DSL oder VDSL sind grundsätzlich nicht gigabitfähig.