Reptilienburgen

Wie bei vielen anderen Arten sind in der Tiergruppe der Reptilien starke Rückgänge zu verzeichnen. Die sogenannten „Roten Listen“ enthalten mittlerweile viele Arten. Dieses bedeutet, dass die Arten stark gefährdet oder bereits ausgestorben sind.

Hauptgründe hierfür sind der Verlust an Lebensraum innerhalb eines Flächenverbunds sowie der Rückgang der Arten, die als Beute in Frage kommen (insbesondere Insektenarten). Die Gefährdung der Arten bedeutet auch eine Schwächung des Ökosystems und damit eine Gefahr für uns Menschen. Artenschutz ist daher auch immer Schutz des Menschen!

Sehr hilfreich für alle Arten der Reptilien (Eidechsen und Schlangen) ist die Anlage von sogenannten „Reptilienburgen“. Dies ist eine Struktur, die dem natürlichen Lebensraum dieser Arten ähnlich ist. Sie sollte generell in einem sonnigen und windgeschützten Bereich angelegt werden, da die Tiere sich gern auf erhöhter Stelle sonnen. Wichtig sind auch eingebaute Verstecke, eine frostfreie Möglichkeit zur Überwinterung sowie die Möglichkeit zur Eiablage. Bei der Ringelnatter muss ein Kleingewässer in der Nähe sein. Im Wald oder auf waldnahen Grundstücken sind besonnte Lichtungen ein guter Ort für eine solche Anlage.

Als Material benötigt man: Sand, viele Steine in unterschiedlicher Größe, Wurzelstöcke (wenn möglich) und Strauchschnitt. Gut wäre es, wenn die Anlage mit einer Heckenstruktur oder einer Wildblumenwiese kombiniert werden kann. Wenn Hunde und Katzen diesen Bereich nutzen könnten, sollte er so abgezäunt werden, dass nur die gewünschten Nutzer an die „Burg“ herankommen können. Auch vor häufigen Störungen durch den Menschen sollte der Bereich geschützt sein.

Für den Bau einer „Reptilienburg“ wird zunächst ein quadratisches ca. 40 bis 60 cm tiefes Loch ausgehoben. 1,5 m Breite wäre ideal, es geht aber auch schmaler. Unten in die Grube werden 10 cm Kies als Drainageschicht aufgefüllt, dann größere Steine (20 bis 30 cm Durchmesser) bis zur Oberkante. Obenauf können Wurzelstöcke gerodeter Gehölze oder grober Gehölzschnitt gelegt werden. Dann folgt wieder eine Schicht großer Steine, so dass die „Burg“ zum Schluss 80 bis 100 cm hoch ist. Obenauf sollten einige flache Steine oder Dachziegel liegen, um das Eindringen von zu viel Regenwasser zu verhindern.

So entstehen Höhlen, Gänge und Verstecke für Reptilien und andere kleine Tiere. Die Steine speichern die Sonnenwärme und dienen so nachts als „Heizung“ für die wärmeliebenden Tiere. Weitere holzbewohnende oder -nutzende Tiere wie Wildbienen, Käfer und andere Insekten profitieren vom aufgeschichteten Totholz.

Um die nördliche Seite der „Burg“ optional zu isolieren und vor Wind und Regen zu schützen, könnten hier z.B. Rasensoden aufgebracht werden. Es kann auch Erdaushub angeschüttet werden, der dann mit Rasen oder Kräutern eingesät oder bepflanzt wird. Hier könnte die „Burg“ zunächst mit z.B. alten Ziegeln abgedeckt werden, damit der Erdaushub nicht Höhlen und Gänge verfüllt (Abbildungen hierzu siehe Links unter “Weitere Infos”).

Auf der Südseite wäre ein direkt neben der Burg liegendes Sandarium eine gute Erweiterung. Es sollte mindestens 30 cm tief sein und eine Fläche von 50 x 50 cm haben. In dem durch die Sonne aufgewärmten Sand können Eidechsen ihre Eier ablegen. Daher sollte sie absolut unzugänglich für Katzen und Hunde sein und auch immer von Bewuchs freigehalten werden.

Wenn das Grundstück, auf dem die „Burg“ steht, gut an andere Freiflächen angebunden ist, und im weiteren Umfeld Eidechsen leben, steht einer Besiedlung der „Burg“ im nächsten Sommer nichts mehr im Weg.  

Ist sie einmal fertig gestellt, benötigt eine „Reptilienburg“ möglichst wenig Störung und nicht viel Pflege. Ein vollständiges Zuwachsen (außer der Nordseite und der Krone des Hügels) und eine zu große Beschattung sollte jedoch verhindert werden.